Parallele Großrazzia im Kreis Goslar

Mit Messer in Kopf gestochen – SEK stürmt Hamburger Hotel und nimmt Clan-Mitglieder fest

Großeinsatz in Hamburg und Niedersachsen: Elitepolizisten des Sondereinsatzkommandos (SEK) stürmen am Dienstagmorgen ein Hotel am Hamburger Flughafen. Zeitgleich finden Großrazzien in und um Goslar (Niedersachsen) statt. Clan-Kriminalität im großen Stil ist der Hintergrund. 

  • SEK stürmt Hotel am Hamburger Flughafen*.
  • Zwei mutmaßliche Clan-Mitglieder werden von der Hamburger Polizei* festgenommen.
  • Zeitgleich werden zwanzig Wohnungen und Geschäfte in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt durchsucht.

Hamburg – Vorzeitiger Checkout für zwei Gäste im Leonardo Hotel auf der Langenhorner Chaussee, nahe des Hamburger* Flughafens. Die Herren werden am Dienstagmorgen, 14. Juli 2020, von einem SEK-Team überrascht und mit Handschellen aus dem Hotel abgeführt. Sie sollen in Gewaltdelikte verwickelt sein, die sich in den vergangenen Monaten unter anderem im Harz abgespielt haben, verwickelt sein.

Name:Sondereinsatzkommando (SEK)
Gründung: 1974, Deutschland
Übergeordnete Behörde: Landespolizei

LKA Niedersachsen veranlasst Festnahmen in Hamburger Hotel und Großrazzia im Harz

Neben dem Einsatz in Hamburg-Langenhorn finden zeitgleich zwanzig weitere Hausdurchsuchungen in und um Goslar statt – darunter in Clausthal-Zellerfeld, Bad Harzbrug, Seesen, Göttingen, Osterode, Salzgitter und Ilsenburg (Sachsen-Anhalt) .

SEK-Einsatz in Hamburg: Die schwer bewaffneten Beamten nehmen am Morgen des 14. Juli 2020 zwei Hotelgäste in Langenhorn fest. (24hamburg.de Bildmontage)

Hintergrund der Großrazzia in Hamburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt seien mehrere Gewaltdelikte, die sich in den vergangenen Monaten ereignet haben. Laut einem Polizeisprecher aus Goslar kümmert sich die Staatsanwaltschaft Braunschweig um die Verbrechen – darunter eine brutale Attacke Ende April in Seesen (Niedersachsen).

Die Polizei Hamburg fahndet zudem aktuell nach einem brutalen Tankstellen-Räuber, wie 24hamburg.de berichtet.

Seesen: Mann wird Messer in Kopf gerammt – SEK-Einsatz in Hamburg-Langenhorn folgt

Am 30. April 2020 kommt es zu einer blutigen Auseinandersetzung in Seesen. Zwischen Hannover* und Göttingen stechen mehrere Täter einem Mann (23) aus Springe ein Messer in den Kopf. Für das Opfer besteht nach der Attacke akute Lebensgefahr. Der junge Mann landet auf der Intensivstation. Die Polizei entdeckt wenig später ein verdächtiges Auto im Oberharz, nimmt die vier Insassen fest. Dann kommen sie allerdings wieder frei – Beweismangel. Aber: Nur wenige Tage nach der brutalen Messer-Attacke findet sich plötzlich eine Menschentraube bei der Familie des Opfers ein. Die Polizei befürchtet eine Racheaktion.

Wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR*) berichtet, sollen die Beteiligten schon im März immer wieder mit Messern, Macheten und Knüppeln aufeinander losgegangen sein.

Nach SEK-Einsatz in Hamburg: Mutmaßlicher Messerstecher aus dem Harz kassiert Haftbefehl

Am Dienstagmittag gibt die Polizei Goslar in einer Pressekonferenz bekannt, dass sich die Razzien und Einsätze an den Standorten in Hamburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gegen dreizehn Beschuldigte, die größtenteils im Landkreis Goslar ansässig sind, richten. Für einen der Verdächtigen habe die Staatsanwaltschaft nun wegen des versuchten Totschlags in Seesen ein Strafverfahren eingeleitet. Der Haftbefehl läuft, noch am Mittwoch soll der mutmaßliche Messerstecher einem Haftrichter vorgeführt werden.

SEK-Einsatz in Hamburg und im Harz: Beamte finden Schlagstöcke, Knüppel und Tabakgemisch

Neben den festgenommenen Personen werden die Beamten auch in den insgesamt 21 durchsuchten Objekten fündig, konfiszieren jede Menge einschlägiges Beweismaterial – darunter Knüppel, Schlagstöcke, Handys, weitere Datenträger und ein ominöses Tabakgemisch im – wie die Polizei Goslar es beschreibt – „mittleren dreistelligen Kilogrammbereich“. Die Beweismittel werden derzeit noch untersucht und ausgewertet. 24hamburg.de berichtet über einen „Schmerz-Kiffer“, der sich auf der Wache der Hamburger Polizei nackt ausziehen musste.

Insgesamt sind die Beamten im Harz zufrieden mit dem Einsatz: „Intensive monatelange Ermittlungen, akribische Vorbereitungen und Kontrollen im öffentlichen Raum haben zu diesem heutigen Erfolg geführt“, sagt Polizeiinspektions-Leiterin Petra Krischker aus Goslar. * 24hamburg.de und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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