Feuerwehreinsatz

Tod durch Stromschlag: Handwerker-Pfusch führt zu tragischem Unglück

Bei einem Unfall stirb Mitte April in Bremen-Lehe ein 53-jähriger Mann. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung. Waren es Baumängel?

Update vom 28. April 2021, 11:14 Uhr: Bremen-Lehe – Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen im Fall des verstorbenen Mannes aufgenommen, der Mitte April durch einen Stromschlag im Bremer Stadtteil Horn-Lehe ums Leben gekommen ist. Konkret ermittelt die Behörde wegen fahrlässiger Tötung. Der 53-jährige Mann war gestorben, nachdem er in seiner Praxis zwei Türklinken berührt hatte, die offenbar unter Strom standen. Ein 32-jähriger Feuerwehrmann wurde bei den Rettungsarbeiten lebensgefährlich verletzt, eine 37 Jahre alte Frau erlitt damals leichte Verletzungen.

Stadt in Bremen:Bremen
Fläche:325,56 Quadratkilometer
Einwohner:567.559 (31. Dezember 2019)
Vorwahl:0421
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte (SPD)

Die Ermittler untersuchten zusammen mit Sachverständigen und weiteren Experten den Tatort. Sie führten hierbei auch verschiedene Strommessungen an Wänden und Türen durch. Die ersten Analysen ergaben, dass mehrere Türen der Praxis unter Elektrizität standen. Es floss Strom durch die aus Metall bestehenden Türzargen. Vor Einzug der Praxis im Februar wurde der betroffene Gebäudeteil instandgesetzt.

Stromschlag an Türklinke: unsachgemäße Handwerksarbeiten?

Es gibt inzwischen eindeutige Hinweise auf unsachgemäß ausgeführte handwerkliche Arbeiten, wodurch Strom auf die Türen übertragen wurde, berichtet nun die Polizei. Die frischgestrichene Farbe isolierte die Rahmen zunächst. Durch Betätigungen der Türen löste sich die Farbschicht ab und der Isolationsschutz war am 14. April 2021 nicht mehr vorhanden.

Nach dem Tod eines Therapeuten durch einen Stromschlag wurde auch ein Feuerwehrmann lebensgefährlich verletzt. Jetzt ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Tötung. (Symbolbild, nordbuzz.de-Montage)

Die Kriminalpolizei ermittelt gegen die Verursacher wegen fahrlässiger Tötung und prüft weiter intensiv, welche Personen an der Sanierung beteiligt waren und wer welche Arbeiten geleistet hat.

Bremen: Tödlicher Stromschlag – Therapeut stirbt durch Türklinke

Erstmeldung vom 15. Spril 2021, 09:50 Uhr: Bremen-Lehe – Tödlicher Unfall im Bremer Ortsteil Lehe. Die Tragödie ereignete sich am Mittwochnachmittag, 14. April 2021 in einem Büro- und Arztgebäude. Zwei weitere Personen verletzten sich schwer.

Wie die Feuerwehr und die Polizei Bremen berichten, starb ein 53-jähriger Arzt in seiner Praxis an der Grazer Straße, nachdem er zwei unter Strom stehende Türklinken angefasst hatte. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen verstarb der 53-jährige Mann noch vor Ort. Ein Seelsorger betreute die anwesenden Angehörigen.

Zuvor hatte eine Mitarbeiterin die Türgriffe ebenfalls berührt. Die 37-Jährige wurde dabei leicht verletzt, ein 32-jähriger Feuerwehrmann erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Nachdem der Lebensretter die Türklinken berührt hatte, mussten ihn seine Kollegen reanimieren. Er wurde anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert, war zu dem Zeitpunkt aber schon wieder ansprechbar.

Tragischer Unfall in Bremen: Nach tödlichem Stromschlag – Kinder werden durch Fenster mit Drehleiter befreit

Gemeldet wurden dem Notruf am Mittwochnachmittag gegen 16:30 Uhr zwei verletzte Personen nach einem Stromschlag, berichtet auch kreiszeitung.de*. Da war der Arzt schon nicht mehr ansprechbar und nicht mehr bei bewusst sein.

Die Feuerwehr Bremen musste am Mittwochnachmittag zu einem Unglücksfall in der Grazer Straße ausrücken. Ein Mann hatte einen heftigen Stromschlag erlitten. (Symbolbild)

Aber erst als die Feuerwehr eintraf, sollte sich die Situation vor Ort als richtig dramatisch herausstellen. Hinter der Tür, die unter Strom stand, befanden sich acht Kinder, die im Zuge der Rettungsarbeiten aber befreit werden konnten. Sie wurden durch Fenster und über eine Drehleiter in Sicherheit gebracht, berichtet die Feuerwehr.

Feuerwehrmann wird reanimiert: Notfallseelsorger betreut Einsatzkräfte

Aus derzeit noch unklarer Ursache erlitt jedoch kurz nach seinem Eintreffen eine Einsatzkraft der Feuer- und Rettungswache ebenfalls einen elektrischen Schlag und musste wiederbelebt werden. Seine Kolleginnen und Kollegen zogen ihn aus dem Gefahrenbereich und reanimierten ihn. Er wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. An der Einsatzstelle befanden sich noch mehrere weitere Personen, die aufgrund der Geschehnisse durch den Rettungsdienst, die Feuerwehr und auch Notfallseelsorger betreut werden mussten.

Hinzugezogen wurde am späten Nachmittag auch die Bremer Kriminalpolizei, die jetzt die Ermittlungen zur Todesursache aufgenommen hat. Der Tatort wurde versiegelt und wird mit Unterstützung von Experten untersucht, dazu werden weitere Zeugen vernommen. (Mit Material der dpa) * nordbuzz.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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