Hamburg und Bremen

Norddeutsche Konzertveranstalter planen Open-Air-Saison ohne Querdenker

In Hamburg und Bremen startet im Juli endlich die Open-Air-Saison. Corona-Leugner und Querdenkern müssen zu Hause bleiben. Die konkreten Pläne im Überblick.

Hamburg – Nach erfolgreicher Generalprobe des Corona-Test-Konzertes in Barcelona mit 5000 Besuchern*, gibt es nun die nächste positive Nachricht: Auch in Deutschland können sich Musik-Fans schon bald auf ihre Lieblingsband freuen – und das live. Während es für Musiker nun also endlich wieder eine Perspektive gibt, bleiben die Open-Air-Tore für ein bestimmtes Gedankengut verschlossen: Konzertveranstalter bieten Querdenkern keine Bühne.

Stadt:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,841 Millionen (Stand: 2019)
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Konzertveranstalter stellen sich solidarisch gegen Corona-Leugner

Als im März die Hamburger Clubs Docks und Große Freiheit 36 als Corona-Leugner* für Negativschlagzeilen sorgten, ging die Karsten Jahnke Konzertdirektion direkt in die Offensive. In einem offenen Brief äußerte das Hamburger* Unternehmen rund um Geschäftsführer Ben Mitha ihren Unmut. „Eine so noch nie dagewesene Aktion“ zeigte klare Haltung gegen Querdenker und verwandtes Gedankengut. Stehen Hamburgs Veranstalter normalerweise im Konkurrenzkampf zueinander, zogen sie hier am selben Strang.

Ab dem 23. Juli gibt es endlich wieder Konzerte in Hamburg – ohne Querdenker.

Doch mit dem offenen Brief will es Ben Mitha nicht belassen. Der Veranstalter möchte Worten Taten folgen lassen. Wenn am 23. Juli 2021 der Hamburger Stadtpark seine Toren zur Open-Air-Saison* öffnet, müssen Querdenker draußen bleiben. Wie der Konzertveranstalter dem Hamburger Abendblatt verkündete, werde er und sein Team keine Musiker buchen, die mit Verschwörungstheorien rund um das Corona-Virus aufgefallen waren.

„Wer behauptet, dass Corona eine weltweite Verschwörung ist oder nur Einbildung, wird von uns nicht gebucht“, so der Konzertveranstalter. Wir tragen schließlich die Maßnahmen mit, damit wir so schnell wie möglich wieder ohne Einschränkungen Konzerte veranstalten können“, so der Konzertveranstalter.

Hamburg: Open-Air-Konzerte nur mit konsequentem Hygiene-Konzept

Dass es in Zeiten der Corona-Pandemie ein besonderes Konzept bedarf, um Konzerte stattfinden zu lassen, liegt auf der Hand. Aufgrund strenger Hygiene-Auflagen müssen die Veranstalter viele Abstriche machen. Eine Maskenpflicht herrscht auf dem ganzen Gelände des Hamburger Stadtparks. Außerdem müssen Konzert-Besucher überprüfen, ob sie Fieber haben. Test-Stationen finden Musik-Fans am Eingang des Stadtparks.

Um den nötigen Abstand einhalten zu können, stehen darüber hinaus verschiedene Einlässe zur Verfügung. „Wir sind natürlich voller Vorfreunde, dass wir jetzt wieder Programm im Stadtpark präsentieren dürfen“, zeigte sich Ben Mitha begeistert.

Bremen: Open-Air-Konzerte auf der Seebühne starten bereits ab dem 2. Juli 2021

Mit einem ähnlichen Konzept geht bereits Anfang Juli die Seebühne in Bremen an den Start. Über 40 Musiker aus allen möglichen Genres geben sich an der „Waterfront“ die Klinke in die Hand. Auch Bremen setzt voll und ganz auf eine deutlich reduzierte Zuschauerkapazität. Sicherheitsabstände zwischen den jeweiligen Reihen sollen eine mögliche Ausbreitung des Corona-Virus minimieren.

Dass die Corona-Pandemie auch so manche kreative Idee fördert, zeigte zuletzt der „Club 100“ in Bremen mit seinem Konzept-Format für Live-Auftritte*. Doch sowohl für Musiker als auch Veranstalter war dies auch nur ein weiterer Notnagel. Auch wenn die Vorzeichen nicht die besten sind – die Vorfreunde auf die Open-Air-Saison ist für Veranstalter, Musiker und ihre Fans riesengroß. *24hamburg.de, nordbuzz.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir berichtet, dass Künstler mitunter bereit sind, auf Teile ihrer Gage zu verzichten. Richtig ist, dass Konzerte aktuell oft nur mit finanziellen Einbußen möglich sind. Wir haben die entsprechende Passage entfernt.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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