Vom Suchen und Finden der Liebe

Bestseller-Verfilmung „Die Mitte der Welt“ kommt ins Heimkino

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Wilde Familienbande: Zwischen seinen Liebsten sucht der junge Phil (Louis Hofmann) nach der „Mitte der Welt“.

Mit der Bestseller-Verfilmung „Die Mitte der Welt“ gelang dem jungen österreichischen Regisseur Jakob M. Erwa ein schillerndes Werk, das vor filmischer Poesie und scharfsinnigem Humor nur so tanzt.

Die Aufs und Abs einer leidgeplagten kleinen Familie, erzählt über viele Jahre mit einem komplexen Beziehungsgeflecht zwischen den einzelnen Menschen: Nach dem Erfolg des Romans „Die Mitte der Welt“ von Andreas Steinhöfel (1998) liebäugelten viele Regisseure mit der literarischen Vorlage, die mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Was im Buch schon als große Leistung anerkannt wurde, schien im Film kaum realisierbar - bis Jakob M. Erwa sich der Sache annahm. Mit großem Einfühlungsvermögen meisterte der Österreicher die Umsetzung von „Die Mitte der Welt“ (2016), die nach überschauberem Leinwanderfolg im Heimkino zu sehen ist.

Es gibt zwei Zeitebenen, auf denen sich „Die Mitte der Welt“ abspielt. Im Hier und Jetzt sind die Geschwister Dianne (Ada Philine Stappenbeck) und Phil (Louis Hofmann) 17 Jahre alt. Sie gehen zur Schule, befinden sich auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Immer wieder springt der Film jedoch zurück in die Vergangenheit, als Phil und Dianne noch kleine Kinder waren: wie sie gemeinsam durch die Felder rannten, mit Pfeil und Bogen die Welt eroberten und ihrer Mutter Glass (Sabine Timoteo) dabei zusahen, wie sie einen Liebhaber nach dem nächsten verscheuchte.

Auch die Handlung verfolgt mehrere Stränge. Einerseits gibt es da die schwierige familiäre Situation: zwischen Glass und Dianne etwa, die die Beziehungsunfähigkeit und Unangepasstheit der Mutter nicht aushält. Andererseits wäre da noch die Dreiecksbeziehung, bestehend aus Phil, seiner besten Freundin Kat (Svenja Jung) und Phils erstem Freund Nicholas (Jannik Schümann). Was anfangs nach einem freundschaftlichen Verbund aussieht, entwickelt sich zum Eifersuchtsbeben.

Jakob M. Erwa inszenierte „Die Mitte der Welt“ mit viel Gefühl und schaffte es, den komplexen, vielschichtigen Stoff als stimmiges Ganzes zu gestalten, in dem eine bewegende Familiengeschichte mit all ihren dunkelsten Kapiteln, ihren lustigsten Anekdoten und ihren seltsamsten Eigenheiten porträtiert ist. Das Ergebnis ist eine zauberhafte Geschichte, die beglückt und verzückt, betrübt und verstimmt und im Film genauso einzigartig einschlägt wie im Buch.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc und als Video-on-Demand.

tsch

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