Alleinerziehende Frauen aus Ghana und Nigeria

Sozialleistungen: Duldet der Bremer Senat „falsche Vaterschaften“?

In Bremen scheint es vermehrt Fälle von falschen Vaterschaften zu geben, die gegen Geld ein fremdes Kind anerkennen. Duldet der Bremer Senat diesen Betrug?

Bremen – Momentan (Stand Februar 2021) stehen laut Bremische Bürgerschaft in der Stadt 374 alleinerziehende Frauen aus Nigeria, wo bis zu 200 Kinder gekidnappt* worden sind, und 485 Frauen aus Ghana im Leistungsbezug des Jobcenters. Wer die Väter ihrer Kinder sind, wo sie herkommen und sich aufhalten, ist unklar.

Stadt Bremem
Fläche326,7 km²
Bevölkerung569.352 (2019)
BürgermeisterAndreas Bovenschulte

Kind bekommt durch Vaterschaftsanerkennung die deutsche Staatsbürgerschaft

Einige der in Deutschland lebenden Frauen aus Nigeria und Ghana* scheinen über ein anderes europäisches Land geschleust worden zu sein, kamen bereits schwanger nach Deutschland oder wurden hier schwanger. „Durch die Vaterschaftsanerkennung erhält das ungeborene Kind die deutsche Staatsbürgerschaft und die Familie eine Absicherung in den sozialen Sicherungssystemen“, teilt die Bremische Bürgerschaft mit. Die Corona-Pandemie wirkt sich auf Schwangere* besonders aus.

Doch wie genau läuft das? Eine Anfrage der FDP-Innenexpertin Birgit Bergmann an den Bremer Senat gibt Aufschluss. Demnach gaben Frauen an, zwischen 3.500 bis 5.000 Euro für die Vermittlung eines „falschen Vaters“ gezahlt zu haben, später verweigern sie die Aussage. Diese Abhängigkeitsverhältnisse können von den Männern leicht ausgenutzt werden. Auch in Bremerhaven kam es massenhaft zu Sozialbetrug.

In Bremen scheint es vermehrt Fälle von falschen Vaterschaften zu geben, die gegen Geld ein fremdes Kind anerkennen.

Alleinerziehende Frauen aus Ghana und Nigeria: Jobcenter Bremen sensibilisieren

Die FDP sieht insbesondere das Jobcenter, das unter Umständen für Berufskleidung zahlen muss gefordert, den Bedürfnissen der betroffenen Frauen und ihrer Kinder aus Ghana und Nigeria gerecht zu werden. „Sie werden hier von Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern betreut, die zwar auf die Bedürfnisse Alleinerziehender spezialisiert, nicht aber dafür ausgebildet sind, passgenaue Hilfen für die Auswirkungen von Flucht und Vertreibung zu finden“, heißt es.

Auch Bremen, wo es nun eine Frauenmilchbank gibt, sei doppelt gefordert: Der Schutz und die Bedürfnisse der Frauen und Kinder müsse im Vordergrund stehen. Auch dass sich aus „falschen Vaterschaften“ kriminelle Strukturen sowie Abhängigkeitsverhältnisse für manche Frauen etablieren können, müsse unbedingt verhindert werden, heißt es in der FDP-Anfrage

Maßnahmen zur Unterbindung von falschen Vaterschaften in Bremen

Es liegen bereits Maßnahmen des Bremer Senats vor, die das Geschäft mit den falschen Vaterschaften unterbinden sollen, wie „Bild Bremen“ berichtet. Dazu gehört, dass das Jobcenter seit 2018 Daten über Alleinerziehende, die mehr Anspruch auf Kinderkrankentage* haben, aus Ghana und Nigeria auswertet und Mitarbeiter „intern sensibilisiert, um ggf. Auffälligkeiten in Einzelfällen festzustellen“.

Außerdem entwickelt das Jobcenter weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel mit der Bremischen Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau. Auch die Standesbeamten in Bremen* werden sensibilisiert und erhalten „Informationen zum Thema missbräuchliche Vaterschaftsanerkennungen“. Im Kreis Rotenburg ist ein Mann Opfer einer Liebesbetrügerin aus Ghana geworden.

Birgit Bergmann (FDP) ist mit diesen Antworten und Maßnahmen allerdings nicht zufrieden. Gegenüber „Bild“ sagt sie: „Mit kreativen Antworten weichen die Behörden unseren Fragen aus. Sie ignorieren die existierenden Probleme. Es ist ein Trauerspiel, welches passgenaue Hilfsstrukturen verhindert!“ * kreiszeitung.de und * 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Menker

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare