Lauterbach-Vorschlag

Corona-Lockdown Hamburg: Polizei darf Wohnungen kontrollieren

Darf die Polizei Hamburg während des Corona-Lockdowns meine private Wohnung durchsuchen? Bei Verdacht auf Corona-Regel-Verstoß sind Kontrollen zulässig.

  • Über Weihnachten und Silvester gilt ein harter Lockdown.
  • Coronavirus*-Neuinfektionen sollen damit eingedämmt werden.
  • So will Polizei Hamburg* dann Kontrollen durchführen.

Update vom 22. Dezember 2020, 09:15 Uhr: Über die Weihnachtsfeiertage werden die Corona-Regeln etwas gelockert. Dann dürfen sich mehr Personen als bisher treffen* und gemeinsam beisammensitzen. Partys sollen aber weiterhin strikt unterbunden werden. Deshalb wird die Hamburger Polizei an Weihnachten mit reichlich Personal im Einsatz sein.

Willkürliche Wohnungskontrollen sollen aber weiterhin nicht durchgeführt werden. „Wir werden nicht durch die einzelnen Wohnstraßen gehen und uns an die Scheiben stellen und gucken, wie viele Menschen unter dem Tannenbaum sitzen“, sagte Polizeisprecherin Sandra Levgrün im Hamburg Journal. Vielmehr werde die Hamburger Polizei Hinweisen nachgehen und dann gegebenenfalls Partys auflösen, wie 24hamburg.de berichtete.

Stadt in DeutschlandHamburg
Fläche755,2 km²
Bevölkerung1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Vorwahl 040
BezirkHarburg

Hamburg: Darf die Polizei im Corona-Lockdown Wohnungen kontrollieren?

Hamburg* – Der zweite Lockdown ist beschlossen*. Ab Montag, 2. November 2020, fährt das öffentliche Leben in Hamburg stark runter. Das Ziel: Corona-Neuinfektionen sollen durch die Reduzierung sozialer Kontakte so gut es geht minimiert werden. Wie will die Polizei Hamburg der neuen Corona-Regeln kontrollieren?

Coronavirus in Hamburg: Führt Polizei jetzt Wohnungskontrollen durch? Lockdown ändert einiges

Restaurants sollen schließen, außerdem Bars, Kneipen und Cafés. Auch Kinos, Theater, Fitnessstudios und Massagepraxen machen während des zweiten Lockdowns in Hamburg dicht. Ebenfalls wurden neue Kontaktbeschränkungen von Bund und Ländern beschlossen: So dürfen sich nur noch zehn Personen aus maximal zwei Haushalten treffen. Die neuen Coronavirus-Maßnahmen stoßen in der Hansestadt auf durchwachsenes Feedback – insbesondere in der Gastroszene*.

Wird es während des zweiten Lockdowns in Hamburg Wohnungskontrollen geben? SPD-Politiker Karl Lauterbach würde diese Maßnahme begrüßen. (24hamburg.de-Montage)

In den vergangenen Wochen hat die Hamburger Polizei die Einhaltung der Coronavirus-Maßnahmen recht streng kontrolliert: Auf dem Kiez wurden Razzias in Bars durchgeführt*, teilweise kam es dabei sogar zu aggressiven Auseinandersetzungen*, wie 24hamburg.de/hamburg* berichtete. Diese Kontrollen werden ab Montag, 2. November deutlich einfacher.

„Bisher mussten wir in Läden gehen und schauen, ob Desinfektionsstände aufgefüllt, Masken getragen, Abstände eingehalten und Kontaktlisten richtig geführt werden. Ab Montag sieht man dann schon von außen, ob ein Laden auf oder geschlossen hat“, erklärt Polizeisprecherin Sandra Levgrün gegenüber der Mopo. Vorgesehen seien wie bisher tägliche Streifen, auf denen die Beamten die Einhaltung der Coronavirus-Regeln „mit Augenmaß“ überprüfen wolle. Verstärkt soll außerdem die Befolgung der Maskenpflicht* an öffentlichen Plätzen in Hamburg kontrolliert werden. Weiterhin ist die Bundespolizei an Bahnhöfen und am Flughafen unterwegs, um Corona-Sünder zu entlarven.

Coronavirus Hamburg: Lauterbach fordert Wohnungskontrollen – das sagt die Polizei

Ginge es nach SPD-Politiker Karl Lauterbach*, so sollten die Beamten auch Wohnungskontrollen durchführen, um mögliche Corona-Partys zu entlarven. Für diese Forderung kassierte der Gesundheitsökonom bereits einiges an Kritik, bei Markus Lanz (ZDF) wurde hitzig darüber debattiert*. Was hält die Polizei Hamburg von diesem umstrittenen Vorschlag? „Wir werden nicht die Fruchtallee ablaufen und in jedes Mehrfamilienhaus gehen. Dazu sehen wir keine Veranlassung“, entwarnen die Beamten.

Stattdessen wolle die Polizei Hamburg einen Appell an die Vernunft der Hamburgerinnen und Hamburger richten. Möglichen Hinweisen von Nachbarn auf Coronavirus-Partys wollen die Beamten aber notfalls nachgehen. Ähnliches verkündete Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD)* bereits am Montag, 26. Oktober 2020: „Die Polizei wird jetzt nicht flächendeckend bei den Hamburgern und Hamburgerinnen klopfen, um herauszufinden, ob man sich in der Wohnung mit mehr als zehn Personen aufhält“. Dort, wo es aber Anzeichen für eine größere Zusammenkunft in einer Wohnung gebe, wolle dem nachgegangen werden.

Der Lockdown in Hamburg wird bis mindestens Ende November 2020 andauern. Ob sich die Zahl der Neuinfektionen, die derzeit fast täglich einen neuen Rekordwert* erreicht, durch die Maßnahmen verringern lässt, wird sich zeigen. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa/picture alliance

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