„MSC Gülsün“ stammt aus Südkorea

Größer als alle anderen: Container-Gigant erreicht Bremerhaven

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Das weltgrößte Containerschiff ist am Montag in Bremerhaven eingelaufen.

Die „MSC Gülsün“ ist das größte Containerschiff der Welt - und nach Aussage der Reederei effizienter als nahezu alle anderen Transportmittel auf der Welt. 23.756 Standardcontainer haben auf dem Koloss Platz. Nun kommt er nach Bremerhaven.

Genf/Bremerhaven - Das nach Angaben seiner Reederei größte Containerschiff der Welt hat nach seiner Jungfernfahrt aus Asien an diesem Montag gegen 14 Uhr Bremerhaven angelaufen. Die „MSC Gülsün“ der Schweizer Reederei Mediterranean Shipping Company (MSC) lege mit Konsumgütern an, berichtete MSC am Montag am Sitz des Familienunternehmens in Genf. Es fährt über mehrere Häfen bis nach Kaliningrad weiter, bevor es nach China zurückkehrt.

Schaulustige in Bremerhaven konnten die Annäherung des 400 Meter langen und 61,5 Meter breiten Riesen vom Strand der Außenweser verfolgen. Dann drehten Schlepper das vollgestapelte Schiff im Strom, bevor es in einem norddeutschen Regenschauer an die Kaimauer glitt. Die neue Bremer Hafensenatorin Claudia Schilling (SPD) freute sich über die Ankunft. „Wir können hier die größten Schiffe abfertigen“, sagte sie.

Das 400 Meter lange und 61,5 Meter breite Schiff kann 23.756 Standardcontainer (TEU) transportieren, darunter 2000 Kühlcontainer. Bislang fassten die größten Containerschiffe rund 23.000 TEU. Europäische Häfen machen Front gegen immer größere Containerschiffe, weil sie für neue Kaianlagen und tiefere und breitere Fahrrinnen viel investieren müssten. Verbände fordern EU-Auflagen, dass künftig kein Schiff mehr die europäischen Häfen anlaufen darf, das größer ist als die bislang fahrende Flotte.

„MSC Gülsün“-Bauweise spart Energie

Die „MSC Gülsün“ wurde in Südkorea gebaut. Zehn Schwesterschiffe sollen bis 2020 in den Dienst gestellt werden, wie das Unternehmen berichtete. Fünf seien gleich groß, fünf weitere 100 TEU kleiner. Das Schiff habe dank eines neuen Designs des Bugs den Rumpfwiderstand verkleinert, der Luftwiderstand sei minimiert und es sei deshalb besonders energieeffizient.

Die „MSC Gülsün“ hinterlässt in jedem Hafen einen gewaltigen Eindruck.

MSC habe seine klimaschädlichen CO2-Emissionen pro bewegter Tonne Fracht zwischen 2015 und 2018 bereits um 13 Prozent gesenkt. Je Tonne Fracht gemessen seien Containerschiffe eine der umweltfreundlichsten Transportarten, meinte MSC - besser als Flugzeuge, Züge, Lastwagen und Lastkähne. MSC ist mit 520 Schiffen und 70.000 Mitarbeitern in 155 Ländern eine der größten Reedereien der Welt.

Selbst Bremerhaven ist auf derart große Schiffe wie der „MSC Gülsün“ nur teilweise vorbereitet. Von den vielen Container-Brücken am Kai legten bislang nur zwei so weit aus, dass sie die äußerste Kistenreihe erreichen können, sagte der Chef des Terminalbetreibers Eurogate, Michael Blach. Bis Ende 2020 würden weitere große Brücken angeschafft. „Insgesamt ist es klar, dass wir in Bremerhaven weiter investieren müssen“, sagte Blach. Auch die Kaimauern müssten verstärkt werden, um die wachsenden Lasten zu tragen, sagte Robert Howe, Geschäftsführer der Hafengesellschaft Bremenports.

„MSC Zoe“ in der Nordsee havariert

Ein anderes Containerschiff der Reederei, die „MSC Zoe“, hatte Anfang des Jahres bei einem Sturm in der Nordsee vor den niederländischen Wattenmeerinseln und Borkum mehr als 300 Container verloren. Die „MSC Zoe“ war auch auf dem Weg nach Bremerhaven. Ein Großteil der verlorenen Ladung wurde bis Mai geborgen.

Die „MSC Gülsün“ gilt als größtes Containerschiff der Welt.

dpa

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