Magier-Stars im Interview

Ehrlich Brothers: „Wir zaubern Eure Schwiegermütter weg“ 

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Die Ehrlich Brothers bei ihrem Weltrekord vergangenes Jahr in Frankfurt. 

Mit einem erfrischenden „Hallo nach Bremen“ geht Chris Ehrlich ans Telefon. Woher er weiß, dass nordbuzz-Redakteur Tobias Picker dran ist? Der 34-Jährige nennt es „gute Vorbereitung“, wir sagen: Magier halt. Im Interview spricht der jüngere der mittlerweile legendären Ehrlich Brothers über neueste Errungenschaften aus der Zauberwerkstatt, die Auftritte und darüber, wie die Magier-Show der Zukunft aussieht. 

nordbuzz: Wobei erwischen wir Euch gerade?

Chris Ehrlich: Wir waren gerade noch in der Zauberwerkstatt und haben an der neuen Streckbank gearbeitet.

nordbuzz: Was habt Ihr denn damit vor?

Chris Ehrlich: In der neuen Illusion zaubert mein Bruder mich klein und verwandelt mich dabei sogar in eine Puppe – quasi die Fortsetzung vom Kamel Alessandro aus unserer letzten Show. Dann will ich natürlich wieder groß gezaubert werden. Da das aber misslingt, bleibt nur noch die althergebrachte Art und Weise: Streckbank.

nordbuzz: Als Du Streckbank gesagt hast, musste ich direkt an den Klassiker mit der zersägten Assistentin denken. Mit sowas reißt man heutzutage aber wohl niemanden mehr vom Hocker, oder?

Chris Ehrlich: Eine Säge haben wir tatsächlich auch in der neuen Show dabei. Aber da hat das Sägeblatt einen Durchmesser von zwei Metern. Ich zersäge meinen Bruder. Das ist mir eine persönliche Genugtuung. Und ich setze ihn dann auch erst mal nicht wieder zusammen. Stattdessen missbrauche ich seine Beine, um meinem Traum vom Backstreet-Boys-Tänzer mit vier Beinen nachzugehen.

„Sieben Schwiegermütter wird es an dem Abend erwischen“

nordbuzz: Was erwartet die Bremer und Oldenburger sonst noch so in Eurer Show?

Chris Ehrlich: Wir zaubern Eure Schwiegermütter weg. Die werden wir per Zufall bestimmen. Sieben Schwiegermütter wird es an dem Abend erwischen, die werden weg teleportiert.

nordbuzz: Und wo können die dann wieder abgeholt werden?

Chris Ehrlich: Das darf ich nicht verraten. Aber das Versprechen, dass sie dann erst mal weg sind, können wir schon geben.

nordbuzz: Sei ruhig mal ein bisschen eingebildet und ordne die Ehrlich Brothers ein: Seid Ihr das Größte, was es derzeit auf dem Magier-Markt gibt?

Chris Ehrlich: Das ist vielleicht etwas hochgestochen, aber manche würden die Frage sicher mit Ja beantworten. Zumindest laut Guinness World Records hatten wir im Juni in Frankfurt die größte Zaubershow der Welt – mit den meisten Zuschauern.

nordbuzz: Auf der Bremer und Oldenburger Bühne wird es dann aber nicht so aufwendig, oder?

Chris Ehrlich: Es werden weniger Zuschauer, aber die Show ist schon aufwendig. Wir haben mittlerweile elf Trucks, die das Equipment transportieren. Die Anzahl an Produktionen, die es mit einem solchen Ausmaß sonst noch gibt, kann man weltweit sehr gut an einer Hand abzählen.

nordbuzz: Was ist denn leichter: Eine richtig geile Show abliefern vor zwölftausend Zuschauern in der ÖVB-Arena oder vor zwölf Zuschauern im heimischen Wohnzimmer?

Chris Ehrlich: Die Kinder von meinem Bruder sind sehr kritisch – da ist es auf jeden Fall schwieriger. Die können nämlich intervenieren und fragen, was man in der anderen Hand versteckt hat. Trotzdem war es schon ein Kraftakt und ein Lebenswerk eine solch aufwendige Show auf die Bühne zu bringen. Nach Außen sieht das natürlich leicht und locker aus, faktisch ist es aber ein riesiges Arrangement aus menschlicher Zusammenarbeit, komplexer Technik und logistischer, künstlerischer und tricktechnischer Herausforderung.

„Bei einer Zaubershow ist die Abwechslung entscheidend“

nordbuzz: Wenn Ihr jetzt schon so in Superlativen schwelgt, wo sind denn eigentlich noch die Steigerungsmöglichkeiten? Wie sieht die Zaubershow der Zukunft aus?

Chris Ehrlich: Für uns muss eine Zaubershow gar nicht unvergleichlich groß sein. Wenn wir auf einer großen Bühne vor großem Publikum auftreten, können wir nicht nur kleine Zaubertricks machen, das ist klar. Wir haben schon ein Faible für große Illusionen. Bei einer Zaubershow ist die Abwechslung entscheidend. Wir lieben auch die kleinen Illusionen und die ganz ruhigen Momente. Wenn wir zum Beispiel die Kassenbons von Zuschauern in Geld zurück verwandeln.

nordbuzz: Klar, und am Ende gehen die Leute dann aus der Halle und haben wieder den alten Kassenbon oder sogar zwei Kassenbons in der Tasche.

Chris Ehrlich: Nein. Keine Trickserei. Wir verwandeln das wirklich in den Geldbetrag zurück, der da drauf stand. Die Nummer kommt immer ganz gut an.

nordbuzz: Habt Ihr noch Träume? Irgendetwas Besonderes, was Ihr noch erreichen wollt?

Chris Ehrlich: Da zu sein, wo wir jetzt sind, war immer unser großer Traum. Von Anfang an. Wir wollten auf Tournee gehen, und sind dabei in unserer Anfangszeit auch vor 15 Zuschauern aufgetreten. Als damals David Copperfield angefragt hat, ob er Tricks von uns kaufen könne, haben wir auch gleich gefragt, ob wir mit ihm auf Tour gehen können. Das hat uns immer schon gereizt. Und dann wollten wir natürlich immer unsere Zuschauer beeindrucken.

nordbuzz: Jetzt gehören aber speziell Bremer eher zu den skeptischen Menschen. Die sind sicher nicht so leicht zu überzeugen und zu beeindrucken.

Chris Ehrlich: Man sagt Norddeutschen ja im Allgemeinen nach, dass sie zurückhaltender sind. Aber eigentlich nehmen wir kaum regionale Unterschiede war – außer bei den Akzenten. Wir können die einen besser verstehen als die anderen. Ansonsten machen die Shows im Norden genauso viel Spaß wie im Süden. Wenn, dann ist es eher eine Frage des Wochentags. An Wochenenden sind die Leute ausgelassener als unter der Woche. 

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