Covid-19-Pandemie

Hausärzte sind Impfturbo für Bremen: Nur Impfstoff-Mangel kann Corona-Impfungen noch aufhalten

In Bremen dürfen jetzt auch Hausärzte die Impfungen gegen das Coronavirus durchführen. Damit geht es richtig schnell. Doch: der Impfstoff ist knapp.

Bremen – Für Hausärzte in Bremen ist endlich der Startschuss für Corona-Impfungen gefallen. In der ersten Woche darf jede Arztpraxis zwischen 18 und 48 Impfdosen verimpfen. So soll die Impfkampagne im Land Bremen den Turbo zünden. Doch wird die geringe Menge an Impfstoff den Bemühungen der Hausärzte einen Strich durch die Rechnung machen?

Coronavirus-Impfungen im Land Bremen:Stand: 5. April 2021, 16 Uhr. Quelle: Senatspressestelle
Durchgeführte Impfungen insgesamt:139.800
Bereits durchgeführte Zweitimpfungen:38.266
Am 5.04. durchgeführte Impfungen:2.833
Davon Zweitimpfungen:334

Corona-Impfungen in Bremen: Hausärzte impfen pflegebedürftige Menschen

Über das Osterfest 2021, das nur unter der Einhaltung harter Corona-Regeln gefeiert wurde, mussten sich Bremer ohne Termin im Impfzentrum an der Bürgerweide noch gedulden. Lange hat es gedauert, bis auch niedergelassene Ärzte in Bremen in die Corona-Impfkampagne eingebunden wurden, doch jetzt ist es so weit. Kürzlich zog Bremen die Corona-Notbremse, auch weil die Impfungen so schleppend vorankamen.

Der Einstieg der Bremer Hausärzte in die Corona-Impfungen kann zum Durchbruch werden. Die Hoffnung auf eine schnelle Impfung gegen das Coronavirus wird zunächst allerdings nur für bestimmte Gruppen in Erfüllung gehen. Die Impfungen erfolgen nach einer festgelegten Reihenfolge, die pflegebedürftige Menschen vorzieht. Auch Schwangere und deren Bezugspersonen sollen schnell geimpft werden. In Bremen und Bremerhaven kann eine schwangere Frau zwei Bezugspersonen für eine Corona-Impfung benennen.

In Bremen starten ab dem 6. April die Corona-Impfungen in Hausarztpraxen.

Welche Patienten wann geimpft werden, entscheiden die behandelnden Hausärzte selbst. Sie gehen im nächsten Schritt auf die Patienten zu und impfen sie. Gehört man selbst nicht zur priorisierten Impfgruppe, haben Anrufe, um einen schnellen Impftermin zu ergattern, keinen Sinn und sollten gemäß der Kassenärztlichen Vereinigung Bremens unterlassen werden.

Aktuell setzen die Hausärzte im Land Bremen voll und ganz auf den Impfstoff von Biontech/Pfizer. Dass die Impfstoffmengen derzeit knapp sind, ist ein Wermutstropfen. Obwohl AstraZeneca vor Kurzem ein Impf-Chaos ausgelöst hatte, ist das Vertrauen der Kassenärztlichen Vereinigung Bremens in den Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers nach wie vor groß. Dass in Zukunft in Praxen von Hausärzten auch der Corona-Impfstoff von AstraZeneca verimpft wird, ist demnach nicht ausgeschlossen.

Corona in Bremen: Neben Hausärzten sollen auch Fachärzte Corona-Impfungen durchführen

Neben den Hausarztpraxen sollen auch Praxen von Fachärzten wie Gynäkologen, Pneumologen, Internisten oder Hämato-Onkologen Anlaufstellen für Corona-Impfungen im Land Bremen werden. Im Unterschied zu Impfzentren, die auch an Ostern 2021 Corona-Impfungen in Bremen durchgeführt haben, konzentrieren sich die Haus- und Fachärzte besonders auf Patienten in häuslicher Pflege, sowie auf die Impfungen ihrer Begleitpersonen. Für Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) ist diese Entwicklung eine gute Möglichkeit, vor allem die Personengruppe, die nicht in die Impfzentren kommen kann oder will, zu erreichen.

Ein großer Vorteil von Haus- und Fachärzten ist, dass sie ihre Patienten besser kennen als das medizinische Personal in den Impfzentren. Die niedergelassenen Hausärzte begleiten die Patienten meist schon über mehrere Jahre. Dass durch das Vertrauen der Patienten in die Hausärzte die Anzahl der Corona-Impfungen steigen wird, bestätigte zuletzt auch die Kassenärztliche Vereinigung Bremens. Auch wenn die Ressourcen an Impfstoffen zunächst begrenzt sind, kann Bremen durch die Einbeziehung der Haus- und Fachärzte im April endlich den Impfturbo zünden.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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