Tradition am 6. Januar

Bremer Eiswette: „Geiht“ oder „steiht“ die Weser?

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Im vergangenen Jahr war wenigstens die Sonne auf der Seite des Schneiders.

Es ist eines der kuriosesten Events im Bremer Veranstaltungskalender. Am Samstag, 6. Januar (12.00 Uhr) werden wieder zahlreiche Schaulustige am Weserufer der Hansestadt zur Bremer Eiswette erwartet.

Das Ritual und die Teilnehmer sind seit Jahrzehnten genau festgelegt. Etwa 15 in schwarz gekleidete Herren mit Zylinder, die Heiligen Drei Könige und ein 99 Pfund schwerer Schneider, der mit einem heißen Bügeleisen prüfen soll, ob der Fluss offen oder zugefroren ist, also „geiht“ oder „steiht".

Dieser Prüfung entzieht sich das Schneiderlein in jedem Jahr, indem es mit einem Boot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) übersetzt. In diesem Jahr wird es das Tochterboot „Hubertus“ des Seenotkreuzers „Eugen“ sein, der künftig auf Norderney stationiert ist.

Fotos vom letzten Jahr 

Bilder der Bremer Eiswette: Der Schneider zeigt, die Weser „geiht“

Der Eiswette-Brauch geht auf Bremer Kaufleute zurück, die 1828 wetteten, ob die Weser Anfang Januar 1829 zugefroren sein würde. Das war allerdings zuletzt vor über 70 Jahren der Fall. Der zweite Teil der Eiswette folgt am 20. Januar mit dem traditionellen Herrenessen im Congress Centrum, wo Spenden für die DGzRS gesammelt werden. Dort kommen jährlich über 450 000 Euro zusammen.

Bremer Politik, Kultur und Gesellschaft bekommen ihr Fett weg 

Unterhaltsamer Höhepunkt der Eiswette ist der Scheider, wenn er sich wort- und gestenreich über die Politik-Possen, Kultur-Anekdoten und Gesellschafts-Entgleisungen des vergangenen Jahres echauffiert. Besonders brisant, weil die anwesenden Frack-Träger von aktuellen Bremer Politikern gemimt werden.

Mit Material von dpa

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