Spontan und draußen – mit Auflagen

Freiheit fürs Tanzen: Freiluftparty-Gesetz in Bremen entfristet

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Seit langem fordert die Szene in Bremen mehr Freiheit für Freiluft-Partys, hier bei einer Demo 2015.

Spontane Freiluftpartys bleiben in Bremen legal, das hat die Bürgerschaft mit Stimmen von SPD, Grünen und Linken beschlossen. Damit gilt die bislang testweise befristete Regelung dauerhaft. Die Zugeständnisse an die freie Partyszene enthalten jedoch weiterhin Einschränkungen.

Ersteinmal ist es eine gute Nachricht für die Open Air Szene in Bremen, die seit vielen Jahren heimliche Raves auf Freiflächen veranstaltet. Denn oft kam es dabei zu Konflikten mit Gesetzeshütern, obwohl nach eigenen Angaben der Kollektive stets Rücksicht auf Natur und Nachbarn genommen wurde. Auch auf politischer Ebene war das Thema immer wieder Stein des Anstoßes. Von der Bremischen Bürgerschaft wurde nun die Entfristung beschlossen, die Regelung gilt dauerhaft. Wie „Radio Bremen“ berichtet, bleiben jedoch etliche Auflagen bestehen, welche seitens der Feiernden teilweise als unpraktikable Hürde gelten.

So bleiben spontane Veranstaltungen mit Musik legal, müssen jedoch weiterhin spätestens einen Tag vorher angemeldet werden. Außerdem dürfen sie keinen Gewinn erzielen und der namentlich genannte Veranstalter muss die Fläche sauber hinterlassen sowie für die Müllentsorgung sorgen. Wo überhaupt gefeiert werden darf, obliegt den Ortsbeiräten, die bestimmte gebiete dafür sperren können. Werdersee und Weseruferpark gehören zu den 26 Flächen, die im vergangenen Jahr definitiv tabu für Partys waren. Gerade diese Gegenden zählen jedoch seit Jahren zu den Favoriten der Szene. In der Vergangenheit hatte es wiederholt Demonstrationen und Aktionen zugunsten unkomplizierter Feiern unter freiem Himmel gegeben.

Bei den Kollektiven regt sich daher Unmut, sie fordern mehr Platz und empfinden Zusatzauflagen als willkürlich, so „Radio Bremen“. Etwa darf ab Mitternacht kein Bass mehr zum Einsatz kommen, einige Veranstalter sind generell gegen die Anmeldepflicht. Sie sollen nun gemeinsam mit Polizei und Stadtamt von den treibenden Kräften aus Linken, Grünen und SPD zum Austausch an einen Tisch gebracht werden.

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