Casablanca für Anfänger

Jetzt auf Blu-ray: „Allied - Vertraute Fremde“ mit Brad Pitt

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Zwei Liebende, die auch die Liebe zum Vaterland verbindet: Zwischen Max (Brad Pitt) und Marion (Marion Cotillard) entwickelt sich eine Spionage-Romanze.

Brad Pitt und Marion Cotillard spielen in der Spionage-Romanze „Allied - Vertraute Fremde“ das schillerndste Liebespaar seit Langem, bleiben jedoch hinter den hohen Erwartungen zurück.

Die Marketing-Maschinerie lief perfekt vor dem Kinostart von „Allied - Vertraute Fremde“ (2016), befeuert durch die dramatische Trennung von Brad Pitt und Angelina Jolie. Eine angebliche Affäre von Brad Pitt mit der französischen Filmpartnerin Marion Cotillard soll dabei eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben, hieß es eine Weile. Das Gerücht war zwar mutmaßlich gegenstandslos, aber eben auch die perfekte PR für einen leider recht langatmigen Spionagefilm von Regie-Altmeister Robert Zemeckis. Hierzulande wurden für das Drama, das nun auf DVD, Blu-ray Disc und als VoD erscheint, immerhin eine Viertelmillion Kinotickets gelöst.

Casablanca im Jahr 1942. Der Zweite Weltkrieg ist in vollem Gange, in der marokkanischen Hafenstadt treffen sich auf der Flucht vor den omnipräsenten Nazis viele Emigranten. Unter den vermeintlich Geflüchteten sind auch die schöne französische Widerstandskämpferin Marion Beausejour (Marion Cotillard) und der kanadische Geheimdienst-Offizier Max Vatan (Brad Pitt).

Zum Schein geben sich die beiden als schwerverliebtes Ehepaar aus, das tatsächlich aber ein Attentat auf den deutschen Botschafter (August Diehl) verüben soll. Aus der gespielten Liebe wird eine echte, und nachdem das Attentat reüssiert, verlegen Marion und Max ihren Lebensmittelpunkt nach London, wo sie eine Familie gründen wollen. Das Glück ist perfekt, scheinbar.

Ganz offensichtlich sind die Filmemacher mit dem Ehrgeiz angetreten, ein in Kriegswirren angesiedeltes Liebesdrama vom Schlage der Klassiker „Casablanca“ (1942) und „Der englische Patient“ (1996) zu drehen. Mit der Requisite, den brillant gefilmten Sets und den Schauspielern hat man eigentlich alles richtig gemacht. Doch statt sich auf das Dilemma der Protagonisten zu konzentrieren, die sich zwischen ihrer Liebe und der Loyalität zum Vaterland entscheiden müssen, verliert sich das Drehbuch in der epischen Darstellung des alltäglichen Lebens des Spionage-Paares. So ist „Allied“ am Ende nur ein Liebesfilm unter vielen, der immerhin die Gerüchteküche zum Brodeln brachte.

tsch

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