Nach positivem Fazit

Taser im Streifendienst: Innensenator Mäurer will Elektroschock-Waffen weiter testen

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Die Polizei Bremerhaven soll die Elektroschock-Pistolen ein weiteres Jahr testen.

Die Polizei Bremerhaven testet seit Sommer 2018 Elektroschock-Pistolen auf Streife. Nun zogen die Beamten ein positives Fazit des Tests. Jetzt soll die Testphase verlängert werden.

Update, 8. November 2019: Der Test mit Elektroschock-Pistolen bei der Bremerhavener Polizei soll nach dem Willen von Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) um ein Jahr verlängert werden. Das sagte der Senator vor Politikern der Innendeputation und erhielt dafür Unterstützung, berichtet „buten un binnen“.

Polizei Bremerhaven zieht Fazit nach Taser-Test

Update, 6. November 2019: Ein Jahr nach Beginn des Testeinsatzes von Elektroschock-Pistolen im Bremerhavener Streifendienst ist die Polizei mit der abschreckenden Wirkung zufrieden. In fast allen Fällen habe die bloße Androhung zu kooperativem Verhalten des Gegenübers geführt, heißt es in einer Vorlage zur Sitzung des Innenausschusses der Bremischen Bürgerschaft am Donnerstag. 

Von Oktober 2018 bis September 2019 sei das Distanz-Elektroimpulsgerät insgesamt fünf Mal eingesetzt worden. Ernsthaft verletzt worden sei niemand. In weiteren 18 Fällen sei die Verwendung lediglich angedroht worden.

Bremen: Spezialkommandos mit Tasern ausgestattet

Wie in den meisten Bundesländern waren bisher auch in Bremen nur Spezialkommandos mit Tasern ausgestattet. Eingesetzt wird das Gerät etwa, wenn sich jemand aggressiv seiner Festnahme widersetzt. Mit Widerhaken versehene Projektile dringen in den Körper ein. Sie sind per Draht mit der Waffe verbunden. Durch Elektroimpulse wird die Person kurz gelähmt, damit sie überwältigt werden kann. Aus Sicht der Polizei können die Geräte wirksamer sein als Pfefferspray oder Schlagstock.

Der Innenausschuss debattiert über eine Verlängerung der Testphase. In Niedersachsen wird unabhängig vom Ausgang kein Einsatz im Streifendienst erwogen. „Der Trainingsaufwand wäre zu hoch“, sagte ein Ministeriumssprecher.

Polizei in Bremerhaven testet ab Sommer Elektroschockwaffen

Originalmeldung, 4. Mai 2018: Bremerhaven - Die Polizei in Bremerhaven wird vom Sommer an Elektroschockwaffen testen. Geplant sei, dass 40 Polizisten und Polizistinnen für den Einsatz mit Elektro-Schockern ausgebildet werden, sagte Polizeisprecher Frank Schmidt am Freitag. Neun sogenannte Taser seien gekauft worden. Über den Beginn des Testlaufs hatte zunächst die „Nordsee-Zeitung“ berichtet.

Ein Jahr lang sollen die Beamten die Waffen testen und ihre Einsätze protokollieren. Um die Folgen für die Betroffenen zu kennen, muss die Polizei nach jedem Taser-Einsatz Rettungskräfte rufen, welche die medizinischen Folgen protokollieren. Bei Spezialeinheiten der Bremer Polizei sind Taser bereits im Einsatz.

Elektroschock-Pistole oder Schlagstock?

Der einjährige Testlauf soll voraussichtlich im August beginnen. Wer die Kosten von insgesamt rund 35.000 Euro übernimmt, ist unklar. „Die Finanzierung ist letztendlich noch zu klären“, sagte Schmidt und verwies darauf, dass es sich um ein Landesprojekt von Bremen und Bremerhaven handele.

Elektroschock-Pistolen können aus Sicht der Polizei in bestimmten Fällen wirksamer sein als Pfefferspray und Schlagstock. Sie sollen zum Einsatz kommen, etwa wenn der Gebrauch einer Schusswaffe noch unverhältnismäßig wäre. Die Distanz-Elektroimpulsgeräte verschießen Projektile mit Widerhaken und machen aggressive Angreifer mit einem schmerzhaften Elektroschock aktionsunfähig.

dpa

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