Die Geschichte eines Rennsport-Mythos'

Von den Anfängen in Neuseeland bis zum tragischen Tod: „McLaren“ kommt ins Heimkino

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„McLaren“ ist ein aufwendig gestalteter, hochspannender Mix aus Rennfahrer-Doku und Porträt.

Von seinen Anfängen in Neuseeland über den Aufstieg im internationalen Rennzirkus bis zu seinem tragischen Tod: „McLaren“ erzählt vom schnellsten „Kiwi“ der Welt, der die Motorsportwelt für immer veränderte.

Auch wenn der letzte Grand-Prix-Sieg lange zurückliegt: Hinter Ferrari ist McLaren das erfolgreichste Team in der Geschichte der Formel 1, und das langlebigste. Fittipaldi, Hunt, Prost, Senna, Häkkinen - die Namen früherer Fahrer klingen bis heute. Die Geschichte von Teamgründer Bruce McLaren kennen inzwischen jedoch nur noch die wenigsten. Roger Donaldsons Dokumentation „McLaren“ (2016), die nun als Video-on-Demand erhältlich ist, erzählt diese einzigartige Geschichte und entführt in eine der aufregendsten Epochen der Formel-1-Historie.

1966 als „Bruce McLaren Motor Racing“ gegründet, nahm das Team bis heute an über 800 Formel-1-Rennen teil. 182 Siege, acht Konstrukteurs- und zwölf Fahrer-Weltmeisterschaften wurden eingefahren. Hinzu kommen Siege beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans und bei der Indy 500, und dann sind da noch die luxuriösen Supersportwagen für Preise im mindestens sechsstelligen Bereich. McLaren ist eine Motorsport-Institution, ein Mythos.

Dabei begann alles ganz klein, viel kleiner und bescheidener als bei irgendeiner anderen Marke, die es im Rennsport je zu ähnlichen Erfolgen brachte. Dieser Punkt ist Roger Donaldson besonders wichtig. Bruce McLaren, 1937 im neuseeländischen Auckland geboren, stammte aus einfachen Verhältnissen und verbrachte als kränkliches Kind große Teile seiner Jugend im Bett. Doch hatte er schon früh Benzin im Blut: Als 16-Jähriger baute er seinen ersten eigenen Rennwagen in einem Land, in dem es praktisch keine Rennsport-Kultur gab. Mit 22 Jahren stellte er dann bereits einen Rekord als jüngster Formel-1-Rennsieger auf, der erst 44 Jahre später von Fernando Alonso (fährt heute für McLaren) gebrochen wurde.

Nachhaltigen Einfluss auf den Motorsport hatte McLaren aber weniger als Fahrer, sondern vor allem als visionärer Tüftler und Manager. Donaldson zeichnet ihn mithilfe vieler Archivbilder und zahlreicher Gastredner nostalgievoll als zupackenden, bodenständigen, aber auch sehr ambitionierten PS-Fanatiker alter Schule. In Neuseeland hatte Bruce McLaren gelernt, beim Bau seiner Autos zu improvisieren und unkonventionelle Wege zu gehen - diese Fähigkeit brachte ihn auch im internationalen Rennzirkus ganz nach vorne. Was heute undenkbar wäre: McLaren gewann Formel-1-Rennen am Steuer eines Boliden, den er mit eigenen Händen entworfen und gebaut hatte.

Und er vergaß nie, woher er kam: Wo es ging, stellte der Neuseeländer andere „Kiwis“ ein, zu denen er stets ein sehr enges, kameradschaftliches Verhältnis pflegte. Nur durch diesen beispiellosen Teamspirit, der in der ebenso aufwendigen wie sympathischen Doku immer wieder betont wird, ist es zu erklären, dass McLarens Team unter Leitung seiner Frau Patty auch nach seinem tragischen Unfalltod 1970 weitergeführt und zu einem der größten Rennställe der Motorsport-Geschichte aufgebaut wurde.

tsch

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