Umstrittene Sanierung

HVV: U3-Sperrung in Hamburg entfacht mega Debatte unter Fahrgästen

Die U-Bahn-Linie 3 wird in der Hamburger Innenstadt für 14 Monate gesperrt. Grund dafür sind Sanierungsarbeiten. Einige HVV-Kunden sind deswegen sauer.

  • Hamburger Verkehrsbund (HVV)* kündigt Sanierungsarbeiten der beliebten Strecke U3 an.
  • 14 Monate lang werden Stationen in der Hamburger* Innenstadt nicht angefahren.
  • Einige Hochbahn-Kunden reagieren empört auf das Vorgehen.

Hamburg – Sie gilt als eine der beliebtesten U-Bahn-Strecken der Stadt: die über 100 Jahre alte Linie U3. Als Ringlinie verbindet sie die Innenstadt mit dem Hamburger Norden und vielen weiteren relevanten Stationen in der Hansestadt, darunter die Landungsbrücken*, St. Pauli* oder den Hamburger Hauptbahnhof*. Nun soll die U-Bahn-Linie für insgesamt 14 Monate im Innenstadtbereich dicht gemacht werden.

UnternehmenHamburger Verkehrsverbund
Kundenservice040 19449
CEODietrich Hartmann (2011–)
RechtsformGmbH
Gründung29. November 1965
HauptsitzHamburg
EigentümerHamburg

HVV: U-Bahn-Linie 3 wird in Hamburg für 14 Monate gesperrt – Stationen in Hamburgs Innenstadt dicht

Wie die Hochbahn ankündigte, sei der Streckenabschnitt zwischen den Stationen Baumwall und Hauptbahnhof Süd von der Sperrung betroffen. Wegen Sanierungsarbeiten werden außerdem die Haltestellen Mönckebergstraße, Rathaus und Rödingsmarkt für 14 Monate nicht angefahren. Schon ab dem 1. Februar 2021 soll es losgehen, ein Ende ist etwa Ende März 2022 geplant.

Hamburgs beliebte U-Bahn-Linie U3 wird für 14 Monate im Innenstadtbereich gesperrt. (24hamburg.de-Montage)

Wie die Hochbahn mitteilt, sei es Ziel des Projekts, so viele Maßnahmen wie möglich zu bündeln, um die lange Betriebspause optimal auszunutzen. „Herzstück des Projekts ist die vollständige Erneuerung des U-Bahn-Trogs, also des Tunnelausgangs der U3, am Mönkedamm“, heißt es. Er soll abgebrochen und durch einen kompletten Neubau ersetzt werden. Verrottete Eichpfähle und Wasser im U-Bahn-Tunnel machen diese Sanierung notwendig. Geplant seien nun 120 Mikro-Pfähle aus Stahl. Im Zuge der Arbeiten muss das Mönkedammfleet trockengelegt werden. Insgesamt fließen in diese Sanierungsarbeiten rund 60 Millionen Euro.

Hamburg: HVV-Stationen sollen außerdem barrierefrei gestaltet werden

Neben der Sanierung der heruntergekommenen Tunnel wird auch die Haltestelle Rödingsmarkt sowie die Brücke über der Willy-Brandt-Straße überarbeitet. Hinzu kommt, dass die Haltestellen Rathaus und Mönckebergstraße barrierefrei gestaltet werden sollen. Die Bauarbeiten hierfür laufen bereits.

„In der Bauzeit, deren Länge durch die Trogsanierung vorgegeben ist, setzen wir alle Maßnahmen um, die ansonsten in den kommenden Jahren angefallen wären“, erklärte Jens-Günter Lang aus dem Technik-Vorstand der Hochbahn. Allein für den barrierefreien Ausbau der Rathaus-Station investiert die Hochbahn rund 10 Millionen Euro, für die Haltestelle Mönckebergstraße sind 16 Millionen Euro vorgesehen. Im Zuge dieser Maßnahmen muss auch die Mönckebergstraße für den Zeitraum von März bis August über der Erde abgesperrt werden.

Hamburg: Sperrung der Strecke U3 – HVV nennt Alternativen für Nutzung der U-Bahn

Ein Ersatzverkehr mit Bussen plant die Hochbahn für die Zeit der Sperrung nicht. „Es macht an der Stelle einfach keinen Sinn, parallel auf der Steinstraße eine weitere Ersatzlinie zu fahren, weil das Bus-Angebot einfach so dicht und gut ist, in so kurzem Takt“, sagte Lang. Stattdessen empfiehlt das Unternehmen, auf Busse im Innenstadtbereich auszuweichen oder frühzeitig in andere U-Bahnen oder S-Bahnen zu steigen. Wer aus dem Osten kommt und die U3 nutzt, kann am Hauptbahnhof umsteigen. Aus Westen kommend bietet sich ein Umstieg an den Landungsbrücken an.

HVV: Sperrung der U3 sorgt für Debatte auf Facebook und Twitter – Kunden teilweise empört

Gerade in den sozialen Medien entfacht die Sperrung der U3 eine Debatte unter den Kunden und Kundinnen der Hochbahn. Kritiker argumentieren, dass der Zeitpunkt für die Sanierungsarbeiten ungünstig gewählt sei. „Und das jetzt in der Zeit von Corona!? Noch weniger Beförderungsmöglichkeiten. Es ist jetzt schon eine Katastrophe und total beengt!“, kommentiert ein User auf Facebook unter einem Beitrag der Hochbahn. Auch auf Twitter äußert eine Kundin Bedenken: „Die S-Bahn ist keine Alternative und schon gar keine gute. Die eh schon alltäglichen Störungen werden sich durch mehr Fahrgäste erhöhen. Und während einer Pandemie sind vollbesetzte Innenstadtbusse auch keine gute Alternative“.

Bei vielen Fahrgästen stoßen die Maßnahmen der Hochbahn aber auch auf Akzeptanz, beispielsweise der barrierefreie Ausbau der Stationen. „Ich freue mich sehr darüber, dass alles jetzt auch behindertengerecht ausgebaut wird. Das ist besonders für meine Freundin eine große Erleichterung, weil sie zeitweise einen Rollstuhl braucht“. Viele betonen auch den Aspekt der Sicherheit: „Ich weiß nicht, warum Leute immer meckern, ist denn nicht Sicherheit das wichtigste, und ob sie es jetzt oder nächstes Jahr oder danach das Jahr machen wird wahrscheinlich keinen Unterschied machen“, schreibt beispielsweise ein Kunde.

Ein weiteres Mega-Projekt der Hamburger Hochbahn ist der Bau der neuen Linie U5, der besonders bei Umweltschützern auf Kritik stößt.* *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte /dpa & Angelika Warmuth/dpa

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