Am 28. Oktober um 20.15 Uhr im Ersten

Tatort „Blut“ aus Bremen: Lürsen, Stedefreund und ein Vampir – Bissiger Horror-Krimi zu Halloween

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Zur Premiere fand sich die Tatort-Crew im Kino ein und präsentierte dem neugierigen Publikum eine exklusive Preview des neuen Falls „Blut“.

Zu Halloween kommt ein Tatort aus Bremen, der seinem Namen „Blut“ alle Ehre macht. Ein Horror-Krimi, der es in sich hat. Nichts für schwache Nerven. Erst recht nichts für Menschen die, nunja, kein Blut sehen können. Beim exklusiven Preview-Publikum kam der Schocker mordsmäßig an.

Bremen - Moderator Felix Krömer wurde im Vorfeld der Premiere zum Tatort „Blut“ aus Bremen seelsorgerisch tätig. Wer auf dem Hinweg durch einen dunklen Park gegangen sei, würde sich zurück einen anderen Weg suchen wollen. Vielleicht auf dem Freimarkt noch eine Portion Champignons mit extra viel Knoblauch-Soße zu sich nehmen. Oder einfach sitzen bleiben, bis die Sonne wieder aufgeht. Alle lachen. Keiner ahnt, wie sehr er recht behalten soll. Dann noch der Hinweis, sich mit seinem Sitznachbarn bekannt zu machen, an den man sich die folgenden 90 Minuten klammern wird. Angenehmes Gruseln allerseits. Und ab geht‘s.

Tatort „Blut“ aus Bremen: Über 400 Neugierige gruseln sich zur Premiere im Kino

Bei der exklusiven Preview zum Tatort „Blut“ aus Bremen kamen über 400 Neugierige ins Kino.

Mit über 400 Menschen ist der Saal derart voll, dass etliche Zuschauer auf den Treppen sitzen. Der erste Dialog mit Lürsen und Stedefreund am Tatort besteht gemäß der Bremer Landessprache aus fünf Mal „Moin“. Da liegt die erste Tote bereits in einem Park in Bremen. Der einzige Hinweis einer völlig verstörten Zeugin: „Vampir“. Inga Lürsen geht den „Blut“-Fall gewohnt pragmatisch an. Kollege Nils Stedefreund gerät bei seinen Ermittlungen jedoch mitten hinein, in einen Strudel aus kranken Fieberträumen, Wahnvorstellungen und realer Betroffenheit. Immer wieder halten sich die Kino-Besucher die Augen zu. Hysterisches Kreischen, fasziniertes Raunen, angewidertes Stöhnen, verkrampftes Gelächter – alles dabei.

Gute Horror-Unterhaltung: Tatort „Blut“ aus Bremen läuft zu Halloween 

Die Schauspieler Sabine Postel (links) und Oliver Mommsen (rechts) berichten Moderator Felix Krömer von den Dreharbeiten zum Tatort „Blut“.

Was sich im Tatort „Blut“ entwickelt, ist blanker Horror samt sozialem Drama. Richtig gute Unterhaltung. Verstörend, beängstigend, entsetzend und rätselhaft. Womöglich übernatürlich? Dämonisch und beklemmend auf alle Fälle. Schnell werden die Zuschauer davon getrieben, eine Erklärung für all das Unerklärliche finden. Wie lässt sich dieses vermeintlich Übersinnliche im bodenständigen Format Tatort aufklären? Hier und da bringt etwas Slapstick und Humor eine willkommene Lockerung der allgemeinen Anspannung. Ansonsten ist das nichts für schwache Nerven. Bei all der düsteren Dunkelheit ist diesmal weniger von Bremen zu sehen. Unter anderem wird an der Uni ermittelt, ein Szene verlagert sich von der Hamburger Straße mit einer wilden Parcours-Sequenz über die Dächer in die Seitenstraßen.

„Blut“ auch für langjährige Tatort-Bremen-Ermittler ein besonderer Fall 

Im Gespräch: Regisseur Philip Koch sowie die Schauspieler Cornelius Obonya und Lilith Stangenberg mit Moderator Felix Krömer, Sabine Postel und Oliver Mommsen (v.l.).

Auch für die routinierten Tatort-Schauspieler Sabine Postel und Oliver Mommsen ist „Blut“ nach all den Jahren ein besonderer Fall. „Beim Drehbuch lesen habe ich mich gefragt, wie realistisch sich dieser Stoff umsetzen lässt“, verrät die 64-Jährige über ihren vorletzte Fall in Bremen. „Ich finde das wurde sehr gut eingelöst.“ Ihrem 49-jährigen Kollegen hat es sichtlich Spaß gemacht, seine Rolle so „runter zu rocken.“ Etwas „mehr Eier“ hätte der Kommissar seiner Meinung nach mit einem Augenzwinkern dennoch verdient gehabt. „Aber wenn der Drehbuch-Schreiber auch Regie führt, hat man wenig Chancen.“

Tatort „Blut“ aus Bremen ist Herausforderung für Schauspieler 

Zur Premiere fand sich die Tatort-Crew im Kino ein und präsentierte dem neugierigen Publikum eine exklusive Preview des neuen Falls „Blut“.

Gemeint ist „Blut“-Regisseur Philip Koch, der seinerseits viel Vergnügen an diesem Bremer Tatort hatte. „Es war nicht schwer umzusetzen, weil es direkt am Anfang einen Mordfall gibt und außerdem tolle Kommissare und Schauspieler.“ Darunter auch Lilith Stangenberg, deren Mutter aus Bremen kommt, und die bekennt, dass der von ihr verkörperte Hauptcharakter eine ihrer Traumrollen war. „Dabei fand ich die Spannweite besonders interessant. Dieser zarte, erschütterte Mensch mit innerem Monster und Grausamkeit“, sagt die 30-Jährige. „Ich war gespannt, ob ich diese emotionale Zerrissenheit hin bekomme. Am Ende fiel mir das animalische fast leichter als die Szenen mit dem Vater.“ 

„Babylon Berlin“-Produktionsfirma X Filme produziert Tatort „Blut“ aus Bremen 

Teile des Tatort-Ensembles bei der Premiere zu „Blut“.

Cornelius Obonya ging mit seiner Vater-Rolle im Tatort indes an persönliche Grenzen: „Ich hasse nichts mehr als Horrorfilme im Fernsehen und schalte immer direkt weg. Insofern war es auch für mich eine besondere Herausforderung“ Die Produktionsfirma X-Filme betrat einst mit „Unter Gaunern“ in Bremen das Serien-Metier, inzwischen ist sie bei keinem geringeren Format als „Babylon Berlin“ angekommen – und mit „Blut“ eben auch wieder in der Hansestadt. Wie sehr das passt, betont Produzent Michael Polle: „Diese Filme, mit diesen Leuten, in dieser Stadt“ zu machen, sei etwas, das in Berlin so nicht ginge.

Abschied vom Tatort Bremen: „Blut“ ist vorletzter Fall für Lürsen und Stedefreund 

Neben all der Aufregung darf nicht vergessen werden, dass „Blut“ auch der vorletzte Fall für Lürsen und Stedefreund ist. Ostern verabschiedet sich das langjährige Team aus Bremen nach dann 34 gemeinsamen Fällen in den Tatort-Ruhestand. In diesem Zusammenhang ist Sabine Postel noch eine Klarstellung wichtig. Anders, als zuletzt von vielen Medien berichtet, habe es ihrerseits kein Nachtreten in Richtung Tatort gegeben. Dies sei von der „Yellow Press“ falsch dargestellt und von vielen ungeprüft verbreitet worden. Dass vereinzelte experimentelle Episoden für sie nicht in den Tatort gehören, dazu stehe sie allerdings.

Regisseur verspricht Final Twist zum Ende vom Tatort „Blut“ aus Bremen 

Dass der neue Fall „Blut“ aus Bremen ein Millionen-Publikum am Sonntag, 28. Oktober, ab 20.15 Uhr, verstört zurücklassen wird, hat indes andere Gründe. Siehe oben. Um dem Gesprächsbedarf ein Forum zu geben, findet anschließend der „Tatort-Schnack“ bei www.tatort.de und per Twitter-Hashtag #tatortschnack statt. Zuschauen bis zum Schluss lohnt sich, selbst wenn das hingucken manchmal schwer auszuhalten ist. Regisseur Philip Koch: „Ein guter Final Twist musste sein, ein Fragezeichen am Ende. Wir konnten die Zuschauer nicht mit einer heilen Welt entlassen.“

Der vorletzte Fall „Blut“ läuft am Sonntag, 28. Oktober 2018, um 20.15 im Ersten 

Den letzten Fall „Wo ist nur mein Schatz geblieben“ zeigt Das Erste voraussichtlich zu Ostern 2019 

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