Hamburgs Drag Queen betreut Trinker

Olivia Jones klärt auf: Alkoholverbot auf dem Kiez ist Fake News – Draq Queen mit Lizenz zum Saufen

Wegen des rücksichtslosen Cornerns auf den Partymeilen Hamburgs (Schanze und Reeperbahn) steigen die Coronavirus-Infektionszahlen. Die Stadt Hamburg erlässt daher für die Amüsierviertel ein Alkoholverbot. Doch dies gilt nur für den Außer-Haus-Verkauf. Es besteht kein allgemeines Trinkverbot. Drag Queen Olivia Jones auf trinkfester Aufklärungsmission.  

  • Auf der Reeperbahn * und im Schanzelviertel gibt es kein Alkoholverbot.
  • Oliva Jones * schimpft gegen Fakenews und klärt das Missverständnis auf.
  • Partymeilen in Hamburg *, vor allem auf Sankt Pauli und der Schanze dürfen Alkohol ausschenken.

Hamburg Olivia Jones ist richtig wütend. „NEIN, NEIN, NEIN!“, schreibt sie auf Facebook. „Es gibt KEIN ALKOHOL-VERKAUFSVERBOT AUF ST. PAULI!“ Damit hat sie recht. Doch viele Menschen haben die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus-Sars-CoV-2* genau so interpretiert. Das ist ein Missverständnis. Auch am Freitag und Samstag, 14. und 15. August 2020, wird es auf den Partymeilen Hamburgs – der Reeperbahn und der Sternschanze – ganz legal Alkohol zu kaufen geben.

Straße in HamburgReeperbahn
Länge930 m
StädteHamburg

Kein Alkoholverbot auf der Reeperbahn: Hamburger Partymeilen schenken aus – Olivia Jones kämpft gegen Fakenews

Am Samstag, 25. Juli 2020, musste die Polizei eingreifen. Über 20.000 Feierwütige bevölkerten die „Große Freiheit“ an der Reeperbahn. An Mindestabstand war nicht zu denken, nur wenige trugen Masken. Die Beamten sperrten den Platz ab, um zu vermeiden, dass sich noch mehr Menschen dicht an dicht auf der Partymeile drängen. In den Tagen und Wochen darauf stiegen die Infektionszahlen in Hamburg teils dramatisch an.

Olivia Jones kämpft gegen ein Missverständnis. Auf St. Pauli gibt es kein Aloholverbot. (24hamburg.de-Montage)

Der Hamburger Senat* griff hart durch. Bereits am Dienstag, 28. Juli 2020, trafen sich die Regierungsvertreter, um zu beraten, wie das dicht gedrängte Treiben verhindert werden kann. Die Lösung der Politiker: Ein Außer-Haus-Verkaufsverbot von Alkohol zwischen 20 Uhr und 6 Uhr*. Es gilt an Freitagen und Samstagen. Betroffen sind Tankstellen, Kioske und Supermärkte. Aber auch Restaurants und Bars. Und hier kam es zu Missverständnissen.

Kneipen dürfen Alkohol ausschenken: Gäste können im Freien trinken – Verkaufsverbot gilt nur „außer Haus“

Natürlich dürfen Gastronomen mit entsprechender Lizenz immer noch Alkohol ausschenken. Auch am Wochenende. Auch zwischen 20 Uhr am Abend und 6 Uhr am Morgen. Die Gäste dürfen die Getränke sogar vor der Kneipe trinken, wenn die Lokalität einen entsprechenden Außenbereich hat. Verboten ist nur, dass die Bars Alkohol verkaufen, den die Gäste mitnehmen, um ihn beim Cornern zu trinken. Das ist mit „Außer-Haus-Verkauf“ gemeint.

Eine Regelung, die viele missverstanden haben, glaubt zumindest Kiezgröße Olivia Jones, die Til Schweiger einen "geilen Hasen" nannte*. Auf Facebook klärt sie auf: „Wenn Ihr Gäste einer Bar oder eines Restaurants seid (egal ob drinnen oder draußen), im Biergarten, im Theater, gibt es natürlich auch auf St. Pauli Alkohol zu trinken.“ Und weiter: „Kioske, Tankstellen (und auch Wirte) dürfen im Moment an Wochenend-Abenden ‚nur‘ kein Alkohol an (vorbeilaufende) Kunden ‚außer Haus verkaufen‘, um das sog. ‚Cornern‘ zu verhindern.“ Das Missverständnis könne für kleine Kiez-Wirte ein Problem sein.

Außer-Haus-Verkaufsverbot von Alkohol viel diskutiert: Coronavirus-Risiko in geschlossenen Räumen höher

Doch auch über das Verbot selbst wurde viel diskutiert. Denn die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung* informiert, dass die Ansteckungsgefahr unter freiem Himmel – wie eben beim Cornern – geringer sei als in geschlossenen Räumen. Treffen sich die Partygänger stattdessen also einfach zu Hause, könnten die Infektionszahlen sogar steigen.

Schilder weisen in den betroffen Läden darauf hin, dass es keinen Alkohol mehr zum Mitnehmen gibt.

Die Polizei Hamburg* hat mit dem Außer-Haus-Verkaufsverbot gute Erfahrungen gemacht. An den Wochenenden, an denen die Regelung griff (31. Juli und 1. August, sowie 7. und 8. August), stellten die Beamten kaum Verstöße gegen die Hygienemaßnahmen fest und mussten keine Plätze sperren. Auch, weil die Zahl der Menschen drastisch zurückging. Statt der befürchteten 20.000 Partygänger waren nur noch etwa 13.000 auf der „Großen Freiheit“.

Alkoholverbot auf der Reeperbahn nur ein Missverständnis: Olivia Jones lädt zum „betreuten Trinken“ auf St. Pauli

Auch die Fans von Olivia Jones, die jetzt auch in der neuen Sendung „Rekorde der Nordens*“ im NDR* bestaunt werden kann, diskutierten das Verbot sehr lebhaft und bunt. So schreibt eine Userin: „Leute bitte ändert dies, der Kiez muss lachen, sich begegnen auch mit Abstand, der Kiez muss leben.“ Eine Antwort lässt nicht lange auf sich warten: „Solange es nicht wird wie auf dem Ballermann. Ich lebe auf St. Pauli und muss sagen, es hat sich zum Negativen verändert.“ Ein User fasst die Regelung treffend zusammen: „Corner soll unterbunden werden. Kein to-go-Bier von Gaststätten. Die Kids kaufen im Supermarkt Kisten voll Bier oder Weinflaschen und bevölkern dann alle öffentlichen Plätze.“

Olivia Jones, das prominente Sprachrohr der Reeperbahn-Wirte* in der Coronavirus-Krise, schließt ihren Post mit einem Aufruf: „Wenn dieses Missverständnis nicht aufgeklärt wird, wird es besonders für die vielen kleinen Läden unserer geschätzten Nachbarinnen und Nachbarn noch schwerer, diese Zeit zu überstehen“. Ihr Motto: „Auf St. Pauli: Betreutes Trinken erlaubt!“ * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Jonas Walzberg/Axel Heimken/dpa/picture alliance

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