Sprachlose Gäste

„Alles wird aufgebauscht“: Trump-Anhängerin sorgt für Eklat bei „Markus Lanz“

Trump-Anhängerin Tina Chittom, Mitglied der Organisation "Republican Overseas" ließ sich bei "Markus Lanz" nicht beirren: Für sie hat der US-Präsident angemessen auf die Corona-Pandemie reagiert.
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Trump-Anhängerin Tina Chittom, Mitglied der Organisation „Republican Overseas“ ließ sich bei „Markus Lanz“ nicht beirren: Für sie hat der US-Präsident angemessen auf die Corona-Pandemie reagiert.

Anhängern von US-Präsident Donald Trump wird von politischen Gegnern mitunter vorgeworfen, sie seien resistent gegenüber Fakten.

Mit der Übersetzerin Tina Chittom, Mitglied der Organisation „Republican Overseas“, war am Mittwoch in der Talksendung „Markus Lanz“ ein Trump-Fan zu Gast, der nach Ansicht der anderen Studiogäste diesem Typ nahekommen dürfte.

„Was am Phänomen Trump haben wir hier in Deutschland möglicherweise missverstanden?“, fragte der Gastgeber gleich zu Beginn seiner Sendung. Mit ihrer Einstellung zur Corona-Pandemie lieferte Chittom einen Einblick - in diesem Fall steht sie zu 100 Prozent hinter dem US-Präsidenten. Ihre Einschätzung der Situation? „Das ist einfach der Lauf der Welt. Es gibt so Viren.“ Sowohl Lanz selbst als auch die anderen Gäste verstrickten sich immer wieder in Diskussionen, in denen der Trump-Fan sich auch von Fakten, die mittlerweile als Konsens gelten, keinen Zentimeter von seiner Linie abbringen ließ.

„Ich bin keine Epidemiologin. Das Ganze wird politisiert“, ließ die Trump-Anhängerin dementsprechend verlauten. Angesprochen darauf, dass Trump meistens ohne Maske auftrete und diese somit selbst politisiere, antwortete sie lapidar: „Man weiß ja auch nicht, ob die funktionieren.“ Gastgeber Markus Lanz nahm sich viel Zeit, um Chittom klarzumachen, dass ihre These längst widerlegt sei. Das hielt die Übersetzerin jedoch nicht davon ab, Schweden für seinen Umgang mit der Pandemie zu loben. Auf Gegenargumente, beispielsweise, dass die Nachbarstaaten Norwegen und Finnland ein Zehntel der schwedischen Toten zu beklagen hätten, ging sie nicht weiter ein. Journalist und ZDF-Washington-Korrespondent Elmar Theveßen kommentierte trocken: „Faktisch ist alles, was Sie gesagt haben, falsch.“

„Soll man sich jetzt unter dem Bett verstecken?“

Chittom machte keinen Hehl daraus, dass sie die ganze Diskussion als übertrieben empfindet. „Ich finde, das ist einfach so aufgebauscht.“ Sie sei der Meinung, Maßnahmen zur Eindämmung würden mehr schaden denn helfen. „Einfach so die größte Wirtschaft der Welt zuzumachen, hat schlimmere Konsequenzen.“ Die Republikanerin ist sogar der Meinung, die Pandemie würde langfristig noch mehr Opfer fordern. „Da sterben noch mehr Leute daran“, meinte sie etwa im Hinblick auf verschobene Arzttermine bezüglich anderer Krankheiten. Und ohnehin, wie soll das Leben denn weitergehen? „Soll man sich jetzt unter dem Bett verstecken?“, fragte Chittom rhetorisch.

Dann wurde es in der Runde sogar religiös. Aus Sicht Chittoms sei die gesamte Diskussion um Corona „einfach zu fokussiert auf das jetzige Leben“. Für sie sei die Debatte auch „eine religiös-kulturelle Frage“. Immer wieder kam sie auf Säkularität zu sprechen. So würden säkulare und wissenschaftsgläubige Menschen Corona behandeln, „als wäre das die Pest“. Für die Trump-Anhängerin ist klar, das Virus wird nicht verschwinden: „Es ist auch eine Tatsache, dass wir sterblich sind.“

teleschau

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