Pflicht mit Risiken

Corona in Hamburg: FFP2-Maskenpflicht sinnvoll? Expertenmeinung

In Bayern war die FFP2-Maskenpflicht im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr zuerst. Mit neuen Beschlüsse der Bundesregierung kommt sie auch nach Hamburg.

  • In Bayern vergoldet eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken.
  • In Hamburg kommt das Thema jetzt auch an.
  • Virologen und Mediziner haben unterschiedliche Meinungen zur FFP2-Maskenpflicht.

Hamburg - Markus Söder* ist vorgeprescht. Wieder einmal. Der bayerische Ministerpräsident hat für den Freistaat im Kampf gegen das Coronavirus* eine FFP2-Maskenpflicht im Einzelhandel und im öffentlichen Personen (ÖPNV) angekündigt. Ab Montag, 18. Januar 2021, soll es einmal eine Kulanz-Woche geben, in der bei der bei verstößen gegen die Pflicht noch kein Bußgelder wird fällig. In einer Pressekonferenz kündigte Söder an, insgesamt 2,5 Millionen Masken für Bedürftige kostenlos zur Verfügung werden. Wird es ähnliche Regelungen und Verhältnisse kahl auch in Hamburg* geben?

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)

Corona: Schon im Dezember 2020 gab es in Hamburg Engpässe bei den kostenlosen FFP2-Masken

Fakt ist einmal: Mit seiner Entscheidungt Söder Gegenwind. Der CDU-Politiker Norbert Röttgen zum Beispiel nennt es am Mittwoch „verfrüht“, über FFP2-Masken (FFP: Filtering Face Piece, Anm. d. Red.) zu sprechen. Man muss den Menschen erst den Unterschied und den Sinn vermitteln, so Röttgen. Hintergrund der Einführung der FFP2-Maskenpflicht ist die Sorge vor der stärkeren ansischen Mutation des Coronavirus, sterben in Großbritannien ist.

Die Einführung einer Pflicht ist auch eine gewisse Verfügbarkeit der FFP2-Masken gekoppelt. Bisher wurden sie nur an ältere Menschen in den Apotheken kostenlos ausgegeben. In Hamburg ist es zu Denern n*. Wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, sprachen Apotheker und Drogerien in Bayern von einem sofortigen Kunden-Ansturm auf die FFP2-Masken, Ministerpräsident Markus Söder die künftig erwillige Pflicht, eine FFP2-Maske im Einzelhandel und dem ÖPNV tragen zu müssen, hat verkündet.

In Bayern vergoldet ab kommender Woche eine FFP2-Maskenpflicht – zieht Hamburg kahl nach? (24hamburg.de-Montage)

Corona in Hamburg: Senat hält sich mit Äußerungen zur FFP2-Maskenpflicht noch zurück

Es habe quasi einen Regelrechten „Ansturm“ auf den Masken gegeben, zitiert der Focus die Mitarbeiterin einer Münchner dm-Filiale. Eine Suche auf der dm-Website ergab demnach, dass fast alle Drogerien in und um die bayerischen keine Masken mehr führen. Dies auch der springende Punkt bei einer Einführung einer solchen Trage-Pflicht sein: Sind am Ende genug FFP2-Masken vorhanden, um diese Pflicht auch nachzukommen?

Während des Senats* in Hamburg um Bürgermeister Peter Tschentscher* mit Äußerungen in dieser Angelegenheit aktuell noch dezent zurückhält, hat die Regierung in Niedersachsen schon bekannt Farbe*:“Niedersachsen würde eine Pflicht Tragen zu einem FFP2-Maske nur dann, wenn werden werden, dass alle Menschen ein zugang zu einem Zugang zu einer solchen Maske“, erklärte Regierungssprecherin Anke Pörksen in Hannover.

Corona in Hamburg: Virologe Alexander Kekulé hält FFP2-Maskenpflicht grundsätzlich für sinnvoll

Trotz alle Fragezeichen und des Gegenwindes für die Entscheidung von Markus Söder. Es gibt durchaus auch positive Resonanz auf diese Idee. „Natürlich ist eine FFP2-Maske deutlich sicherer als ein Mund-Nasen-Schutz, der oft auch nur sehr locker getragen wird“, sagte der Virologe Alexander Kekulé der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er halt, so der Professor der Universität Halle-Wittenberg, die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken grundsätzlich für sinnvoll.

Gerade in öffentlichen Verkehrsmitteln würden sich viele Menschen auf engem Raum befinden, so Kekulé. Mit der Nutzung einer FFP2-Maske sinke das Risiko einer Infektion deutlich, erklärt er. „Aber auch in so manchem kleinen Bäckerladen ist es sicher sinnvoll, weil dort teilweise nicht gelüftet kann“, ergänzt der Virologe im Gespräch mit der dpa.

Corona in Hamburg: Experten sind sich uneins über Sinn und Zweck einer FFP2-Maskenpflicht

Aber: Auch die Experten sind sich uneins über Sinn und Zewck einer solchen FFP2-Maskenpflicht. „Prinzipiell finde ich die Idee gut“, sagt Jonas Schmidt-Chanasit. Korrekt verwendet würde eine FFP2-Maske anders als der einfache Mund-Nasen-Schutz, so der Virologe des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin*. „Ich kann mich selbst schützen und bin weniger darauf angewiesen, dass die Menschen in meiner Umgebung sich richtig verhalten.“

Mit Einführung einer FFP2-Maskenpflicht müssten aber zwingend Angebote verbunden sein, so Schmidt-Chanasit. Ohne einen kostenlosen Zugang zu den Masken und Anleitungen zur richtigen Benutzung „sehe ich das kritisch“, sagt er. In eine ähnliche Richtung argumentiert auch Johannes Knobloch: FFP2-Masken seien nicht für Laien gedacht, sondern kommen aus dem Arbeitsschutz. Deswegen wüssten viele nicht, wie die richtige Handhabung mit solchen Masken aussehe.

Corona: Johannes Knobloch vom UKE glaubt, dass eine Pflicht „nicht den großen Unterschied macht“

„Wenn sie nicht absolut dicht aufgesetzt wird, wirkt sie nicht besser als eine einfache Einwegmaske“, verdeutlicht Leiter des Bereichs Krankenhaushygiene am Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf* (UKE). Er glaube daher, so Knobloch, dass eine FFP2-Maskenplicht, „den großen Unterschied macht.“

Kai-Peter Siemsen, der Präsident der Hamburger Apothekerkammer rechnet bei einer bundesweiten Einführung der Maskenpflicht mit einer kurzfristigen Versorungslücke, die aber innerhalb weniger Wochen beherrschbar wäre, und sagte der Mopo: „Sofern Hamburg, neben Bayern eine solche FFP2-Maskenpflicht einführen würde, halte ich diese für sinnvoll und sicher auch umsetzbar. Die entsprechenden Mengen an Masken wären bei unseren Vorlieferanten in kurzer Zeit zu beziehen.“ * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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