Risiko in Supermärkten extrem gering

Coronavirus Maskenpflicht unnötig? Rechtsmediziner vom UKE mit steilen Thesen zu Anti-Virus-Maßnahmen

Nach fünf Monaten Coronavirus und Maskenpflicht stellen Hamburger Forscher das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes (MNS) jetzt infrage. Ist das Tragen womöglich komplett unnötig? Können wir schon bald wieder frei Schnauze einkaufen und barrierefrei aufatmen?  

Hamburg – Sie gehören mittlerweile zur Bekleidung wie Schuhe und Unterwäsche: Wer rausgeht, sollte eine Maske am Mann haben. Ansonsten wird das Tanken, der Einkauf oder der kurze Kioskbesuch schwierig bis unmöglich. Nervtötende Alternative: die nächste Apotheke suchen, um sich schnell einen neuen Einweg-Mund-Nasen-Schutz zu beschaffen.

Mediziner:Klaus Püschel
Geboren: 18. März 1952 (Alter 68 Jahre), Grammendorf
Ausbildung: Medizinische Hochschule Hannover Blutspendedienst (1970–1977)

Coronavirus in Hamburg: Forscher vom UKE stellen Maskenpflicht infrage

Doch Hamburger* Forscher stellen die Maskenpflicht jetzt infrage! Rechtsmediziner Klaus Püschel vom Uniklinikum Eppendorf (UKE*) und der ehemalige Staatsrat Matthias Gruhl haben die neue Debatte zur Maskenpflicht angestoßen. In dem Thesenpapier erklären die Hamburger Forscher, dass es bislang keine fundierten Antworten auf die Frage gibt, wann Corona-Schutzmasken Sinn machen und wann nicht. 24hamburg.de berichtet auch über den neuen Coronavirus-Schnelltest, der von Skeptikern derzeit belächelt wird.

Der Hamburger Rechtsmediziner nimmt die Maskenpflicht von Bundeskanzlerin Angela Merken genauer unter die Lupe. (24hamburg.de-Montage)

Coronavirus in Hamburg: Ansteckungsrisiko in Supermärkten laut Forschern gering

Bestes Beispiel: Supermärkte. Dort müssten rein rechnerisch mehr als zwölftausend Menschen eine Stunde lang Masken tragen, um nur eine einzige Infektion mit dem Coronavirus* zu verhindern. In Supermärkten sei das Infektionsrisiko ohnehin deutlich geringer als etwa in einem Krankenhaus oder in einem Altenheim.

Doch es gehe nicht um ein „Entweder-Oder“ zur Maskenpflicht, sondern um die Frage, in welchen Situationen ein Restrisiko einer Ansteckung in Kauf genommen werden sollte, meint Matthias Gruhl, der bis vor Kurzem noch Staatsrat in der Hamburger Gesundheitsbehörde war gegenüber dem Radiosender NDR* 90,3. Diese Frage müsse endlich in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen rücken, betont Gruhl. Schon gewusst? In Hamburg dürfen im September 2020 die Saunen wieder öffnen – trotz Coronavirus.

Coronavirus: Hamburger Virologe erachtet Abstand und Händewaschen als mindestens genauso wichtig wie Masken

Und: Der Ex-Staatsrat der Hamburger Gesundheitsbehörde und der Rechtsmediziner vom UKE erhalten wissenschaftlichen Zuspruch. Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit erklärt im NDR: „Die Analyse der Kollegen ist sehr gut und gibt genau das wieder, was ich auch seit Monaten sage: Masken können nur ein Teil der Präventionsmaßnahmen sein. Abstand halten und Händewaschen gilt nach wie vor als wichtige Empfehlung.“ 24hamburg.de berichtet auch über die Pascha-Pleite in Köln.

Coronavirus: Hamburger Forscher kritisieren, dass Politiker „eine zweite Infektionswelle herbeireden“

Außerdem thematisieren Klaus Püschel und Matthias Gruhl in ihrem Thesenpapier die Definition einer „zweiten Corona-Welle“. Sie empfehlen Politikern, genaue Kriterien festzulegen, ab wann tatsächlich von einer neuen Infektionswelle gesprochen werden kann und wann nicht. Sie kritisieren, dass einige Politiker eine zweite Infektionswelle herbeireden würden – ohne eine wissenschaftliche Grundlage.

„Die Definition der zweiten Welle sollte nicht auf starren Grenzwerten beruhen, sondern sich auf das Kriterium der mangelnden Abgrenzbarkeit von Herden und sporadischer Ausbreitung beziehen (ergänzt um eine regionale Komponente – mehr als fünf Gebietskörperschaften in mindestens zwei Bundesländern – und einen offiziell festgestellten Kontrollverlust)“, heißt es in dem mittlerweile vierten Thesenpapier der Hamburger Wissenschaftler im Wortlaut. Der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel und seine Gruppe hatten schon vor Monaten die Corona-Politik kritisiert. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

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