Update: Opfer schwer verletzt

Vermummte greifen Gäste an der Schlachte an – Hinweise auf weiteren Angriff

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Ein Gruppe Randalierer hat am Samstagabend zu einem Großeinsatz der Polizei an der Bremer Schlachte geführt.

Ein Gruppe Randalierer hat zu einem Großeinsatz der Polizei an der Bremer Schlachte geführt. Der Inhaber des Lokals ist geschockt und erzählt, wie er den Angriff erlebte. Mittlerweile gibt es Hinweise, dass es vorher zu einem weiteren Angriff im Steintorviertel kam.

Update, vom 22. November: Nach dem Landfriedensbruch Anfang Oktober dauern die Ermittlungen des Staatsschutzes der Polizei weiter an. Vermummte Angreifer hatten vor dem Lokal „Kangaroo Island“ an der Schlachte randaliert und waren gezielt auf sechs Männer losgegangen. Nun gab es Hinweise auf eine vorangegangene Auseinandersetzung im Steintorviertel – die Polizei sucht Zeugen.

Am späten Abend des 5. Oktober soll eine Gruppe drei bislang Unbekannte am Sielwall angegriffen haben. Dabei soll einer schwer verletzt worden sein. Danach seien die Angreifer in Richtung Schlachte gezogen, teilt die Polizei mit. Dort kam es kurze Zeit später zu dem Angriff vor „Kangaroo Island“.

Der Staatsschutz ermittelt und sucht sowohl Zeugen als auch Opfer der Auseinandersetzung im Steintorviertel. Die Polizei wurde damals nicht alarmiert, bisher haben sich die drei Opfer noch nicht gemeldet und konnten auch nicht ermittelt werden.

Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon 0421/362-38888 entgegen.

Bremen: Vermummte Gestalten stürmen stürmen Lokal an der Schlachte

Update vom 20. November 2019: Bremens Innensenator hat den rechtsradikalen Verein „Phalanx 18“ verboten. In Bremen und Niedersachsen wurden daraufhin Wohnungen durchsucht. Der Verein trat erstmals im Oktober an Sielwalll und Schlachte öffentlich in Erscheinung.

Originalmeldung vom 7. Oktober 2019: Bremen – Sonnabend, kurz vor 23 Uhr: Mehrere vermummte Gestalten stürmen auf die Terrasse des Lokals „Kangaroo Island“ an der Schlachte in Bremen, gehen auf sechs Männer los und versetzen die anderen Gäste in Angst. Mitten in Bremens City. Direkt an der Bummelmeile Schlachte. Die Hintergründe liegen noch im Dunkeln. In sozialen Netzwerken äußern sich die Menschen fassungslos, sind erschrocken. Einige fordern stärkere und häufigere Polizeipräsenz. Die Polizei geht von einem gezielten Angriff auf die sechs deutschen Männer im Alter von 27 bis 48 Jahren aus und sucht Zeugen. Inzwischen ermittelt der Staatsschutz der Polizei wegen Landfriedensbruch.

Attacke auf Lokal an der Schlachte in Bremen

Die Hintergründe der Attacke, bei der die dunkel gekleideten und maskierten Angreifer auch mit Flaschen und Stühlen warfen, ist bisher offen, sagt am Montag auf Nachfrage eine Polizeisprecherin. Möglicherweise griffen Personen aus dem linken Spektrum Menschen aus dem rechten an, heißt es in Vermutungen in Chats. Das ist auch der Polizei zu Ohren gekommen. Die Ermittler würden allen Hinweisen nachgehen, so Sprecherin Franka Haedke: „Ein politisch motivierter Hintergrund wird geprüft.“

„Die Menschen hatten Angst“

Soheil Ghofrani, Inhaber des Lokals, ist immer noch geschockt. Er spricht von etwa 40 Vermummten, die auf die Terrasse gestürmt seien. „Das war vorsätzlich, das war geplant“, betont er bei „buten un binnen“. Der Anführer habe eine rote Maske getragen. Seine Gäste seien in Panik in die Bar geflüchtet, um am hinteren Ausgang zu entkommen. Ein Stammgast sei durchs Fenster geflohen. „Die Menschen hatten Angst“, sagt Ghofrani. Auf einem Überwachungsvideo ist zu sehen, wie die Besucher flüchten. Der Wirt will nun weitere Kameras installieren.

Randale an der Schlachte in Bremen: Zwei Frauen leicht verletzt

Die sechs Männer blieben unverletzt. Zwei unbeteiligte Frauen erlitten laut Polizei leichte Verletzungen. Die Polizei sucht Zeugen für die Angriffe und bittet diese auch, den Ermittlern Fotos und Videos zur Verfügung zu stellen. Hinweise an 0421/362-3888.

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Besonders in den Sommermonaten fallen in Bremen am Bummel-Boulevard Schlachte immer wieder Sprüche. Und nicht nur das: Frauen werden belästigt, verfolgt und begrapscht.

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