Atemnot, Gliederschmerzen, Dauer-Erschöpfung

Corona-Langzeitfolgen: „Kann noch immer nicht laufen“ – Hamburgerin (34) nach Genesung auf Rollator angewiesen

Ein knappes halbes Jahr nach den ersten Coronainfektionen in Deutschland nehmen viele das Coronavirus auf die leichte Schulter. Doch mittlerweile gibt es erste Studien zu Langzeitfolgen – und die sind mitunter fatal, wie zwei Fälle aus Hamburg zeigen.

  • Alexandra Kannich ist erst 34 Jahre alt und geht nun am Rollator.
  • Sie lag zwölf Tage im Koma.
  • Torsten Steinbeek ist gefühlt nur noch halb so leistungsfähig wie vor der Coronavirus-Infektion.

HamburgAlexandra Krannichs Coronavirus-Infektion liegt schon mehr als zwei Monate zurück. Mit den Konsequenzen muss die erst 34 Jahre junge Frau sich allerdings noch jetzt herumschlagen. Das Virus hat ihren Körper so sehr geschwächt, dass sie sogar zwölf Tage im Koma lag und beatmet werden musste.

Name:Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Adresse: Martinistraße 52, 20251 Hamburg
Öffnungszeiten: Rund um die Uhr geöffnet
Telefon: 040 74100
Mitarbeiter: 10.944
Dekan: Uwe Koch-Gromus

Coronavirus und seine Langzeitschäden: Hamburgerin (34) geht jetzt am Rollator

Die Mittdreißigerin kann momentan trotz offizieller Genesung nicht mehr arbeiten. Selbst ein kurzer Spaziergang fällt ihr schwer. Und: Sie geht jetzt am Rollator. Kein Scherz: „Ich habe jetzt extra einen Rollator, wo ich mich auch mal hinsetzen kann zwischendurch. Es geht immer ein bisschen besser, aber ich kann immer noch nicht lange laufen“, sagt sie im Gespräch mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR*).

Corona-Langzeitfolgen: Hamburgerin leidet nach Genesung an Erschöpfung, Atemnot und Gliederschmerzen

Doch es sind nicht nur die problemlosen Spaziergänge, die der 34-Jährigen nach der Infektion mit dem Coronavirus fehlen. Sie leidet trotz Genesung noch an viel schlimmeren Symptomen. Neben der dauerhaften Erschöpfung hat Alexandra Krannich mit Gliederschmerzen und Atemnot zu kämpfen.

Hamburgerin Alexandra Krannich geht seit ihrer Corona-Infektion am Rollator. (24hamburg.de-Montage)

Coronavirus-Langzeitschäden: Studie aus Italien zeigt Gliederschmerzen, Atemnot und Erschöpfung

In Italien, wo das Coronavirus besonders stark verbreitet war, zeigt eine erste Studie, dass rund 87 Prozent der Patienten auch noch nach der Genesung mindestens eins der drei Symptome Erschöpfung, Atemnot oder Gliederschmerzen aufweisen. Diese Personen haben wie Alexandra Krannich aus Hamburg* längere Zeit im Krankenhaus gelegen.

Alexandra Krannichs Leben hat sich drastisch verändert. Nach der Infektion musste sogar ihre Mutter bei ihr einziehen, um sie im Alltag zu unterstützen. „Wir hoffen, dass sie sich weiterhin stabilisiert und dass sie irgendwann dann auch wieder ein ganz normales Leben führen kann“, sagt Mutter Gudrun Krannich dem NDR.

Hamburger UKE-Direktor Professor Stefan Kluge ist überrascht von Corona-Langzeitfolgen

Der schwere Verlauf von Alexandra Krannichs Corona-Infektion ist auch für die Mediziner ein Schock: „Das ist für mich schon überraschend, dass die Coronavirus-Patienten häufiger Folgeerscheinungen und Komplikationen hat“, sagt Klinikdirektor des Uniklinikums Eppendorf (UKE) in Hamburg Prof. Stefan Kluge.

Auch in Oberbayern hat es bei einem Sportlehrer und Familienvater einen heftigen Corona-Rückfall gegeben, wie „merkur.de“ berichtet.

Nach Corona-Genesung: Sportler mit 50 Prozent weniger Leistungsfähigkeit

Auch Torsten Steenbeck kann von Corona-Langzeitfolgen ein Liedchen singen. Der 62-Jährige muss laut seiner Frau Dana Steenbeck gefühlt die Hälfte seiner gewohnten Lebensenergie und Leistungsfähigkeit einbüßen – obwohl seine Coronainfektion schon drei Monate zurückliegt. Vor der Krankheit war er leidenschaftlicher Ausdauersportler. Jetzt macht ihm schon eine kleine Treppe schwer zu schaffen. Seine Ehefrau ist alarmiert: „Der Zustand zu normal, zu früher, den würde ich jetzt so auf 50 bis 60 Prozent Leistungsfähigkeit einschätzen.“

Coronavirus kann neurologische Langzeitfolgen haben

Am Abend ist Torsten Steenbeck schon viel früher müde als vor der Infektion mit dem Coronavirus. Anders als Alexandra Krannich leidet der 62-Jährige insbesondere an neurologischen Folgen. „Das mit dem Zwiebelschneiden hat auch schon mal besser geklappt“, bekundet er im NDR. Er kann seine Finger nicht mehr so gut bewegen. Zudem verspüre er oft „Stiche im Kopf“.

Alexandra Krannich hatte das Coronavirus auf die leichte Schulter genommen. Das sieht sie heute anders. Die 34-Jährige hofft, im Herbst wieder arbeiten zu können. 24hamburg.de berichtet auch über die Pläne des Hamburger Senats, die Hansestadt sicher durch die Corona-Krise zu führen. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

Rubriklistenbild: © NDR-Screenshot

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