Am 24. November live im Pier 2

Multitalent und One-Man-Show: 5 Fragen an Fritz Kalkbrenner

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Am 24. November in Bremen: Fritz Kalkbrenner

Fritz Kalkbrenner ist Sänger, Produzent und Komponist. Seine neue Platte heißt „Grand Départ“ und ist der Nachfolger des von Kritikern und Fans gefeierten Albums „Ways Over Water“. Der 1981 in Ostberlin geborene Künstler ist bekannt für ausgefeilte Arrangements und wuchtig-analoge Soundgebilde, von denen Ihr Euch bei seinem Konzert am Freitag, 24. November im Pier 2 selbst überzeugen könnt.

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nordbuzz: Mit „Grand Départ“ ist Dein viertes Soloalbum erschienen. In den Medien heißt es, dass Du damit konsequent die Richtung fortführst, die Du mit dem Album „Ways Over Water“ vor zwei Jahren eingeschlagen hast. Kannst Du die Richtung näher beschreiben?

Fritz Kalkbrenner: Grundlegender Ansatz bei der Platte und bei der weiteren Fortführung ist einfach, dass man versucht, zwei unterschiedliche stilistische Lager miteinander zu versöhnen. Da gibt es natürlich den Club-Aspekt, der sehr physisch und bisweilen auch kalt konzentriert ist. Dem gegenüber steht dann die Frage, ob es denn möglich ist, das Ganze mit Instrumenten zu unterfüttern, ohne dass es ein zahnschmerzbehaftetes Gitarren- House-Stück wird. Beim dritten Album „Ways Over Water“ habe ich versucht, mit dem Einsatz von Bläsern das miteinander zu versöhnen – was ziemlich gut geklappt hat. Und beim vierten Album „Grand Départ“ habe ich auch wieder mit Studiomusikern gearbeitet.

nordbuzz: Auf dem Album sind mittlerweile mehr Vocal-Stücke zu finden als auf früheren Werken. Gefällt Dir das Singen immer mehr?

Kalkbrenner: Sagen wir mal: Es fällt leichter. Also, wenn man jetzt an das erste Album zurückdenkt, ist es ja auch mit einer Entdeckungsphase verbunden gewesen. Zu dem Zeitpunkt hatte das Singen auf einer Clubnummer noch einen Novum-Charakter. Da war immer die Frage: Wie weit kann man da gehen? Bloß nicht zu doll – und dem ist dann so eine Zuversicht gewichen, dass ich sagen kann: Ja, das kann man sich doch trauen, auch mehr als zwei Stücke auf dem Album.

nordbuzz: In Bremen spielst Du im Pier 2, ein Großveranstaltungsort für Konzerte. Du wirst nicht von einer Band begleitet – was braucht ein Fritz Kalkbrenner auf der großen Bühne?

Kalkbrenner: Für meine persönlichen Belange sind zwei Wasser eine gute Sache (lacht). Aus dem Clubkontext heraus arbeitet man in dem Bereich viel mit passenden Visuals und einer Lichtshow. Von daher: Da gibt es genügend, womit man die große Bühne auffüllen kann, ohne dass man ganz links den Keyboarder und ganz rechts den Bassisten hinstellt. Das geht auch anders.

nordbuzz: Hast Du in Erwägung gezogen, Deine Songs mit Band zu präsentieren?

Kalkbrenner: Die Frage höre ich öfters. Bis jetzt hat es mir noch nicht gefehlt. Es sind auch schon Jahre ins Land gegangen. Aber trotzdem fühlt es sich für mich immer noch verfrüht an – auch hier will ich jegliche Ausschließlichkeit vermeiden. Kann sein, dass man es dann mit 45 oder so ganz toll findet, die Songs so umzusetzen. Aber noch geht das auf dem in meiner Arbeit klassischen Weg.

nordbuzz: Viele Künstler reden davon, dass sie ihre Songs live mit mehr Power präsentieren, also nicht die gängigen Radioversionen spielen. Geht es Dir genauso?

Kalkbrenner: Ja. Bei meiner Musik sind die Radioversionen eigentlich das Abnorme. Clubtracks sind eigentlich so sechs, sieben Minuten lang, und da muss man sich immer großartig einen Kopf machen, wie man die auf 3:30 Minuten runterkriegt. Es ist eigentlich genau andersherum als bei der normalen Popularmusik. Und da bei mir als elektronischer Liveact wiederum alles in Einzelspuren anliegt, lässt es sich anders arrangieren – auch mit mehr Bumms und Percussions. Das ist alles machbar, und von daher passiert das auch. Warum sollte man es unterlassen, wenn man es kann? 

Das Gespräch führte Linda Bussmann.

Fritz Kalkbrenner kommt nach Bremen

Am Freitag, 24. November, ab 20 Uhr im Pier 2 zu Gast.

Karten für den Abend bekommt Ihr im nordbuzz-Ticketshop

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