Polizeipräsident in Innendeputation

Nach Brandanschlägen auf Bremer Polizeiwachen: Bekennerschreiben sind laut Ermittler echt

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Zwei Streifenwagen der Polizei Bremen sind ausgebrannt.

In Bremen sind zwei Brandanschlägen auf Polizeiwachen verübt worden. Nun hat Polizeipräsident Lutz Müller Auskunft über die Bekennerschreiben gegeben.

Update, 20. Februar 2020: Im Zusammenhang mit Brandanschlägen auf Bremer Polizeiwachen im Steintorviertel und in Schwachhausen in diesem und im vergangenen Jahr gehen die Ermittler von der Echtheit der Bekennerschreiben aus. Das berichtete Polizeipräsident Lutz Müller am Donnerstagnachmittag in der Innendeputation. Weitere Angaben wollte Müller jedoch aus Rücksicht auf die Ermittlungen nicht machen. Es handele sich um laufende Verfahren, sagte er.

Brandanschläge auf Polizeiwachen in Bremen: Bekennerschreiben aus linker Szene

Ende Januar hatte es am Revier im Steintor gebrannt, die Eingangstür stand in Flammen. Die Ermittler gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Eine linksautonome Gruppe hatte sich kurz darauf zu dem Anschlag bekannt. Der Staatsschutz ermittelt. Ende Juli 2019 war bei einem Anschlag auf das Revier in Schwachhausen ein Schaden von mindestens 100.000 Euro entstanden. Unter anderem gingen zwei Polizeiwagen in Flammen auf. Auch hier gab es anschließend ein Bekennerschreiben aus der linken Szene. Die Schreiben stufen die Ermittler als echt ein, berichtete der Polizeipräsident in der Innendeputation.

Der Leiter des Landeskriminalamtes, Daniel Heinke, gab eine Darstellung der aktuellen bundesweiten Lage bei ähnlich gelagerten Straftaten ab. Er sprach von einem bundesweiten Anstieg von Brandanschlägen gegen die Polizei. Dabei stünden einige wenige Großstädte besonders im Fokus. Eine davon sei „bedauerlicherweise Bremen“, so Heinke. Größtenteils seien dabei linksextremistische Gruppierungen verantwortlich. Wie auch bei Straftaten von Extremisten anderer Spektren, komme es hier oft zu „Resonanzstraftaten“, bei denen sich nach einer solchen Tat Gleichgesinnte zu weiteren Anschlägen motiviert fühlten und diese auch durchführten. 

Teilweise stellten die Täter auch einen Bezug zu anderen Brandstiftern her. So komme es zu „Wellen von Taten“, führte des Chef des Landeskriminalamtes aus. Die Hamburger Polizei habe kürzlich eine Kleingruppe von Brandstiftern identifiziert und verhaftet. (mko/gn)

Update, 29. Juli, 14.40 Uhr: Brandstiftung zugegeben

Auf einer Internetseite wurde am Sonntagabend ein Bekennerschreiben veröffentlicht, in dem sich die Verfasser zu der Brandstiftung bekennen. Die Autoren beziehen sich auf  „... Drei von der Parkbank“, die Anfang Juli von Einsatzkräften in Hamburg im Bereich einer Parkbank festgenommen wurden. Die drei dortigen Beschuldigten stehen im Verdacht, kurz vor der Durchführung eines Brandanschlages gestanden zu haben.

Kurz nach der Festnahme wurde in einschlägigen Internetforen der bundesweite Aufruf „Solidarität mit ,Den Drei von der Parkbank‘“ platziert. Seit dem kam es neben Demonstrationen auch zu Straftaten im Bundesgebiet mit entsprechendem Bezug.

Der Staatsschutz der Polizei Bremen hat die Ermittlungen aufgenommen. Sachdienliche Zeugenhinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter der Rufnummer 0421/362-3888 entgegen.

Das Polizeirevier Schwachhausen steht in Form einer Mobilen Wache ab Montag wieder zu den bekannten Öffnungszeiten zur Verfügung.

Update, 29. Juli, 10.45 Uhr: Bekennerschreiben aufgetaucht

Die Polizei in Bremen hat nach einem Brandanschlag auf zwei Streifenwagen ein Bekennerschreiben erhalten. "Das prüfen wir", sagte eine Polizeisprecherin am Montag. 

Der Staatsschutz ermittele weiter wegen eines vermuteten politischen Hintergrundes. Die Sprecherin kündigte für den Laufe des Tages weitere Informationen an. In dem nicht besetzten Polizeirevier des Stadtteils Schwachhausen waren in der Nacht zum Sonntag zwei Streifenwagen in Flammen aufgegangen. Ein zweites Feuer, das mutmaßlich ebenfalls gelegt wurde, beschädigte einen Teil des Reviers. Es sollte aber am Montag wieder öffnen. 

Bereits 2015 hatten auf dem Gelände des Reviers in Schwachhausen sechs Polizeiautos gebrannt. Damals sei ein psychisch Kranker als mutmaßlicher Täter ermittelt worden, sagte die Polizeisprecherin.

Originalmeldung: Brand an Bremer Polizeirevier

Bremen - Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Brandstiftung. Anrufer meldeten gegen 2.25 Uhr ein Feuer auf dem Polizeirevier in Bremen-Schwachhausen, das nachts geschlossen ist, teilt die Polizei mit.

Bei Eintreffen der Einsatzkräfte brannten zwei Streifenwagen auf dem Hinterhof und der Haupteingang zur Polizeiwache. Die Feuerwehr war schnell vor Ort und löschte den Brand, an den Streifenwagen entstand jeweils Totalschaden.

Zur Stärkung des Sicherheitsgefühls der Bürger von Bremen hat die Polizei eine neue Wache am Hauptbahnhof eröffnet. Die Beamten sollen gemeinsam mit der Bundespolizei auf Streife gehen.

Bremer Staatsschutz prüft politischen Hintergrund

Nach jetzigem Stand wird das Polizeirevier Schwachhausen ab Montag wieder zu den üblichen Öffnungszeiten besetzt sein.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung aufgenommen. Der Staatsschutz prüft einen politischen Hintergrund der möglichen Straftat. Zeugenhinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0421/362-3888 entgegen.

jdw

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