ZDF-Talk am Donnerstag

Allein gegen den Rest: Trump-Anhänger verteidigt den US-Präsidenten bei „Markus Lanz“

Unternehmensberater Ralph Freund hatte es am Donnerstag bei "Markus Lanz" als Anhänger von Donald Trump nicht gerade einfach. Der Vizepräsident der "US Republicans Abroad Germany" argumentierte engagiert gegen gleich drei Journalisten an.
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Unternehmensberater Ralph Freund hatte es am Donnerstag bei „Markus Lanz“ als Anhänger von Donald Trump nicht gerade einfach. Der Vizepräsident der „US Republicans Abroad Germany“ argumentierte engagiert gegen gleich drei Journalisten an.

Vor den Augen der Welt fand in der Nacht von Donnerstag auf Freitag die letzte Debatte zwischen dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump und Herausforderer Joe Biden statt.

Wenige Stunden zuvor wurde bereits bei „Markus Lanz“ im ZDF mit Nachdruck über die amerikanische Politik gestritten. Mit seinen Ansichten weitestgehend alleine stand Ralph Freund, der Vizepräsident der „US Republicans Abroad Germany“, da. Für den Unternehmensberater ist Donald Trump nicht Schuld an der Spaltung der amerikanischen Gesellschaft. Viel mehr bezeichnete er dessen Ziele als „honorig“, woraufhin Gastgeber Markus Lanz völlig verdutzt wirkte.

Freund sah sich in der Debatte gleich drei Journalisten gegenüber, die ihm teils vehement widersprachen: Neben Lanz selbst waren mit Klaus Brinkbäumer und Kristina Dunz zwei weitere zu Gast. Dunz erinnerte daran, dass Angela Merkel Trump zu Beginn seiner Amtszeit anbot, auf Basis gemeinsamer Werte zusammenzuarbeiten: Pressefreiheit, Religionsfreiheit und der Kampf gegen Rassismus. „Und all das ist gekommen. Er hat alles in Schutt und Asche gelegt“, so die Journalistin. „Sehr oberlehrerhaft hat sie das gesagt. Wahnsinn“, kommentierte Freund süffisant.

Rote Linien wurden überschritten

Zudem seien die Republikaner nicht mit Trump gleichzusetzen. Doch seine Verteidigung der Partei stieß auf Widerstand. So war Journalist Klaus Brinkbäumer zum Thema gänzlich anderer Meinung: „Die Republikaner haben sich Trump unterworfen.“ Was er mit viel Pathos ausdrücken wollte: Die Parteimitglieder würden alles mittragen, was ihr Präsident von sich gibt, was unter anderem Lügen, Korruption und Gesetzesbrüche auf der einen und Xenophobie und Rassismus auf der anderen Seite beinhalten würde. Brinkbäumer räumte zwar ein, dass Trump aus Repulikaner-Sicht zwar einiges erreicht habe - unter anderem Steuersenkungen - hält aber fest: „Die Partei trägt diesen Präsidenten über Demokratiegrenzen hinweg.“

„Wenn sie was bewegen wollen, müssen sie logischerweise über das Ziel hinausschießen, um etwas zu erreichen. Das wissen wir glaube ich alle“, behauptete Freund. Er betonte zwar, dass er nicht mit Trumps Rhetorik mitgehe und der Präsident „rote Linien“ überschritten habe, die er nicht mitgehen wolle, sagte aber auch: „Jeder Präsident nutzt die Sprache der Zeit.“

Auch darauf, dass Donald Trump in China, welches er sonst gerne scharf kritisiert, mehr Steuern zahlt als im eigenen Land, weist Freund hin. „Erstmal unspektakulär.“ Daraufhin mischt sich Lanz ein: „Ist es nicht abgefahren, dass einer, der Amerika immer nach vorne schiebt, in China 188.000 Dollar Steuern zahlt und zu Hause in Amerika 750?“ Für den Vizepräsidenten der „US Republicans Abroad Germany“ ist daran steuerrechtlich nichts auszusetzen, die politische Bewertung meidet er geschickt. Die übernimmt dafür Klaus Brinkbäumer: „Man sieht, dass das heuchlerisch ist“. Der Journalist wirft Trump ein doppeltes Spiel vor. Einerseits behaupte er, nur er sei gegenüber Peking hart genug, Chinas Macht einzudämmen, andererseits mache er dort diese Steuergeschäfte.

teleschau

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