Jungtier entlaufen

Kalb Hugo auf Tour in Bremen: Polizei schreibt lustiges Gedicht - „Komm hol das Lasso raus ...“

Kalb Hugo verirrte sich jetzt in der Hansestadt. Zwei Einsatzkräfte mussten es in Bremen einfangen. Der Polizeisprecher dichtet daraufhin ein urkomisches Stück.

  • Die Polizei Bremen hat aufgrund der Corona-Krise momentan allerhand zu tun.
  • Die meisten Polizeimeldungen sind eher unerfreulich, doch jetzt ereignete sich in Bremen-Osterholz ein besonders kurioser Vorfall mit einem Kalb.
  • Pressesprecher Nils Matthiesen tippte die Nachricht aber nicht nur routiniert ab, sondern kreierte daraus ein humoristisches Meisterwerk.

Bremen - Meistens landen im E-Mail-Postfach Tag für Tag typische Meldungen von der Polizei: Mal wurde etwas geklaut, mal gab es einen Unfall; ein anderes Mal musste eine Straße gesperrt werden. Doch am Donnerstag sorgte eine Pressemitteilung der Polizei Bremen für beste Erheiterung. In Bremen-Osterholz hatte sich in dieser Nacht ein Kalb in die Stadt verirrt, weswegen einige Einsatzkräfte ausrücken und es wieder einfangen mussten. Die Nachricht tippte Pressesprecher Nils Matthiesen aber nicht einfach nur routiniert ab, sondern kreierte daraus ein humoristisches Meisterwerk.

Fläche von Bremen:326,7 km²
Bevölkerung:547.976 (30. Apr. 2012)
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte
Sehenswürdigkeiten:Bremer Rathaus, Bremer Dom, Schnorr

Bremen: Nach Sielwall-Chaos beschäftigt die Polizei jetzt ein kurioser Vorfall mit einem Kalb

In Bremen haben die Beamten der Polizei momentan allerhand zu tun. Immer wieder mussten sie in der jüngsten Vergangenheit zu Corona-Einsätzen ausrücken. Insbesondere die Tumulte an der Sielwallkreuzung zerrten an ihren Kräften. Erst kürzlich löste die Polizei Menschenmassen auf, die sich trotz der Corona-Pandemie dort versammelt hatten. Daraufhin zog Innensenator Ulrich Mäurer Konsequenzen und verhängte ein Alkoholverkaufsverbot, um für Ruhe zu sorgen. Anschließend kam es nach dem Werder-Erfolg erneut zu Ausschreitungen am Sielwall, wo die Beamten im Dauereinsatz waren.

Auch sonst sind Blaulicht-Meldungen nicht unbedingt erfreulichen Nachrichten. Raub, Mord und Totschlag machen einen Großteil davon aus. Die Hansestadt Bremen bleibt von solchen Verbrechen natürlich nicht verschont. So starb kürzlich eine Radlerin bei einem Auto-Crash und Gaffer behinderten den Rettungseinsatz. Ein Bremer zerstückelte die Leiche seinen Nachbarn und ein 54-Jähriger wurde bei einem Polizeieinsatz in Gröpelingen angeschossen.

Aber dann gibt es auch Tage, an denen die Polizei Bremen ganz kuriose Fälle auf dem Zettel hat, die ein wahres Happy End haben und die einen zum Schmunzeln bringen. Und genau so ein Fall ereignete sich am Donnerstag kurz nach Mitternacht in Bremen-Osterholz.

Bremen: Polizeipressesprecher sorgt mit Kalbs-Gedicht für Heiterkeit

Ein Kalb hatte sich am Donnerstag gegen 0.30 Uhr in Bremen-Osterholz verirrt. Anwohner der Straße Nußhorn riefen daraufhin die Polizei. Zwei Polizisten aus Bremen rückten an, um das Tier zu suchen und einzufangen. Mit einem Lasso hatten es die Beamten dann endlich geschafft und das Kalb gebändigt. Es gingen Hinweise ein, dass das Tier zu einem Hof aus Oyten gehörte. Der Landwirt erschien noch in der Nacht am „Tatort“ und nahm das Jungtier in Empfang.

Doch in dieser Form kam die Nachricht nicht in der Redaktion an. Stattdessen erlaubte sich der Bremer Polizeipressesprecher, Nils Matthiesen, einen kleinen Spaß und schrieb die Meldung wie folgt um:

...so wie ein Kalb in der fremden Stadt, in der die Hilfe noch einen Namen hat. Zwei Polizisten, wie besessen auf der Suche nach Dir, jede Gefahr nahmen sie ins Visier... Das Kalb Hugo reiste am Mittwoch alleine in die große Stadt, wohl auf der Suche nach Futter oder einem neuen Herzblatt. Hugo ließ sich durch die Straße Nußhorn irritieren, denn Nahrung konnte er dort nicht anvisieren. Anwohner riefen schnell die Polizei und zwei junge Einsatzkräfte eilten herbei. Das Duo holte ein Lasso raus und machte dem Ausflug den Garaus. Schließlich der Hinweis von mehreren Leuten, die Kuh stammt von einem Hof in Oyten. Der Bauer erschien sofort vor Ort, ergriff das Kalb und fuhr es fort.

Nils Matthiesen, Pressesprecher der Polizei Bremen

Bremen: Polizeieinsatzkräfte haben Kalb liebgewonnen - „alle sind wohlauf“

Das kleine Gedicht sorgte auch in der Redaktion von kreiszeitung.de für große Erheiterung. Auf die Frage, wie er auf dieses Format komme, antwortete der Polizeisprecher: „Wir berichten viel über Raub, Mord und Totschlag. Das war jetzt aber mal eine ganz besonders kuriose Geschichte, bei der es sich angeboten hat, ein kleines Stück zu schreiben.“ Die Inspiration habe Nils Matthiesen aus dem Song „Komm hol das Lasso raus“ von Olaf Henning Henning schöpfen können. Verfasst habe der Polizeisprecher das Gedicht zwischen 7.30 und 7.55 Uhr - innerhalb von 25 Minuten: eine sportliche Leistung.

Privat würde er allerdings keine Leidenschaft für das Schreiben hegen, aber als Pressesprecher müsse man schließlich „einen vernünftigen Satz zustande bekommen“. Keine Frage, das ist ihm auf jeden Fall gelungen! Viele Redakteure und Bürger würden sich mit Sicherheit über mehr solch humoristische Polizeimeldungen von Nils Matthiesen freuen. „Das muss sich ja auch anbieten“, erklärt er. Nicht jeder Fall eigne sich für ein kurzes Gedicht dieser Art.

Aber wie geht es jetzt eigentlich dem Kalb? „Alle sind wohl auf“, meint Nils Matthiesen. Allerdings seien die beiden Bremer Kollegen, die sich Donnerstagnacht um das Jungtier gekümmert hatten, etwas traurig gewesen, sich anschließend von ihm wieder trennen zu müssen. Ach, wie süß! Erst kürzlich musste die Polizei jetzt zu einem Großeinsatz in der Bremer Neustadt ausrücken.

Rubriklistenbild: © Polizei Bremen

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