Fahren im Aquarium

Corona-Band macht die Flatter: Trennscheiben schützen Hamburgs Busfahrer – vorne einsteigen möglich

Plastikscheiben zwischen Busfahrer und Fahrgästen sollen das Infektionsrisiko minimieren. In Hamburg und Schleswig-Holstein werden die Busse entsprechend ausgerüstet. Auch für die Fahrgäste ändert sich einiges. 

  • In Hamburg* dürfen Busfahrer künftig hinter Plastikscheibe sitzen.
  • Entgegen ersten Plänen, werden Verkehrsmittel jetzt zusätzlich desinfiziert.
  • Trotz Coronavirus-Sars-CoV-2*: Vorne einsteigen wieder möglich.

Update vom Montag, 22. Juni 2020, 11:20 Uhr: Hamburg – Jetzt arbeiten die ersten HVV-VHH-Busfahrer hinter einer Trennscheibe. Etwa 1.000 Busse sind im Hamburger Nahverkehr im Einsatz. Zehn Prozent davon haben bereits eine Scheibe. Die restlichen sollen bis Ende August umgebaut sein, wie Christoph Kreienbaum, Sprecher der Hamburger Hochbahn, im Interview mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) erläutert.

UnternehmenHamburger Hochbahn
VorstandHenrik Falk (Vorsitzender); Claudia Güsken; Helmut König; Jens-Günter Lang
Mitarbeiter5.300
GründerSiemens
Gründung27. Mai 1911, Hamburg
EigentümerHamburg (100%)
TochterunternehmenHADAG Seetouristik und Fährdienst

Hamburg-HVV: Busse bekommen Trennscheibe vor Fahrer, Kampf gegen Coronavirus-Sars-CoV-2, vorne einsteigen wieder möglich

Die Scheiben sollen die Fahrer vor einer Infektion mit dem Coronavirus-Sars-CoV-2* schützen und gleichzeitig den Service für die Fahrgäste erhöhen. Sind Busse mit diesen Trennscheiben ausgestattet, können die Fahrgäste wieder vorne einsteigen und auch Karten kaufen. Eine Pflicht, vorne einzusteigen, gäbe es aber nicht, wie Christoph Kreienbaum betont.

Hamburgs Busfahrer bekommen eine Trennscheibe zwischen sich und den Fahrgastraum. Die soll vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen. (24hamburg.de-Montage)

Durch die Trennscheibe erhöhe sich außerdem das Sitzplatzangebot, wie der Sprecher der Hamburger Hochbahn erklärt. Schließlich werde das Flatterband, das aktuell als Absperrung zum Fahrer dient, weg. Dreißig Busse könne das Unternehmen pro Tag umbauen, was bedeute, dass noch etwa 30 Werktage benötigt werden, bis alle Fahrzeuge entsprechend ausgerüstet sind. Die Maßnahme kostet etwa 1,5 Millionen Euro.

Wichtig ist, dass die Trennscheibe andere Vorschriften nicht überflüssig macht. Ein Mund-Nasen-Schutz werde in Hamburgs öffentlichen Personen-Nahverkehr auch weiterhin Pflicht bleiben, so Christoph Kreienbaum

Unsere Busfahrer müssen in die Tupperdose: Plastikboxen für ÖPNV-Helden

Ursprungsmeldung, vom 29. Mai 2020 In Hamburg und Schleswig-Holstein sollen die Busfahrer zukünftig hinter Plastikscheiben arbeiten. So soll es Fahrgästen möglich sein, wieder vorne einzusteigen. Seit Ausbruch des Coronavirus-Sars-CoV-2*, seit 14. März 2020, dürfen die nur noch hinten und in der Mitte den Bus betreten. Die vordere Tür bleibt geschlossen. Tickets können im Bus gar nicht mehr gekauft werden. Jetzt sollen die Busfahrer hinter Plastikscheiben arbeiten, damit das Angebot wieder attraktiver wird. Zusätzlich werden ab Dienstag, 2. Juni, Hygieneteams im Einsatz sein, um die Verkehrsmittel zu desinfizieren.

UnternehmenHamburger Verkehrsverbund
Kundenservice040 19449
ZentraleHamburg
CEODietrich hartmann (2011-)
EinzugsbereichMetropolregion Hamburg
Gründung29. November 1965

Hamburger Verkehrsverbund setzt Busfahrer hinter Plastikscheiben: Maßnahme gegen Coronavirus-Sars-CoV-2

Die Busfahrer sind die Helden der Coronavirus-Pandemie. Sie sind es, die das öffentliche Leben am Laufen halten. Gegen alle Widrigkeiten. Laut einer Umfrage des Mobility Institute Berlin glauben 56 Prozent aller Europäer, dass man sich nirgends leichter mit dem Coronavirus-Sars-CoV-2 ansteckt als im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

In Sinsheim/Baden-Württemberg ist die Umrüstung schon erfolgt: Busfahrer hinter Plastikscheiben.

Per Smartphone-Tracking-Daten wertete das Institut das Mobilitätsverhalten in Deutschland aus. Ergebnis: wegen Home-Office-Dienst legen die Deutschen im Schnitt nur noch halb so viele Kilometer am Tag zurück. Dazu heißt es in der Studie: „Die Daten zeigen außerdem eine klare Verschiebung der Verkehrsmittelwahl. Das Fahrrad hat seinen Modal-Split-Anteil verdreifacht und ist damit das Verkehrsmittel der Stunde.“

Dramatischer Einbruch bei Fahrgastzahlen – Milliardenverlust für ÖPNV droht

Kein Wunder, dass sich in der Krise das Geschäftsmodell auflöst. Das McKinsey Center for Future Mobility hat vorgerechnet, dass der deutsche ÖPNV einen Rückgang zwischen 70 und 90 Prozent bei den Fahrgastzahlen erwarten muss. Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen glaubt, dass die Einnahmen zwischen März und Dezember um bis zu sieben Milliarden Euro einbrechen.

Doch die Bürger in Hamburg und Schleswig-Holstein brauchen einen funktionierenden ÖPNV. Gerade Personen in Krankenpflege und Erziehung sind auf ihn angewiesen. Deswegen haben die Landesregierung auch schnell reagiert und gleich zu Beginn ein Konzept erarbeitet, dass die Nutzung von Bus und Bahn ermöglicht. Masken sind Pflicht und vorne darf nicht eingestiegen werden. Dazu kommen regelmäßige Durchsagen, um die Fahrgäste an eben jene Regeln zu erinnern.

Bus als Coronavirus-Schleuder? Hygieneteams sollen Fahrzeuge desinfizieren

Um auf den Milliarden-Ausfällen und dem schlechten Image als Coronavirus-Schleuder nicht sitzen zu bleiben, erweitern Hochbahn und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) jetzt ihre Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus-Sars-CoV-2: Die Busfahrer kommen hinter eine Plastikscheibe, wie der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) mitteilt. In den kommenden Wochen laufe noch eine Testphase, anschließend würden die Umbaumaßnahmen beginnen.

Eben noch die Coronavirus-Helden jetzt werden sie in fahrende Tupperdosen gesteckt. In allen Linienbussen soll zukünftig eine Plastikscheibe den Busfahrer von den Fahrgästen trennen. So soll es möglich sein, dass ÖPNV-Kunden wieder vorne einsteigen können. Außerdem erhöht sich die Zahl der nutzbaren Sitzplätze, weil der vordere Bereich nicht mehr mit Absperrband blockiert werden müssen.

Wie ist ihre Meinung zum Service des HVV?

Nach Angaben des HVV sind die Fahrgastzahlen aktuell halb so hoch wie vor der Coronavirus-Krise. Selbst diese Katastrophen-Bilanz ist allerdings schon ein Erfolg und eine deutliche Steigerung im Vergleich zu Ende März. Um die Zahlen weiter zu erhöhen, werden ab Dienstag, 2. Juni, Hygieneteams in Hamburg unterwegs sein. Sie sollen den Innenraum von Bus und Bahn desinfizieren.

Bislang hat sich der HVV geweigert seinen üblichen Putzplan zu erweitern. Der sah bislang eine tägliche Reinigung und eine Grundreinigung alle drei Wochen vor. Da sich das Coronavirus-Sars-CoV-2 per Tröpfcheninfektion verbreite, sahen die Verkehrsbetriebe keinen Anlass, die Maßnahmen auszuweiten, wie es im Blog des HVV hieß. Eine Meinung, die sich geändert hat. // Quelle: 24hamburg.de

* 24hamburg.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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