Topmodel-Gewinnerin im Interview

Barbara Meier: Sklaverei! GNTM-Gewinnerin greift Textilbranche an

Barbara Meier ist eines der bekanntesten Gesichter aus Heidi Klums ProSieben-Show „Germany‘s Next Topmodel“. nordbuzz.de trifft die Siegerin zum Interview.

Berlin – Sie gehört zu den erfolgreichsten Siegerinnen der ProSieben-Show „Germany’s next Topmodel“: Barbara Meier. Neben Lena Gercke ist die 34-Jährige bis heute eine der bekanntesten GNTM-Gewinnerinnen. Das Markenzeichen des Topmodels der zweiten Staffel sind ihre langen roten Haare.

Geboren:25. Juli 1986 (Alter 34 Jahre) in Amberg
Größe: 1,74 Meter
Ehepartner:Klemens Hallmann (verh. 2019)
Haarfarbe:Rot
Ausbildung:New York Film Academy (2011), Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg)

Ob als Model, Schauspielerin, Let’s Dance-Teilnehmerin, Autorin – sie hat vieles ausprobiert. Und nun?

Modesdesignerin!

Am Montag, 3. Mai, kam in Zusammenarbeit mit der Supermarkt-Kette Lidl ihre erste eigene Modekollektion mit „Grüner Knopf“-Siegel auf den Markt. Darüber hinaus spricht das ehemalige GNTM-Topmodel über die Topmodel-Pläne für ihre Tochter, die aktuelle „Germany‘s next Topmodel“-Staffel sowie Let‘s Dance, den Kontakt zu Heidi Klum und weitere Projekte.

nordbuzz.de traf Barbara Meier zum exklusiven Interview.

GNTM (ProSieben): Topmodel Barbara Meier schaut nur selten bei „Germany‘s next Topmodel“ rein

Frau Meier, die aktuelle GNTM-Staffel neigt sich dem Ende zu. Das Finale ist am 27. Mai. Gucken Sie auch?
Die aktuelle Staffel habe ich nicht so geschaut, was aber eher daran liegt, dass es genau die Zeit ist, in der ich die Kleine ins Bett bringe und sie natürlich nicht gucken darf.
In den ersten Jahren habe ich es nicht so verfolgt, weil es einfach auch mein Job ist. Wenn man bei einer solchen Sendung dabei war, dann will man das nicht im Fernsehen sehen.
Als Model macht man Shootings und es ist dann eher schwierig, sich abends hinzusetzen und Kolleginnen beim Arbeiten zuzuschauen. Das ist nicht mehr aufregend, wie wenn man selbst arbeitet.
Mit den Jahren fand ich es spannend, wohin es sich entwickelt. Ich habe immer mal wieder reingeschaut.

„Germany“s next Topmodel“-Gewinnerin über RTL-Show „Let‘s Dance“

Und was ist mit der RTL-Show „Let’s Dance“?
Da ist es ähnlich. Wenn das Baby schläft, bin ich auch froh, meinen Mann zu sehen. Da will ich nicht vor dem Fernseher sitzen. Dazu kommt ja auch, dass man dann, wenn das Baby schläft, die einfachen Dinge im Haushalt macht, Wäsche zusammenlegen, Geschirr wegräumen und so weiter.
Aber ich schaue mir die Tänze im Nachhinein schon an, weil ich es super spannend finde. Ich sehe das gerne. Ich mag das Tänzerische und diese Inszenierungen. Das begeistert mich immer noch. Ich habe damals mitgemacht, weil ich unbedingt tanzen lernen wollte. Nie kann man so schnell alles lernen, als mit einem Mega-Profi an der Seite. Ich schau es mir daher gerne an und folge bei Instagram auch vielen Tanzprofis.
Model Barbara Meier kam bei Let‘s Dance 2018 mit ihrem Tanzpartner Sergiu Luca bis ins Finale.

Barbara Meier: GNTM-Kandidatin spricht über Verhältnis zu Heidi Klum

Haben Sie noch Kontakt zu „Model-Mama“ Heidi Klum?
Heidi habe ich oft bei Veranstaltungen wie beim Filmfest in Cannes oder den Golden Globes gesehen. Das ist ja alles leider weggefallen. Losen Kontakt haben wir immer. Zum Geburtstag oder zur Hochzeit hat sie mir geschrieben.
Darüber hinaus gibt es schon noch den ein oder anderen Kontakt zu ehemaligen Kandidatinnen. Die Drittplatzierte aus meiner Staffel, Hannah, hat mir geschrieben, als sie gesehen hat, dass ich jetzt auch ein Kind habe. Da tauscht man sich dann aus.
Topmodel-Gewinnerin Barbara Meier freut sich auf den Start ihrer ersten eigenen Kollektion.

Ex-GNTM-Gewinnerin über ProSieben-Show: Für die Tochter lieber Jura als Topmodel

Würden Sie Ihre Tochter zu GNTM lassen?
Die Schule muss sie auf jeden Fall beenden, denn das finde ich super wichtig. Wenn jemand einen ganz tiefen Wunsch hat, sowas zu machen, muss man das unterstützen.
Aber ich bin zum Glück in einer guten Position, in der ich ihr alle Vor- und Nachteile erklären kann. Es gibt viel Schönes, aber genauso viel Nachteile und schwierige Situationen. Es ist ein spannendes Leben, aber es nicht immer einfach.
Ich habe mal in einem Schauspielbuch einen Spruch gelesen: ‚Wenn du dir irgendetwas vorstellen kannst, was du sonst noch machen könntest, dann mach das. Du kannst nur Schauspieler werden, wenn du dir wirklich nichts anderes vorstellen kannst.‘
In diese Richtung würde ich ihr den Tipp geben. Wenn die Leidenschaft so groß ist und sie sagt, ich will nur das, dann würde ich sie voll und ganz unterstützen. Aber wenn sie sagt, Modeln oder Jura, würde ich sagen Jura.
Über ein Jahr hat die Vorbereitung auf die erste eigene Kollektion zwischen Lidl und Topmodel Barbara Meier (damals noch schwanger) gedauert.

Siegerin der Topmodel-Show von ProSieben: Mit 50 nochmal in den Hörsaal

Sie selbst haben Mathe studiert und sind dann doch Richtung Schauspielerei und Modeln gegangen. Wie kam das?
Es war schon immer irgendwo in mir drin. Ich habe mal ein altes Freundebuch gefunden, in das ich reingeschrieben hatte, dass ich Schauspielerin werden möchte, wenn ich groß bin. Anscheinend war ich schon damals fasziniert von dieser Welt. Wenn ich sehe, welche Projekte ich mache, ist es genau richtig gelaufen.
Beim Modeln arbeitet man mit Emotionen und man kann sich auf eine ganz andere Art kennenlernen. Das ist das Gegenteil zum Mathestudium. Daran konnte ich wachsen.
Mathe finde ich auch noch gut und schließe nicht aus, dass ich irgendwann dahin zurückgehe. Irgendwann mit 50 sitze ich vielleicht wieder im Vorlesungssaal und beende das Studium.

Nachhaltigkeit ein riesiges Thema für GNTM-Gewinnerin Barbara Meier

Ihre erste Kollektion kommt am 3. Mai raus. Was ist das für ein Gefühl?
Es war eine spannende Reise. Ich habe viele Jahre Kleidung getragen und war bei Shootings oder Modenschauen dabei. Ich habe oft miterlebt, wie in letzter Sekunde noch Dinge geändert werden mussten. Bei Wolfgang Joop beispielsweise war es mal so, dass er noch am Model selbst geschaut hat, wie es wirkt und hat Sachen geändert.
Waren Sie von Anfang an in Ihre Kollektion involviert?
Absolut! Es war das erste Mal, dass ich von Beginn an dabei war, beispielsweise bei der Stoff- oder Farbauswahl. Da sind so viele Entscheidungen zu treffen. Welche Knöpfe? Wie tief soll der Ausschnitt? Übers Knie oder nicht?
Ich weiß nun noch genauer, wie viel Arbeit und Entscheidungen in einer Kollektion stecken.
Die Arbeit an dieser Kollektion war mein letzter Job vor der Geburt und das ist auch schon ein dreiviertel Jahr her. Und nun habe ich die Kleidungsstücke mit etwas Abstand und mit Blick als Mama gesehen. Und ich denke mir immer noch, dass es schön und cool ist.
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„Grüner Knopf“ bekommt Unterstützung von „Germany‘s next Topmodel“-Gewinnerin

Wenn Ihr Baby größer wird, kommt dann die Teenager-Mode?
Ich glaube, dass es meiner Tochter als Teenie vielleicht nicht so gefallen würde, etwas zu tragen, was die Mama designed hat. Da würde sie womöglich rebellieren. Sie will bestimmt ihren eigenen Stil suchen.
Was ich mir vorstellen könnte, wäre Kindermode. Wenn meine Tochter größer ist und ich da mitwachsen könnte. Das wäre interessant. Man bekommt durchs Muttersein einen anderen Blickwinkel und steht vor anderen Herausforderungen.
Das Besondere an der Kollektion ist die Nachhaltigkeit, sprich das Siegel „Grüner Knopf“? Was hat es damit auf sich?
Die Idee kam nach dem Unglück in der Textilfabrik in Rana Plaza in Bangladesh auf, als 1000 Näherinnern gestorben sind. Das war ein Augenöffner für viele Verbraucher. Vorher war vielen nicht bewusst, unter welchen Bedingungen Kleidung gefertigt wurde oder man hat es ignoriert. Und plötzlich hat man sich gefragt, wie kann so etwas sein?
Model Barbara Meier will mit ihrem Engagement für Näherinnen ein Zeichen setzen

Barbara Meier übt massive Kritik an der Textilbranche

Es gibt allerdings viele Siegel ...
Vollkommen richtig. Aber es gibt keins, was alles vereint: Soziale und Umwelt-Standards. Das sind zwei große Probleme, die angegangen werden müssen und der Grüne Knopf versucht, dieses zu vereinen.
Dieses Siegel deckt nicht nur ein Produkt ab, sondern prüft die ganze Firma. Natürlich ist der Grüne Knopf noch nicht perfekt, weil er noch nicht alle Bereiche abdeckt. Es wurde mit einem großen Bereich angefangen und wird nach und nach erweitert.
Näherinnen haben kein Sprachrohr und können sich kein Gehör verschaffen. Das ist moderne Sklaverei. Diese Frauen werden eingesperrt und teilweise mit Eisenstangen geschlagen. Das ist unvorstellbar.
Es sind Frauen, die unsere Kleidung nähen. Daher haben wir auch eine Verantwortung dafür.

Barbara Meier über Nachhaltigkeit – GNTM-Topmodel vermisst Schmetterlinge

Haben Sie schon immer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt?
Ich bin mit sehr gutem Verständnis und Werten aufgewachsen. Meine Eltern haben darauf geachtet, nicht unnötig Plastik zu verwenden. Bei uns war es sehr ländlich und wir hatten die Natur vor der Tür, wir hatten sogar einen Gemüsegarten. Dadurch hat sich ein Bewusstsein entwickelt.
Man hat eine andere Verbindung, als wenn man in der Stadt ist und nie ein Tier in der freien Natur sieht oder in den Wald gehen kann. Dann weiß man auch nicht, was man schützen muss.
Dies ist bei mir vielleicht etwas verloren gegangen, weil ich in der Vergangenheit viel unterwegs war. New York, Paris, Mailand sind sicherlich keine Städte, die für Nachhaltigkeit stehen. In dieser Model-Blase geht es vielfach nur darum, immer schneller und billiger zu werden.
Ich würde sagen, dass ich unterbewusst diese Werte schon durch meine Kindheit bekommen habe. Daraus ist nun ein bewusster Umgang geworden.
Was mir aufgefallen ist: Wenn ich meine Eltern besuche, gibt es kaum Schmetterlinge mehr. Das war in meiner Kindheit anders, aber daran sieht man die Veränderung.
Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind Model Barbara Meier sehr wichtig.

Ex-Topmodel-Gewinnerin (ProSieben): Tauchen in der Ostsee für die Umwelt

Modelbusiness und Nachhaltigkeit – passt das zusammen?
Natürlich bin ich auch nicht perfekt. Es war mir auch nicht möglich, von einem auf den anderen Tag zu sagen, dass ich nachhaltig bin oder dass mein Kleiderschrank 100 Prozent nachhaltig ist.
Ich habe mir Ziele gesteckt. Erst 20 Prozent nachhaltig und wenn das geschafft ist, dann geht es weiter. Man kann mit leichten Dingen anfangen. Wichtig ist, sich auf den Weg zu machen und kleine Schritte zu gehen.
Ich habe aus der Branche nie irgendetwas Negatives erfahren, weil sich alle bewusst sind, dass wir uns auf den Weg machen müssen. Keiner kann sich mehr dem entziehen.
Sie setzen sich nicht nur für nachhaltige Mode ein, sondern sind auch WWF-Botschafterin für Geisternetze ...
Mir liegen die Meere schon immer am Herzen. Irgendwann einmal hatte ich mit dem WWF gesprochen und die meinten, dass Geisternetze ein großes Thema sind. Damit konnte ich erst einmal nichts anfangen. Jedes Jahr landen im Ozean ungefähr 10 Millionen Tonnen Plastik, 10 Prozent davon Geisternetze. Da ist dann ein großes Problem. Und wenn sich dort eine Robbe verfängt, stirbt sie eben.
Und Sie sind dann gleich in der Ostsee selbst tauchen gegangen.
Ich finde es schwierig, wenn man am Schreibtisch sitzt und sagt, es muss sich etwas ändern. Man muss den unangenehmen Schritt gehen. Das Tauchen in der Ostsee war nicht so einfach. Es war eiskalt und anspruchsvoll. Es ist erschreckend, wenn man diese Netze dort sieht und die rausgeholt werden.

Barbara Meier bald in Filmen zu sehen

Was sind Ihre nächsten Projekte?
Bei meinem Job kann ich glücklicherweise viele verschiedene Dinge machen. Modeln, Schauspielern oder Moderationen. Das ist sehr abwechslungsreich.
Vieles ergibt sich einfach. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich mit Lidl eine Kollektion mache. Das kann man nicht planen.
Ich habe einige Designprojekte, die dieses Jahr noch rauskommen und ich habe mein erstes Filmprojekt abgedreht. Weitere Drehs sind geplant.
Barbara Meier und ihr Mann Klemens Hallmann

Ex-Topmodel-Gewinnerin (ProSieben) ist eine entspannte Mutter

Wie schaffen Sie es, Privates und Berufliches unter einen Hut zu bekommen?
Die Reise zur Präsentation der Lidl-Kollektion war die erste Reise ohne Kind und war sehr spannend. Es war ein langer Arbeitstag und ich war dann mit den Gedanken nur beim Job. Schlimmer wäre es, wenn ich zu Hause sitzen und warten würde, bis das Baby nach Hause kommt.
Natürlich vermisse ich sie und ich habe viele Fotos geschickt bekommen. Sie war ja beim Papa zu Hause. Es war für die beiden auch mal schön, eine Papa-Tochter-Zeit zu haben. Ich bin da beruhigt, weil sie in den besten Händen ist.
Ich schaue aber schon ganz genau hin. Wenn ich merken würde, dass es ihr nicht gut geht, dann würde ich mir Gedanken machen. Es läuft aber super gut und ich bin dankbar. Das Arbeiten gehört für mich dazu und ist Teil meiner Persönlichkeit.
Sind Sie eine entspannte Mutter?
Ich kläre schon immer ab, ob es ihr gut geht. Aber eigentlich bin ich eine entspannte Mama. Ich bin keine, die sofort hinrennt, wenn sie einen kleinen Laut macht. Und ich denke nicht gleich, dass etwas Schlimmes passiert ist. Ich spüre ganz gut, wann sie mich wirklich braucht. Wir sind beide sehr entspannt und das überträgt sich vielleicht auch auf das Kind. Sie ist zufrieden und ruht in sich.

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