Natalia Wörner

Lob vom Außenminister

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Aus Berlin in die weite Welt: Natalia Wörner ist "Die Diplomatin".

Im Interview erzählt Natalia Wörner, auf welch ungewöhnliche Weise sie sich auf ihre Rolle als "Die Diplomatin" vorbereitete.

Für die Boulevardmedien ist Natalia Wörner (48) zurzeit vor allem die Schauspielerin an der Seite des Politikers: Seit sie erstmals öffentlich mit Bundesjustizminister Heiko Maas gesehen wurde, brodelt die Gerüchteküche. Nach langem Zögern bekannte sich das Paar vor kurzem schließlich zu seiner Liebe. Allem Klatsch und Tratsch zum Trotz, ist Wörner aber vor allem eins: Schauspielerin, noch dazu eine der gefragtesten in Deutschland. In einer neuen ARD-Reihe, die ursprünglich letzten November Premiere feiern sollte, dann aber wegen der Terroranschläge von Paris verschoben wurde, spielt Wörner "Die Diplomatin". Das Erste sendet die ersten beiden Folgen kurz hintereinander zur Primetime: "Das Botschaftsattentat" am Samstag, 30. April, "Entführung in Manila" eine Woche später. Im Interview erzählt Natalia Wörner, wie ihr Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei der Vorbereitung auf die Rolle half und wie emotional es für sie war, für den Dreh nach Thailand zurückzukehren, wo sie 2004 den verheerenden Tsunami überlebte.

teleschau: Frau Wörner, Sie begleiteten in Vorbereitung auf "Die Diplomatin" Bundesaußenminister Steinmeier bei einer Reise nach Südkorea. Wie kam es dazu?

Natalia Wörner: Nach dem verheerenden Tsunami von 2004 gründete ich zusammen mit anderen einen Verein, um den Menschen vor Ort zu helfen. Frank-Walter Steinmeier war damals Kanzleramtschef, und da wir mit unserem Verein viel Geld gesammelt hatten, brauchten wir schließlich politische Hilfe, um die Spenden sinnvoll verteilen zu können. Mein guter Freund, der Fotograf Jim Rakete, vermittelte folglich den Kontakt zu Steinmeier, wir kennen uns also schon seit zehn Jahren. Als dann das Angebot für "Die Diplomatin" kam, wendete ich mich an ihn.

teleschau: Was haben Sie in Südkorea erlebt?

Wörner: Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Reise an die Grenze zu Nordkorea. Da stehen hellblaue Baracken, die man von der einen Seite betreten, aber nicht in Richtung der anderen Seite verlassen darf. Sonst wäre man plötzlich im Norden. Es ist ein groteskes, absurdes Theater, das dort aufgeführt wird. Wir waren dort kurz vor den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls. Da wurde mir klar, welchen Prozess unser Land durchgemacht hat. Dort an der innerkoreanischen Grenze zu stehen, war ein beklemmendes, nachhallendes Erlebnis.

teleschau: Was konnten Sie aus der Reise für Ihre Rolle in "Die Diplomatin" herausziehen?

Wörner: Es war hochinteressant zu sehen, wie viele Menschen bei einer solchen Reise dabei sind und welch hochkomplexes System der diplomatische Dienst ist. Da hat jeder seine Rolle, auch wenn er nach außen hin oft unwichtig erscheint. Der Kontakt mit dem Auswärtigen Amt hat mir viel bei der Entwicklung der Hintergrundgeschichte meiner Figur und bei der Mitarbeit am Drehbuch geholfen.

teleschau: Haben Sie sich für ein Projekt schon einmal so intensiv vorbereitet wie für "Die Diplomatin"?

Wörner: Ich stecke in jede meiner Rollen viel Zeit in die Vorbereitung und Recherche. Manchmal ist es praktischer Natur, etwa in dem ich an meinem englischen Akzent arbeitete, wie für "Die Säulen der Erde". Bei "Die Diplomatin" war mir die intensive Vorbereitung besonders wichtig, da es eine Film-Reihe werden soll. Ich bin von Haus aus politisch sehr interessiert, aber in ein anderes Berufsbild habe ich mich tatsächlich noch nie so intensiv eingearbeitet wie jetzt in dieses.

teleschau: Glauben Sie, das Publikum hat Lust auf einen Stoff mit einem so ernsten Hintergrund wie in "Die Diplomatin"?

Wörner: Ich bin niemand, der das Publikum unterschätzt. In Zeiten wie diesen, wo wir politisch wacher und sensibler sind und sein müssen, kann ich mir nicht vorstellen, wie man sich für einen solchen Stoff nicht interessieren kann. Natürlich gibt es immer Menschen, die sich nur unterhalten lassen wollen, und das ist auch völlig in Ordnung. Unterhaltung ist keine abwertende Bezeichnung für mich.

teleschau: Der zweite Film der Reihe, "Entführung in Manila", spielt auf den Philippinen, wurde aber in Thailand gedreht. Warum?

Wörner: Ein Dreh auf den Philippinen war aus sicherheitsrelevanten Gründen nicht möglich.

teleschau: Würden echte Diplomaten den Film für realistisch halten?

Wörner: Es gibt Aspekte, die würden echte Diplomaten als fiktional überhöht empfinden. Aber die wesentlichen Aspekte des Films sind sehr nah am diplomatischen Alltag, etwa die Darstellung des Krisenstabs und der Verhandlungen mit den Rebellen. Auch die Konflikte innerhalb der Ministerien, die wir zeigen, halte ich für durchaus realistisch.

teleschau: Hat Steinmeier den Film gesehen?

Wörner: Zweimal sogar! Einmal bei einer internen Premiere in der Villa Borsig, dem Gästehaus des Auswärtigen Amts. Später zeigten wir den Film dann noch in einem Kino im Wahlkreis von Frank-Walter Steinmeier in Brandenburg an der Havel.

teleschau: Wie hat ihm der Film gefallen?

Wörner: Er mochte ihn und fand ihn relevant und politisch glaubwürdig. Ein tolles Lob. "Die Diplomatin" erzählt Politik im deutschen Fernsehen erstmals anders. Der Film ist keine halbgare Komödie, sondern schneidet komplexe politische Themen an und ist dabei dennoch unterhaltsam. Ich finde es toll, dass wir Politik von einer Seite zeigen, die man so im deutschen Fernsehen noch nicht gesehen hat. Und das gefiel wohl auch Herrn Steinmeier.

teleschau: Sie überlebten 2004 den Tsunami in Thailand. Wie war es, für die Dreharbeiten in dieses Land zurückzukehren?

Wörner: Ich war bereits drei oder vier Jahre nach dem Tsunami noch einmal in Thailand, zusammen mit der deutschen Kindernothilfe. Das war damals sehr bewegend und nahm mich sehr mit. Als ich erneut nach Thailand kam, bereitete sich das Land gerade auf die Gedenkfeierlichkeiten zum zehnten Jahrestag der Katastrophe vor. Da wurde mir klar, wie viel Zeit seitdem vergangen ist. Ich konnte die Ereignisse mit einem gewissen Abstand betrachten. Rückblickend kann ich sogar etwas Positives aus dem Schrecken ziehen, da ich damals begann, mich sozial zu engagieren. Das Erlebte wird mich immer begleiten und ist ein Teil meiner Biografie geworden.

teleschau: Könnten Sie sich ein Leben als Diplomatin vorstellen?

Wörner: In einem anderen Leben, ja. In diesem bleibe ich bei meinem Beruf, den ich liebe. Die Schauspielerei ist mit so viel Nomadentum verbunden, wie es auch ein Diplomatenleben mit sich bringen würde. Die Freiheiten, die ich als Schauspielerin habe, würde ich aber nicht eintauschen wollen.

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