In den Innendienst versetzt

Rassismus bei Polizei: Nach Streit in Neustadt – Bremer Behörde ermittelt wegen Facebook-Skandal gegen eigene Beamte

Die Polizei Bremen ermittelt gegen drei Beamte. Sie hatten sich bei Facebook diskriminierend geäußert – es ging um einen Einsatz mit Beteiligung von Großfamilien.

  • Drei Beamte der Polizei Bremen äußerten sich auf Facebook diskriminierend gegenüber Tatverdächtigen.
  • Polizei Bremen leitet Disziplinarverfahren ein.
  • Die Beamten sind vorerst in den Innendienst versetzt worden.

Bremen – Ein Mitarbeiter der Polizei Bremen äußerte sich auf Facebook zu einem Einsatz. Er schrieb einen beleidigenden und diskriminierenden Kommentar gegenüber den Tatverdächtigen. Jetzt reagiert die Führung der Polizei mit einem Disziplinarverfahren.

Polizei: Bremen
Aufsichtsbehörde: Der Senator für Inneres
Polizeipräsident:Lutz Müller
Bedienstete:ca. 2.700

Polizei Bremen: Streit unter Großfamilien – Polizisten äußerden sich auf Facebook

Was war passiert? Ein Polizist teilte bei Facebook öffentlich einen Medienbericht zu einem größeren Polizeieinsatz in der vergangenen Woche. Dabei kam es zu einem Streit unter Großfamilien und kommentierte diesen. Darunter entstand eine öffentliche Unterhaltung mit zwei weiteren Polizisten.

Gegen drei Beamte der Bremer Polizei wird ein Disziplinarverfahren eingeleitet. (nordbuzz.de/Montage)

In der Facebook-Kommentarspalte äußerte sich der Polizist gemeinsam mit seinen zwei Kollegen gegenüber Tatverdächtigen als auch gegenüber unbeteiligten Dritten in diskriminierender, abfälliger und zynischer Art und Weise. Das rief die Polizeiführung auf den Plan: „Die für Beamte gebotene Zurückhaltung wurde durch die Kommentare verletzt“, analysiert Polizeivizepräsident Dirk Fasse. Die drei Beamten sind mit sofortiger Wirkung bis zum Abschluss des Disziplinarverfahrens in den Innendienst versetzt worden, heißt es in der von der Polizei Bremen veröffentlichten Meldung.

Polizei Bremen: Nach diskriminierenden Facebook-Kommentaren - hohe Strafen für Beamte möglich

Fasse verurteilt den Vorfall: „Polizeieinsätze können mühsam sein und stehen zurzeit in einem besonderen Spannungsfeld, auch in der gesellschaftlichen Diskussion um Polizeigewalt und Rassismus“. Damit müsse jedoch professionell umgegangen werden.

Wie hoch die Strafen für die drei Beamten ausfallen könnten, oder welche Folgen die Äußerungen für ihre berufliche Zukunft haben könnten, ist noch unklar. Die Beiträge in den sozialen Medien wurden inzwischen wieder gelöscht.

Polizei Bremen: Ermittlungen in den eigenen Reihen - Rassismus-Vorfälle beschäftigten Beamte

Wenn die Polizei Bremen nicht gerade in den eigenen Reihen Probleme hat, hat sie in Bremen alle Hände voll zu tun. Erst am Wochenende gab es zwei heftige Rassismus-Vorfälle. Am Hauptbahnhof kassierte ein Mann Prügel, nachdem er Straßenbahn-Fahrgäste rassistisch beleidigt hatte. In Woltmershausen lief es andersrum: Ein 49-Jähriger beleidigte einen 65 Jahre alten Mann rassistisch und bedrohte ihn anschließend mit einer Pistole.

Erst vergangene Woche durchsuchten Bremer Polizisten als Teil einer bundesweiten Razzia gegen Kindesmissbrauch eine Wohnung in Bremen. Die Durchsuchung hing offenbar mit dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach zusammen.

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa, Christina Kuhaupt/dpa

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