Ende des Corona-Lockdown

Bremen: Die Luca-App kommt – warum Bars eigene App wollen

Bremen will im Kampf gegen Corona-Pandemie die Luca-App einsetzen. Aber Bar- und Restaurant-Besitzer haben wollen ihre eigene App zur Kontaktverfolgung.

Bremen – Führt eine Smartphone-App Bremen endlich aus der Tristesse des Corona-Lockdowns? Zur Verfolgung von Corona-Infektionen setzt das Land Bremen künftig die Luca-App. Dies beschloss der Bremer Senat. Die nächsten zwölf Monate soll sie ihren Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitragen. Eine gute Viertelmillion Euro lässt sich die Politik die Nutzung der App kosten. Welche Vorteile bietet die App und sind die hohen Kosten gerechtfertigt?

Coronavirus in Zahlen im Land Bremen:Stand: 2. April 2021, 16 Uhr. Quelle: Senatspressestelle
Aktive Corona-Infektionen:1.592 (+27)
Coronafälle insgesamt:21.278 (+140)
Genesene Personen:19.279 (+113)
Gestorbene mit Corona-Infektionen:407 (+0)
7-Tage-Inzidenz:108,4 (Bremen) / 227,9 (Bremerhaven)

Kampf gegen Corona: Bremens Restaurants und Einzelhandel profitieren von Luca-App

Dass eine umfangreiche Kontaktverfolgung für die Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie unumgänglich ist, machte vor kurzem erst Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) deutlich: „Uns ist es ein großes Anliegen, eine länderübergreifende Lösung zur digitalen Nachverfolgung der Kontakte anbieten zu können.“ Es wird auch höchste Zeit, schließlich hat Bremen kürzlich erst die Corona-Notbremse gezogen. Nun scheint das Land Bremen ein passendes Mittel gefunden zu haben, um dieses Vorhaben umsetzen zu können.

Kostenlose Kontaktverfolgung fürs Smartphone: Bremen vertraut der Luca-App.

Die Macher der Luca-App lockt die Gesundheitsämter bundesweit mit einem großen, einzigartigen Versprechen: Kontakte, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sollen schneller ermittelt werden. Im Unterschied zur Corona-Warn-App der Bundesregierung, die im Jahr 2020 zur Ermittlung von alltäglichen Kontakten an den Start ging, ist die Luca-App insbesondere für Restaurants, die zuletzt gegen die Corona-Beschlüsse klagten, reizvoll. Sollten die Gastronomie-Betriebe wieder öffnen dürfen, bietet die Smartphone-App den Besuchern die Möglichkeit, sich per QR-Code digital registrieren zu können. Sollte eine Corona-Infektion festgestellt werden, kann das Gesundheitsamt im Anschluss auf die verschlüsselten Daten der Besucher zugreifen.

Schnelle Corona-Kontaktverfolgung: Luca-App kommuniziert mit Bremer Gesundheitsamt

Statt seine Kontaktdaten wie Namen, Adresse oder Telefonnummer auf Papier zu hinterlassen, werden diese vertraulichen Daten im System der Luca-App hinterlegt. Konnte zuvor jeder Besucher die persönlichen Daten jedes Besuchers auf der ausgehängten Namensliste einsehen, bleiben sie so für die Augen der Besucher verborgen. Darüber hinaus kann das Gesundheitsamt mittels Luca-App Personen, die mit einer positiv getesteten Person Kontakt hatten, umgehend benachrichtigen. Im Vergleich zu anderen Corona-Warn-Apps ist dies der große Vorteil dieser Smartphone-App: Das Gesundheitsamt wird über Corona-Infektionen informiert und kann die Nachverfolgung und Kontaktaufnahme in die Wege leiten.

Luca App offenbart allerdings auch Probleme: Wie sicher ist die Corona-App für Bremen?

Die App ist kostenlos für jedes Smartphone abrufbar. Eine Pflicht zur Benutzung besteht jedoch nicht. Neben Bremen planen viele weitere Bundesländer, wie Mecklenburg-Vorpommern, den Einsatz der Luca-App. So teilte die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs der niedersächsischen Landesregierung, Claudia Schröder, mit, dass die Luca-App genau wie in Hamburg oder Schleswig-Holstein auch in Niedersachsen gängige Praxis werden soll. Wie kreiszeitung.de* berichtet, ist die Luca-App im Landkreis Oldenburg sogar schon seit März nutzbar.

Doch aller Begeisterung über die praktischen Vorteile der Luca-App zum Trotz, gibt es auch Kritik an der App, an der Smudo von den „Fantastischen Vier“ maßgeblichen Anteil hat. Wie die Erfahrungen aus anderen Bundesländern gezeigt haben, wachsen erste Zweifel an der Luca-App. So haben IT-Sicherheitsexperten Kritik an der tatsächlichen Sicherheit der vertraulichen Daten geübt und Medienberichten zufolge soll es sogar möglich sein, sich mit falschen Kontaktdaten anzumelden, was das Prinzip der App ad absurdum führen würde.

Große Konkurrenz der Corona-Apps in Bremen: Luca-App gegen „Gast Bremen“

Zwar ist die Luca-App in aller Munde, doch gibt es auch zahlreiche Alternativen zur digitalen Kontaktverfolgung. Die Bremer Gastro-Gemeinschaft, die gegen die Corona-Maßnahmen vorgehen will, vertraut einer eigenen App. Die „Gast Bremen“-App ermöglicht es Besuchern eines Restaurants oder Veranstaltung, sich per QR-Code-Scan vor Ort zu registrieren. Oliver Trey, Vorsitzender der Bremer Gastro-Gemeinschaft ist überzeugt, „alles, was Luca leisten kann, kann auch Gast Bremen – vielleicht sogar besser.“

Dabei ist die Funktionsweise beider Apps ähnlich. Sie speichern die Kontaktdaten der Besucher und leiten diese im Anschluss an das zuständige Gesundheitsamt weiter. Eine Kontaktverfolgung ist dadurch schneller möglich, und zwar ganz ohne Papierkram. Im Gegensatz zur Luca-App geschieht dies bei „Gast Bremen“ aber über eine Schnittstelle, die sich mehrere Corona-Apps teilen. So können alle Informationen gebündelt werden und die Bundesländer geraten nicht in eine Abhängigkeit gegenüber der Luca-App. Außerdem wäre es möglich, die „Gast Bremen“-App sinnvoll zu erweitern. Die Integration von digitalen Impfpässen ist genauso im Gespräch wie die Nutzung als Soforttestausweis.

Im direkten Vergleich ist der größte Vorteil der Luca-App ihre Bekanntheit in der Öffentlichkeit. Je mehr Menschen sich eine App auf ihr Smartphone laden, desto besser funktioniert die Kontaktverfolgung. Mit ihrer schnellen Kontaktverfolgung über das Gesundheitsamt kann die Luca-App einen wichtigen Teil zur Bekämpfung der Corona-Krise beitragen. Ob „Gast Bremen“ oder Luca-App - die digitale Kontaktverfolgung gibt der Gastronomie, den Geschäften und der Veranstaltungsbranche eine dringend benötigte Zukunftsperspektive raus der schweren Krise. * nordbuzz.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck/dpa

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