Böller, Eierwurf

Demos in Bremen: Polizei im Einsatz – Verstöße gegen Corona-Auflagen

DFB-Pokalhalbfinale von Werder, Ausgangssperre, Demos und 1. Mai: Am Wochenende ist einiges los in Bremen. Die Polizei ist deshalb verstärkt im Einsatz.

Update vom Samstag 1. Mai 2021, 19 Uhr: Bremen – Bereits ab Freitagabend, 30. April 2021, war die Polizei verstärkt im Einsatz. Rund um das Weserstadion und das dort ausgetragene Pokalhalbfinale blieb es aus polizeilicher Sicht ruhig. Später am Abend kam es im Rahmen eines Demo-Zugs zu einem Eierwurf in die Menge. Auch ein Böller sei gezündet worden.

Die Bremer Polizei ist am 1. Mai-Wochenende verstärkt unterwegs. (Symbolbild)

Gegen 22 Uhr versammelten sich mehrere Kleingruppen am Freitag zu einer offensichtlich geplanten Aktion auf dem Bremer Marktplatz. Ein Polizeisprecher: „Sie verstießen damit bewusst gegen die nächtliche Ausgangssperre und die Corona-Verordnung.“ Bei anschließenden Kontrollen lieferten sie sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei und zündeten Bengalos. Dabei kam es auch zu gezielten Flaschen- und Steinwürfen auf zwei Polizeiautos.

Ansonsten seien die Versammlungen – vor allem die am Samstag – insgesamt friedlich verlaufen.

Demos in Bremen: Hunderte ziehen durch die Straßen – Omas gegen Rechts

Update vom Samstag 1. Mai 2021, 18 Uhr: Bremen – Viel los in der Hansestadt: Zahlreiche Demonstrationen rollen durch Bremen. Die größte ist an diesem Tag wohl die des Bündnisses internationalistischer und revolutionärer erster Mai. Rund 1000 Teilnehmer zogen vom Hauptbahnhof über die Domsheide bis zum Leibnizplatz. Angemeldet waren 200 Personen.

So sah es 2018 vor dem Bremer Rathaus aus.

Groß sollte auch die Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) auf der Bürgerweide werden: 420 Menschen versammelten sich dort laut Polizei-Angaben. Doch dann brach ein Unwetter rein – und die Menschenmassen lösten sich schnell auf.

Auch weitere Veranstaltungen sind geplant: So wollen die „Omas gegen Rechts“ eine Aktion starten – und die „Dekolonialen ersten Mai“ eine Kundgebung abhalten.

Erstmeldung vom Freitag, 30. April 2021: Bremen – Die Polizei in Bremen kündigt an, dass sie rund um den 1. Mai in Bremen verstärkt auf den Straßen präsent ist. Grund ist nicht nur das DFB-Pokalhalbfinale zwischen Werder und RB Leipzig im Weserstadion und das Klimacamp vor dem Rathaus, sondern die einige Versammlungen und Demonstrationen rund um den Tag der Arbeit in der Hansestadt. Trotz der sowieso schon schweren Belastung in der Corona-Pandemie will die Polizei aber das Recht auf Versammlungsfreiheit schützen und sämtliche Demos und Kundgebungen begleiten.

Stadt im Land Bremen:Bremen
Fläche:325,56 Quadratkilometer
Einwohner:567.559 (Stand: 31. Dezember 2019)
Vorwahl:0421
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte (SPD)

Los geht das harte Wochenende für die Gesetzeshüter mit einem Einsatz am Weserstadion, wenn am Freitagabend, 30. April 2021, Werder auf RB Leipzig trifft. Auch wenn keine Zuschauer im Stadion erlaubt sind, so wird trotzdem damit gerechnet, dass es rund um die Arena ruhig bleibt.

1. Mai in Bremen: Zahlreiche Aufzüge, Kundgebungen und Infostände in der Stadt

Hinzu kommt eine angemeldete Demonstration mit dem Titel „Take back the night“. Diese wird ebenfalls von den Einsatzkräften begleitet, schreibt die Pressestelle der Polizei Bremen in einem Bericht. Darüber hinaus sind weitere Kundgebungen, Aufzüge und Infostände angemeldet.

So ruft der DGB am Samstag, 1. Mai 2021, zu einer Protestkundgebung auf der Bürgerweide auf. Ab 11:00 Uhr wolle man sich dort versammeln, so der DGB. Dieses Jahr läuft es aber anders als sonst. Die Veranstaltung ist kleiner, weil „wir uns unserer Verantwortung gegenüber unseren Kolleg*innen bewusst sind“, erklärt man beim DGB und meint damit die Corona-Pandemie.

Trotzdem sei es ihnen wichtig, Flagge zu zeigen und die Forderungen „Solidarität ist Zukunft“ auf die Straße zu tragen. „Unsere Kundgebung wird um 11 Uhr auf der Bürgerweide stattfinden, der Domshof wäre unter den gegebenen Umständen zu klein. Natürlich achten wir auf die gebotenen Hygienemaßnahmen. Für die Teilnehmenden gilt Maskenpflicht und Abstand halten. Für alle wird es außerdem die Möglichkeit geben, auf unserer Facebookseite nachträglich ein Video der Veranstaltung und eine digitale Mai-Rede anzuschauen“, heißt es.

Demo am Hauptbahnhof: „Internationalistischer und revolutionärer 1. Mai in Bremen“

Um 12:00 Uhr ist dann das Bündnis „Internationalistischer und revolutionärer 1. Mai in Bremen“ vor dem Hauptbahnhof dran. „Nach einer Auftaktkundgebung laufen wir über Herdentor zur Domsheide und dann zur Abschlusskundgebung im Park am Theater am Leibnitzplatz“, teilt das Bündnis auf seiner Facebook-Seite mit.

Der 1. Mai steht unter dem Motto „1. Mai – zusammen kämpfen“ und lässt erahnen, in welche Richtung die Demo geht. Auch hier wird die Polizei verstärkt Präsenz zeigen und das Recht der Versammlungsfreiheit schützen. Kündigt aber gleichzeitig an, bei Nichteinhaltung von Auflagen oder Straftaten einzuschreiten.

„Die Kräfte werden die neuralgischen Brennpunkte der Stadt im Blick haben, um unter anderem auch die nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr zu kontrollieren“, schreibt Franka Haedke von der Pressestelle der Bremer Polizei. Weiter erklären die Sicherheitskräfte: „Die Polizei Bremen appelliert weiterhin an Sie: Halten Sie sich an die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.“

Polizei Bremen verstärkt im Einsatz: Wegsehen ist für die Polizei keine Option

„Auch wenn Sie die politischen Entscheidungen unter Umständen nicht gutheißen, Wegsehen ist für die Polizei keine Option. Polarisierungen oder Unmut durch Angriffe oder Beleidigungen auf einzelne Polizeibeamte helfen in diesen Situationen niemandem. Agieren Sie mit Vernunft und Einsicht. Binden Sie nicht unnötig Polizeikräfte. Halten Sie sich an die Maßnahmen, auch wenn es schwerfällt“, so die Polizei Bremen.

Auch in Hamburg sind zahlreiche Kundgebungen, Aufzüge und Infostände angemeldet. Allein am 1. Mai sind es in der Hansestadt ganze 26 Veranstaltungen, die angemeldet wurden. Der Erfahrung der Polizei nach bleibt es hier zum Tag der Arbeit nicht überall ruhig. Es gibt etliche Ecken in Hamburg, wo es am Samstag krachen könnte*, berichtet 24hamburg.de. * nordbuzz.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt

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