IG Metall Küste

Warnstreik bei Mercedes: Tarif-Poker ‒ das fordern die Arbeiter

Kurz nach Ablauf der Friedenspflicht sind Dienstag, 2. März, Beschäftigte bei Mercedes Benz in Bremen in den Warnstreik getreten. Weitere Betriebe folgten.

Bremen – In gleich vier Bundesländern hat die IG Metall Küste am Dienstagmorgen, 2. März, nach Ablauf der Friedenspflicht zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen waren davon elf Betriebe, unter anderem Mercedes Benz und der Fahrzeugteilehersteller Lear Corporation in Bremen. In Niedersachsen gingen die Beschäftigten der Norddeutschen Seekabelwerke in Nordenham in den Warnstreik.

Beschäftigte IG Metall Küste:rund 140.000
Forderungen in den Tarifverhandlungen:Vier Prozent mehr Gehalt, Standort- und Arbeitsplatzsicherung
Bezirksleiter der IG Metall Küste:Daniel Friedrich

In Schleswig-Holstein waren Beschäftigte des Kieler Auto- und Flugzeugteilebetriebs GKN Driveline, des Itzehoer Pumpen- und Armaturenherstellers Flowserve SiHi sowie des benachbarten Metallverarbeitungsunternehmens Pano zum Warnstreik aufgerufen. Später in der Nacht sollten dann noch die Metaller beim Medizintechnikunternehmen Stryker Trauma in Schönkirchen und bei der Lübecker Alu Druckguss folgen. Beschäftigte in anderen Bundesländern folgten ebenfalls, berichtet kreiszeitung.de*.

Warnstreik bei Mercedes Benz in Bremen-Sebaldsbrück: Nachtschicht zieht vor Werkstore

„Die Kolleginnen und Kollegen aus den Nachtschichten machen den Anfang. Sie ziehen vor die Werkstore, um für ihre Forderungen zu protestieren: Einkommen stärken, Beschäftigung sichern und Zukunft gestalten“, sagte Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste. „Mit vielfältigen Aktionen werden die Belegschaften aus Betrieben im gesamten Bezirk in den nächsten Wochen nachlegen.“

Die IG Metall Küste fordert für ihre rund 140.000 Beschäftigten rund vier Prozent mehr Gehalt sowie Arbeitsplatz und Standortsicherungen.

Die IG Metall Küste fordert für ihre rund 140.000 Beschäftigten in Bremen, Nordwestniedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern derzeit vier Prozent mehr Gehalt. Des Weiteren wollen die Gewerkschafter Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten. Neben betrieblichen Zukunftstarifverträgen soll auch über die Arbeitszeitangleichung in Ostdeutschland und die Einbeziehung von Dual-Studierenden in die Tarifverträge gesprochen werden. 

Warnstreik bei Mercedes Benz in Bremen: Arbeitgeber lehnen Gehaltsforderungen ab

Die Arbeitgeberseite hatte in den vorangegangenen vier Verhandlungsrunden höhere Löhne abgelehnt und auf die Corona-Krise verwiesen. Stattdessen schlagen die Industriebosse – wie auch in Nordrhein-Westfalen – einen Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhungen ab dem Jahr 2022 vor. Das lehnt hingegen die Gewerkschaft ab.

Weitere Aktionen startete die IG Metall auch bei Europas größtem Autokonzern Volkswagen. Wie Sprecher der Gewerkschaft mitteilten, kommt es seit dem frühen Morgen des Dienstags, 2. März, zu Warnstreiks etwa in den VW-Werken Braunschweig, Salzgitter und Emden. In anderen Betrieben in Niedersachsen sollen im Laufe des Tages und teils bis Mitte März weitere Warnstreiks folgen. Beschäftigte wollen dabei meist später mit der Arbeit anfangen oder früher Schluss machen – größere Versammlungen sind wegen der Corona-Schutzregeln zunächst nicht geplant. * nordbuzz.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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