Überträger vom West-Nil-Virus

Asiatische Tigermücke: „Tödlichstes Tier der Welt“ breitet sich aus

Sie gilt als das wohl „tödlichste Tier der Welt“: die asiatische Tigermücke. Aus den Subtropen kommend, breitet sich das Insekt auch in Deutschland aus.

Hamburg – In Europa wurde die Asiatische Tigermücke erstmals 1979 nachgewiesen. Es sollte 28 Jahre dauern, ehe das Insekt 2007 auch Deutschland erreichte. Die „Aedes albopictus“, so der lateinische Name der Asiatischen Tigermücke, breitet sich seitdem aus, betroffen sind vor allem die Bundesländer Bayern, Hessen und Thüringen. Was macht sie so gefährlich? Und sind diese Mücken durch einen speziellen Geruch zu vertreiben?

Insekten:Asiatische Tigermücke
Gattung:Aedes
Familie:Stechmücken (Culicidae)

Asiatische Tigermücke: Insekt auch in Deutschland vertreten – Überträger vom West-Nil-Virus

Das Insekt kann lebensgefährliche Krankheiten wie das Chikungunya-Virus oder das Dengue-Virus übertragen. In Deutschland sei die Asiatische Tigermücke nicht mehr auszurotten, heißt es von Doreen Werner. Laut der Biologin am Leibniz Zentrum für Agrarlandsforschung in Brandenburg gelten die Stechmücken auch als Überträger des West-Nil-Virus.

Die Asiatische Tigermücke stammt aus den Subtropen, kommt aber auch in Deutschland vor.

Dieses Virus stammt aus Afrika und infiziert hauptsächlich Vögel. Doch kann das West-Nil-Virus auch auf Menschen, Pferden und andere Säugetiere übergehen. Beim Menschen hat eine Infektion grippeähnliche, fieberhafte Symptome zur Folge. Dies betrifft rund 20 Prozent der Infizierten. Schwer erkranken würde hingegen nur jeder 150. Infizierte.

West-Nil-Virus verursacht Entzündung an Hirn, Herz und Leber – Vögel als größter Überträger

Von einem schweren Verlauf sind in der Regel ältere und vorerkrankte Personen betroffen. Bei einem Teil der Schwererkrankten tritt eine Meningitis auf. Diese Hirnhautentzündung verläuft zumeist gutartig, in seltenen Fällen entwickelt sich eine Enzephalitis. Diese Gehirnhautentzündung kann Spätfolgen mit sich ziehen.

Auch eine Entzündung des Herzens oder eine Entzündung der Leber gelten als nicht ausgeschlossen. Die Übertragung vom West-Nil-Virus erfolgt vor allem durch bereits infizierte Vögel. Solch eine Infektion wurde im Deutschland das erste Mal 2019 festgestellt. Seitdem sind 20 Fälle aufgetreten, darunter auch ein Toter.

Wärmere Sommer in Deutschland bieten Asiatischer Tigermücke gute Bedingungen zum Fortbestehen

Das Robert Koch-Institut (RKI) relativiert jedoch die Gefahr, die von der Asiatischen Tigermücke ausgeht. „Die hiesigen klimatischen Bedingungen sind [...] für Übertragungen weniger geeignet“, heißt es in einer Analyse vom RKI. Dennoch würde das Klima in Deutschland bessere Bedingungen für den Bestand der Mücke bieten, als es noch vor Jahrzehnten der Fall gewesen sei.

Grund hierfür ist der Klimawandel und damit verbundene wärmere Sommer in Deutschland. „Die ursprünglich in Südostasien beheimatete Tigermücke breitet sich seit einigen Jahren ausgehend von Südeuropa Richtung Norden aus“, spricht das Landesgesundheitsamt Hessen eine Warnung aus.

Hessen spricht Wartnung aus – Menschen sollen sich selbst vor Asiatischer Tigermücke schützen

Die Rede ist von „präventiven Maßnahmen“, um „die Gesundheitsgefährdung in Hessen gering zu halten“. Der hessische Gesundheitsminister Kai Klose möchte die Menschen in Hessen sogar dazu motivieren, „selbst aktiv zu werden, um die Ansiedlung der Tigermücke von vornherein zu verhindern“. Dies seit „der beste Schutz“.

Um sich selbst vor der Asiatischen Tigermücke zu schützen, kann auf gängige Mittel gegen Mücken zurückgegriffen werden. Hierzu zählen lange, dichte Kleidung, Insektenspray sowie Insektennetze. Oder auch eine Pflanze aus dem Fachmarkt*. Es wird empfohlen, Brutstätten auszutrocknen oder abzudecken.

Mücken sammeln sich beispielsweise rund um Regentonnen, Vogeltränken oder Blumentopf-Untersetzern an. Einen vorbeugenden Schutz in Form von Medikamenten gegen die Tiere oder die von ihnen übertragenen Krankheitserreger gibt es jedoch nicht. * 24hamburg.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © James Gathany/dpa

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