Wiederöffnung nach Corona

Fischmarkt Ahoi! Endlich wieder Fischbrötchen an der Elbe

Seit Mitte März mussten die Hamburger auf ihren geliebten Fischmarkt verzichten. Doch damit ist bald Schluss: Das Wahrzeichen an der Elbe soll seine Türen wieder öffnen.

  • Fischmarkt in Hamburg*-Altona darf nach Coronavirus*-Pause wieder öffnen.
  • Händler befürchteten bereits die Pleite.
  • Wiedereröffnung: so geht es jetzt mit dem Altonaer Fischmarkt an der Elbe* weiter.

Update vom 2. Juli 2020, 07:58 Uhr: Hamburg/Altona – Schon bald dürfte wieder Leben in den mittlerweile noch ausgestorbenen Altonaer Fischmarkt einkehren. Dank der Corona-Lockerungen des Hamburger Senats* vom Mittwoch, 1. Juli, sind Großveranstaltungen unter Auflagen jetzt wieder erlaubt. Das dürfte vor allem die Händler freuen, die aufgrund der Zwangspause bereits um ihre Existenz bangten, 24hamburg.de* berichtete. Auch die Wiederaufnahme der Kreuzschifffahrt ist gut fürs Geschäft*.

StadtteilAltona-Altstadt
Fläche2,8 km²
BezirkBezirk Altona
Einwohner29.169 (31. Dez. 2019)
Einwohnerdichte10.418 Einwohner/km²

Wie der NDR zuerst berichtet hat, teilte eine Sprecherin der Wirtschaftsbehörde am Mittwoch mit, dass Messen und Flohmärkte in Hamburg wieder stattfinden dürfen - das gelte auch für den Fischmarkt in Altona. Wann und wie der Markt genau wieder öffnen wird, ist noch nicht geklärt. Fest steht aber, dass auch dort weiterhin die Coronavirus-Hygieneregeln und die Maskenpflicht* gelten.

Unter Umständen könne es noch eine Weile dauern, bis der Altonaer Fischmarkt wieder öffne, da erst noch ein Konzept erarbeitet werden muss, welches das Bezirksamt Altona zurzeit erstellt. Viele Einzelheiten und Abläufe müssten abgeklärt werden, damit der Fischmarkt den Vorschriften der Sozialbehörde entsprechend wieder öffnen kann. Das teilte eine Sprecherin gegenüber dem NDR mit.

Schon bald könnten die Hamburger wieder Fischbrötchen an der Elbe genießen: Der Altonaer Fischmarkt darf wieder öffnen (24hamburg.de-Montage)

Wiedereröffnung vom Altonaer Fischmarkt – Umzug statt Corona-Aus

Update vom 19. Juni 2020, 18:37: Hamburg/Altona – Der Altonaer Fischmarkt hat bereits seit Mitte März aufgrund der Coronavirus-Pandemie geschlossen. Noch bis Ende Juni bleibt der Markt mindestens dicht. Zuletzt zeigte das Bezirksamt Altona wenig Bestreben an einer Wiedereröffnung des Fischmarkts, die Zukunft der Hamburger Institution sah somit sehr düster aus. Doch die SPD-Fraktion in Altona will die Wiederöffnung jetzt beschleunigen und liefert ein Konzept dafür.

Altonaer Fischmarkt: SPD will das Wahrzeichen an Hamburgs Elbe auf andere Stadtteile ausweiten

In einem Antrag an das Bezirksamt Altona will die SPD-Fraktion fordern, die Fläche des Fischmarkts auf andere Stadtteile auszudehnen. Das berichtet die „Mopo". In einer Mitteilung der Fraktion erkläre Andreas Bernau, Abgeordneter der SPD-Fraktion in Altona: „Um den Fortbestand des Fischmarktes zu sichern, gilt es, neue Wege einzuschlagen. Wir wollen möglichst vielen Marktbeschickern sonntags die Gelegenheit zu geben, ihre Marktstände zu öffnen“.

Deshalb sei die Idee der Partei, die Fläche des Fischmarktes zu auszuweiten. Stände, die nicht auf das Marktgelände passen, sollten -beginnend vom Altonaer Fischmarkt- vereinzelt in Reihe auf öffentliche Plätze umgesiedelt werden. Diese könnten zum Beispiel der Altonaer Balkon, der Bahnhof Altona oder der Strandweg sein. Der Erhalt des Fischmarkts läge der SPD-Fraktion in Altona sehr am Herzen: „Es gehe hierbei um nicht weniger, als um die Rettung eines Stückes Altonaer Geschichte“, sagt Andreas Bernau. Bei der Sitzung des Hauptausschusses am 9. Juli wolle die SPD-Fraktion den besagten Antrag an das Altonaer Bezirksamt stellen.

Fischmarkt-Stände am Strandweg in Blankenese? Die SPD-Fraktion aus Altona kann sich das vorstellen. (24hamburg.de-Montage)

Corona-Stop am Hamburger Fischmarkt: „Es ist eine Kata­strophe!“

Update vom 12. Juni 2020, 15:40 Uhr: Es scheint zäh voranzugehen, mit einer schnellen Wiederöffnung des Fischmarkts in Hamburg nicht wirklich zu rechnen, nun gibt es erste Ergebnisse. Der Hamburger Fischmarkt in Altona bleibt vorerst bis Ende Juni geschlossen, das berichtet das Hamburger Abendblatt (Bericht hinter Bezahlschranke). Dann wollen die Beteiligten der Fachbehörde, des Schaustellerverbandes und des Verbraucherschutzamtes über eine Lösung für den Fischmarkt beraten. Doch selbst, wenn die Wiedereröffnung Ende Juni beschlossen wird, dauere es weitere zwei Wochen bis zur tatsächlichen Umsetzung, so das „Abendblatt“. Immerhin: Der Hamburger kommt in Schwung. Ende Juni 2020 legt das erste Kreuzfahrtschiff seit Ausbruch des Coronavirus-Sars-CoV-2 ab.

Hamburg-Fischmarkt: Das Wahrzeichen an der Elbe geht Pleite – keine Öffnung in Sicht

Von einer Rückkehr zur Normalität könne man hier ohnehin nicht reden, eher einem Fischmarkt mit vielen Kompromissen: „Wie dieser aussehen wird, kann derzeit keiner sagen“, so Sabine Nolte, kommissarische Pressesprecherin des Bezirks Altona gegenüber dem „Abendblatt“. Die Händler scheinen unterdessen an dem langsamen Tempo der Verhandlungen zu verzweifeln: „Es ist eine Katastrophe!“ meint Marktbeschicker Rainer Raeder. „Unsere Vorschläge etwa eines halb so großen Marktes mit wöchentlichem Wechsel der Händler werden gar nicht aufgenommen. Er wisse von Händlern, die die Kosten für ihre Verkaufswägen nicht mehr wuppen könnten.

Kritik geht vor allem an die rot-grüne Koalition: „Meiner Ansicht nach war Rot-Grün in Hamburg zu lange mit sich selbst beschäftigt. Die Koalitionsverhandlungen haben den Blick auf die Realität vermissen lassen.“, so Raeder. Der Vorschlag der Fischmarkt-Händler, ein Hygienekonzept zu erarbeiten, um den Fischmarkt zumindest in eingeschränkter Form wieder zu öffnen, wurde vom Bezirksamt Altona aufgrund nicht tragbarer Kosten abgelehnt. Somit sieht die Zukunft des Fischmarkts derzeit mehr als düster aus.

Hamburger Fischmarkt vor dem Aus: Händler fürchten Horror-Pleite

Erstmeldung vom 27. Mai 2020, 16:21: Hamburg - Zwischen Elbe*, Reeperbahn* und Landungsbrücken* liegt Hamburgs historisches Herzstück: der Altonaer Fischmarkt. Hier treffen Nachteulen, Touristen, Fischliebhaber und Händler aufeinander - meist dicht an dicht gedrängt. Wer da Coronavirus-Abstandsregelungen* will, steht auf verlorenem Posten. Daher hat der Fischmarkt auch geschlossen - obwohl Wochenmärkte in Hamburg längst wieder geöffnet haben. Händler schreien sinnbildlich ins Leere - denn ihre Forderungen, den Fischmarkt wieder zu öffnen, wurden noch nicht umgesetzt.

Altonaer Fischmarkt in Hamburg in der Coronavirus-Krise: Händler wie Aale-Dieter fürchten Pleite

Reguläre Wochenmärkte haben in Hamburg schon längst wieder ihren Betrieb aufgenommen, der Altonaer Fischmarkt hingegen nicht. Der Grund: Veranstaltungen, welche die Grenze von 1.000 Besuchern überschreiten, fallen bis Ende August 2020 aus. Das Bezirksamt Altona hat den Hamburger Fischmarkt allerdings erst einmal nur bis Ende Mai abgesagt – das berichtet Zeit Online. Ob der Fischmarkt dann im Juni wieder öffnet, sei ungewiss. Am Donnerstag, 28. Mai, wolle die Behörde darüber beraten.

Aus Sicht der Fischmarkt-Händler ist die Schließung des Fischmarkts höchst problematisch. Fischmarkt-Urgestein Aale-Dieter zum Beispiel steht seit etwa 60 Jahren sonntags an seinem Stand und verkauft Fische, für ihn sei das „sein Elexier“, verrät er gegenüber Zeit Online. „Die Kosten laufen weiter und es geht nichts.“

Er sehe keine Probleme darin, den Fischmarkt trotz Coronavirus-Pandemie wieder zu öffnen - die Besucher könnten Abstände einhalten, wie sie es auch bei den Wochenmärkten täten. „Dann kommt einer nach dem anderen ran – das ist doch kein Problem. Und dann kann man auch einen lustigen, schönen Schnack halten: Naa, mien lütten, mien seuten? Das ist ja bei mir sowieso nicht mehr das große Gebrülle.“ 

Altonaer Fischmarkt in Hamburg: Vom Massen-Event zum überschaubaren Wochenmarkt?

Der Altonaer Fischmarkt ist stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen, Händler fürchten das Aus. (24hamburg.de-Montage)

Ähnlich sieht das Marktbeschicker Klaus Moritz, der Vizepräsident beim Landesverband des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg (LAGS). Er selbst verkauft Fisch auf verschiedenen Märkten, der Fischmarkt bringt ihm etwa ein Drittel seines Umsatzes ein. Im Gespräch mit Zeit Online erzählt er, wie er sich die Zukunft des Altonaer Fischmarkts in Zeiten der Coronavirus-Pandemie vorstellen kann.

Den Fischmarkt weiterhin als Massen-Veranstaltung durchzuführen sei nicht denkbar, allerdings könnte man ihn zu einem normalen Wochenmarkt umfunktionieren, findet er. „Wir möchten gerne, dass das Ding langsam wieder erwacht.“ Es würde sich besonders deshalb anbieten, weil in Hamburg ohnehin gerade kaum Touristen seien. „Im Moment wird auf dem Fischmarkt, selbst wenn er morgen wieder stattfindet, ganz wenig los sein.“ 

Klaus Moritz wurde bereits aktiv und erarbeitete einen Entwurf, mit dem er dem Bezirksamt Altona Vorschläge macht, wie der Altonaer Fischmarkt in Zukunft aussehen könnte. Seine Idee: größere Distanzen zwischen den Ständen, breitere Wege und der Fokus auf Lebensmittel. Außerdem: Kein Marktgeschrei, damit keine größeren Ansammlungen von Menschen entstehen. Doch dann wird der Fischmarkt auch ein ganz anderer sein, als man ihn kennt: ohne Geschrei und Gedränge, ohne Touristen und ohne angetrunkene Partygänger.

Eins ist klar: Es sind stürmische Zeiten für den Altonaer Fischmarkt - auch wenn er bereits so einigen Fluten und Überschwemmungen* standgehalten hat. Doch die Corona-Welle könnte deutlich größere Schäden anrichten, es es den Händlern des Altonaer Fischmarkts lieb ist.

Quelle: 24hamburg.de

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