Senat setzt Regeln um

Corona-Lockdown verlängert: Bremen beschließt neue Regeln

Der Corona-Lockdown wird auch in Bremen bis zum 7. März verlängert. Nur Friseure dürfen früher öffnen. Ein Wert entscheidet über die Öffnung des Handels.

  • Trotz Corona-Lockdowns: Friseure dürfen ab 1. März wieder öffnen.
  • Schulen und Kitas in Bremen bleiben geschlossen: Neue Regelungen zur Öffnung sind ab 22. Februar möglich.
  • Öffnung des Einzelhandels in Bremen ist möglich, wenn der Inzidenzwert unter 35 liegt.

Bremen ‒ Der Corona-Gipfel am 10. Februar hat Klarheit über den Verlauf der nächsten Wochen gebracht. Bund und Länder einigten sich über einen Zeitplan, auch Bremen zieht mit und verlängert den Lockdown bis zum 7. März. Im Mittelpunkt vieler politischer Diskussionen steht der Inzidenzwert. Die magische Grenze lag bislang bei 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Lange stagnierte der Wert im Land Bremen, zuletzt nahm er jedoch stetig ab.

Coronavirus im Land Bremen:Stand: 10. Februar, 16 Uhr, Senat Bremen
Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen:98
Aktive Corona-Fälle aktuell:863 (-186)
Zahl der Gestorbenen mit Corona-Infektion:305 (+0)
7-Tage-Inzidenzwert/100.000 Einwohner:57,6 (Stadt Bremen)/138,4 (Stadt Bremerhaven)

Nun sollte also ein neuer Anlauf gestartet, die Zahlen weiter zu drücken, mit neuen Corona-Schutzmaßnahmen ab dem 15. Februar. Die große Frage, die im Raum stand: Sind erste Lockerungen der strikten Beschränkungen realistisch? Im Vorfeld des Bund-Länder-Gipfels zeichnete sich ein klares „Nein“ zur Beantwortung dieser Frage ab. Eine einheitliche Lösung ‒ wie zuvor Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) forderte ‒ ist gefunden worden, sodass der Lockdown verlängert wurde. Vieles bleibt gleich, aber einige Änderungen werden in Bremen umgesetzt. nordbuzz.de gibt einen Überblick.

Verlängerung des Corona-Lockdowns: Welche Regeln müssen Menschen in Bremen beachten?

Was für Auswirkungen haben also nun die Corona-Beschlüsse von Bund und Länder? Und was verändert sich speziell für das Land Bremen? Bekannte Regeln, wie die der Kontaktbeschränkung, haben weiterhin Bestand. So gilt auch für die kommenden Wochen der Appell, Treffen mit sozialen Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Dies bedeutet im Klartext, dass ein Treffen in der Öffentlichkeit nur zwischen einem Haushalt und einer weiteren Person möglich ist. Zudem sind Bremens Arbeitgeber nach wie vor angehalten, auch in Zukunft Homeoffice für Arbeitnehmer zu ermöglichen. Darüber hinaus haben auch das Tragen einer FFP2- oder einer medizinischen Maske, sowie die Einhaltung des Sicherheitsabstandes von mindestens 1,50 Meter in der Öffentlichkeit, wie zum Beispiel in der Bremer Innenstadt, höchste Priorität.

Schulen und Kitas in Bremen: Sind Lockerungen für Kinder und Schüler absehbar?

Besonders eine Frage interessiert das Land Bremen: Wann können Schulen und Kitas wieder geöffnet werden und in den Normalbetrieb wechseln? Der Bremer Senat hat dieses wichtige Thema auf dem Zettel und wird sich zeitnah dazu äußern. Bis zum 12. Februar gilt noch mindestens das Prinzip der Notbetreuung in den Kindertagesstätten. Wie es ab dem 15. Februar in diesem Bereich aussehen wird, war lange unklar.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) forderte bereits vor dem Corona-Gipfel eine Öffnungsstrategie, die Vorsicht und Verantwortung walten lässt. Nun ist klar, wann Schulen und Kitas wieder öffnen sollen, entscheidet das Land Bremen selbst. Das Nachbarland Niedersachsen hat bereits einen Plan für die Schulen vorgelegt, berichtet kreiszeitung.de *.

Das Coronavirus hat Bremen auch in den kommenden Wochen fest im Griff.

Um die Situation in Schulen und Kitas in Bremen zu erörtern, findet zeitnah ein Treffen von Bildungsbehörde, Elternvertretung, Lehrern und Vertretern der Politik statt. Neue Regelungen könnten ab dem 22. Februar wirksam werden. Für mehr Präsenzunterricht, um sich so einer kompletten Öffnung zu nähern, betrachtet Bremens Bürgermeister auch die bevorzugte Impfung des Personals an Schulen und Kindertagesstätten als eine Option. Inwiefern diese Idee realistisch ist, bleibt abzuwarten. Dafür müsste es einen bundesweiten Konsens geben.

Corona-Lockdown in Bremen: Friseure und Einzelhandel ‒ wann macht was wieder auf?

Zumindest in einer Angelegenheit gibt es nach der Bund-Länder-Konferenz nun Klarheit: Ab dem 1. März darf sich Bremen und Bremerhaven über die Öffnung von Friseuren freuen. Abgeleitet aus dem Aspekt des „hygienischen Wohlbefindens“, seien insbesondere ältere Menschen auf die Dienstleistung des Friseurs angewiesen, so Andreas Bovenschulte.

Wie ausdrücklich betont wurde, ist eine zeitnahe Öffnung des Einzelhandels nicht absehbar. Obwohl kein Termin feststeht, weckt Bovenschulte nun Hoffnung. Eine Unterschreitung des Inzidenzwerts von 35 ermögliche den Neustart für den Einzelhandel im Land Bremen. Dies gelte auch für Lockerungen für Baumärkte des Landes. Nach wie vor können Kunden jedoch auf den „Click-and-Collect“-Service zugreifen, der ein kontaktloses Abholen online-gekaufter Waren unter Wahrung der Hygienevorschrift ermöglicht. Sollte sich der Inzidenzwert unterhalb der 35er-Marke einpegeln, müsse jedoch eine Abstimmung zwischen Bremen und Niedersachsen erfolgen, um so Einkaufstourismus aus dem Weg zu gehen.

Coronavirus-Lockdown in Bremen: Weitere Beratungen von Bund und Ländern Anfang März

Zur Beratung kommender Entscheidungen wurde nun der 3. März als Stichtag auserkoren. Ob die am Mittwoch verkündeten Maßnahmen, den gewünschten Effekt der Verringerung des Inzidenzwerts bezwecken, ist auf dem kommenden Corona-Gipfel sicherlich als erster Tagesordnungspunkt vermerkt. Wie geht es nun langfristig weiter mit dem Betrieb in Schulen oder Kitas? Und findet in einem neuen Konzept auch die Gastronomie, Kultur oder der freizeitliche Sportbetrieb Einzug? Bis zur Klärung dieser Fragen müssen sich nicht nur Bremer weiterhin in Geduld üben. * kreiszeitung.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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