Panzerknacker in der Vahr

Polizei Bremen schockt mit Mega-Knall – Kommentare auf Facebook eskalieren völlig

Zwei Gangster sprengen einen Geldautomaten in der Bremer Vahr. Noch schockierender ist die Facebook-Debatte im Kommentarbereich der Polizei.

  • Bremer Panzerknacker überfallen Bankfiliale an der Berliner Freiheit.
  • Geldautomat gesprengt, Diebe flüchten trotzdem ohne Beute.
  • Bei der Bremer Polizei entsteht ein Facebook-Shitstorm.

Bremen – Mit einer Knallermeldung sorgte die Bremer Polizei für viel Zündstoff auf Facebook. Hintergrund ist eigentlich nur ein erfolgloser Diebstahl, doch die Kommentatoren im sozialen Netzwerk haben ihre ganz eigene Meinung zu dem Vorfall. nordbuzz.de berichtet über die erfolglosen Moped-Gangster aus der Bremer Vahr, die im Internet verspottet werden. Einige Kommentatoren kennen jedoch keine Grenzen und übertreiben völlig.

Polizei Bremen meldet Diebstahl in der Vahr und die Facebook-Nutzer rasten aus

Eigentlich ist das gemeldete Verbrechen der Bremer Polizei nichts allzu Spektakuläres. Am Freitag, 2. Oktober, informierten die Beamten in einer Pressemeldung über den Tathergang. Zwei Täter sprengten einen Geldautomaten in der Bremer Vahr. Dafür hatten sie sich eine Bank an der Berliner Freiheit ausgesucht. Mit zwei Motorrollern fuhren die Gangster um 3 Uhr morgens zur Bank. Dort sprengte das Duo einen Geldautomaten. Ein lauter Knall schallte durch die Vahr und weckte Anwohner. So konnten auch die flüchtenden Diebe auf ihren Mopeds beobachtet werden.

Bremer Panzerknacker sprengen einen Geldautomaten in der Vahr. Die Polizei ermittelt. (nordbuzz.de-Montage)

Die Diebe erbeuteten laut Angaben der Polizei nichts – ganz wie die Zigaretten-Knacker in Bremerhaven. Ohne Bargeld traten sie ihre Flucht in Richtung Vahrer See an. Durch die Sprengung des Automaten wurde jedoch auch der Vorraum der Bank „erheblich beschädigt“ – ein Teilerfolg für die Vahrer Panzerknacker. Aktuell sucht die Bremer Polizei nach Zeugen, die die fliehenden Täter gesehen haben. Der Kriminaldauerdienst nimmt unter der Telefonnummer 0421/362-3888 rund um die Uhr Anrufe entgegen. Die Täter waren laut Polizei komplett maskiert und dunkel gekleidet. Auf Facebook tobt inzwischen ein kleiner Shitstorm, mit dem die Polizei wahrscheinlich nicht gerechnet hatte.

Facebook-Shitstorm bei Bremer Polizei – Vahrer Panzerknacker sorgen für Eklat im Netz

Mit einem Scherz beginnt der Facebook-Beitrag, in dem die Polizei Bremen den Vahrer Vorfall meldete. Am Samstag, 3. Oktober, schrieben die Social-Media-Beamten: „Wenn Sie heute Nacht einen lauten Knall gehört haben, war das nicht der Startschuss zum diesjährigen #Freipaak 🎉, sondern das Geräusch einer Geldautomatensprengung 💣 in einer Bankfiliale im Stadtteil #Vahr.“

Die Kommentare unter dem Facebook-Beitrag sind gemischt und stellenweise höchst skurril. Ein Nutzer namens „Fra Nk“ wundert sich, wie man bei maskierten Tätern sachdienliche Hinweise geben können soll. Die Polizei Bremen antwortet umgehend. „Fabrikat des Rollers, Kleidung usw.“ wären auch sehr sinnvolle sachdienliche Hinweise. Bei „Fra Nk“ scheint es sich zudem auch um einen Maskenmuffel zu handeln. Er beschwert sich in dem Beitragen darüber, die Täter wegen Mindestabstand oder einen wegen Maskentragens beschlagener Brille nicht erkennen zu können. Darauf reagiert der Nutzer „Anakin Neo Vogelsang“ mit einem klaren Statement. „Fra Nk was ne Bullshitantwort“, schreibt er.

Polizei Bremen: Nach Geldautomaten-Sprengung - Kommentator auf Facebook ruft zu Überfall auf Museen auf

Die Facebook-Nutzer diskutieren noch weitere Einzelheiten des Verbrechens. Einer spricht über Farbbomben, mit denen man das Geld wertlos machen könnte. Ein anderer vermutet, dass Jugendliche auf den Rollern gesessen hätten. „Benni Sturm“ hofft darauf, dass die „knallköppe“ möglichst bald gefasst werden, „bevor die noch andere oder den eigenen Schädel weg sprengen“ – ein Horror-Szenario. Ganz besonders skurril mutet jedoch der Beitrag des Nutzers „Adam Kalski“ an.

Ich bin auch der Meinung das das alles etwas übertrieben ist aber so lange nur Sachschaden entsteht ist es für mich absolut Okidoki. Die sollten sich besser auf Museen/ Kunstausstellungen spezialisieren dann fände ich es anständiger…

Adam Kalski, Facebook

Auf Museen und Kunstausstellungen spezialisieren? Hält Kalski etwa Einbrüche mit Sprengung bei Kunsteinrichtungen für „anständiger“ als einen Diebstahl bei der Bank? Der Kommentar des Nutzers ist den meisten anderen offenbar zu merkwürdig. Niemand schickt ein „Gefällt mir“ und nur ein anderer Nutzer antwortet auf den Beitrag. Florian Herman schreibt: „Du bist ja ein ganz harter 🙈🤦🏻‍♂️“ – hätten wir das auch geklärt.

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