Spiel mit falschen Pässen

Razzia gegen Schleuserbande: 621 Bundespolizisten im Einsatz

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Mehr als 600 Beamte waren bei der Razzia gegen Schleuser-Kriminalität in Bremen im Einsatz.

Bei einer großangelegten Razzia in der Schleuserszene haben am Mittwoch 621 Beamte der Bundespolizei aus dem gesamten Bundesgebiet im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bremen 23 Objekte in der Hansestadt, unter anderem in Gröpelingen und der Neustadt, sowie je eines in Ritterhude und in Nürnberg durchsucht.

Bremen - Festnahmen gab es keine, sagte Jörg Ristow von der Pressestelle der Bundespolizeidirektion Hannover. „Aber auch keine verletzten Beamten.“

Potenzielle Arbeitnehmer in Albanien angeworben

Im Visier haben die Ermittlungsbehörden eine achtköpfige Gruppierung. Dabei handelt es sich um Männer im Alter von 31 bis 68 Jahren mit deutscher, nordmazedonischer, albanischer und türkischer Staatsangehörigkeit. Es gibt Gerüchte, dass ein nordmazedonischer Familienclan (Vater und drei Söhne) die Fäden zieht. Das internationale Oktett soll jedenfalls potenzielle Arbeitnehmer in Albanien angeworben, unerlaubt in Deutschland beschäftigt und dafür mit gefälschten griechischen und italienischen Ausweisdokumenten ausgestattet haben.

Gegen Schleuser-Kriminalität: Die Bundespolizei durchsuchte in Bremen mehrere Objekte.

Den Beschuldigten werde das Einschleusen von Ausländern (§ 96 Aufenthaltsgesetz) und Urkundenfälschung (§ 26 7 Strafgesetzbuch) vorgeworfen, so Ristow. Vorrangige Ziele der Razzia waren dann auch das Auffinden von Beweismitteln, die Vermögensabschöpfung sowie die erkennungsdienstliche Überprüfung der eingeschleusten Personen. Bei den durchsuchten Objekten handelt es sich um Arbeitsplätze der Beschuldigten und Wohnungen sowie Unterkünfte der angeworbenen Arbeitnehmer. 

Razzia in Bremen: 34 Personen in Gewahrsam

110 Personen wurden angetroffen, heißt es. 34 seien vorläufig in Gewahrsam genommen und erkennungsdienstlich behandelt worden. Sichergestellt wurden dem Vernehmen nach einige gefälschte griechische Personalausweise, gefälschte griechische Führerscheine sowie große Summen an Bargeld. Die weiteren Ermittlungen dauern an. Unter anderem werden Speichermedien und Handys ausgewertet. Als „Beifang“ stieß die Bundespolizei in einer Wohnung auf drei Schusswaffen, einen Revolver und zwei Gewehre. Die acht Hauptbeschuldigten sollen die Albaner arbeitsteilig angeworben, Arbeitsverträge fingiert, die Einreise organisiert und ihren Klienten gefälschte Ausweispapiere beschafft haben. 

Gefälschte griechische ID-Karten in Bremen

Zum „Rundum-sorglos-Paket“ gehörten Scheinadressen, Mieträume, Arbeitsplätze und Behördengänge. Dafür kassierte die Schleuser dann monatliche Mieten von den eingeschleusten Albanern. 

Laut Oberstaatsanwalt Frank Passade sind nach derzeitigen Erkenntnissen 79 überwiegend albanische Staatsangehörige unter Verwendung gefälschter griechischer ID-Karten in Bremen angemeldet, die dann mit griechischem Pass hier gearbeitet haben. Am Weserstadion wurde eine mobile Wache als eine Art erkennungsdienstlichen Behandlungsstelle eingerichtet. Vor dem Stadion waren auch Treff- und Versorgungspunkte für die Bundespolizei.

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