To-Go-Verbot

Corona in Bremen: City-Lockdown - Glühwein-Ausschank erlaubt

Der nächste Corona-Lockdown in Deutschland naht. Damit wird der Glühwein-Genuss in Bremen neu geregelt. Der Ausschank bleibt erlaubt.

  • Corona-Lockdown in Deutschland: Auch Bremen schließt den Handel.
  • Neue Regeln für den Glühwein-Genuss in Bremen: Ausschank bleibt erlaubt.
  • Der Verzehr von alkoholischen Getränken in der Öffentlichkeit wird in Bremen untersagt.

Update, 14. Dezember: Der bundesweite Corona-Lockdown ab 16. Dezember ist beschlossene Sache. Das Land Bremen setzt die neuen Regelungen ebenfalls ab Mittwoch um. So ändert sich auch beim Glühwein-Genuss etwas. Der öffentliche Ausschank bleibt erlaubt, jedoch nur im geschlossenen Becher für den Verzehr zu Hause, erklärte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte am Sonntag. Der Verzehr alkoholischer Getränke in der Öffentlichkeit ist untersagt.

Die Gruppenbildung in der Nähe solcher Verkaufsstände tolerieren die Bremer Behörden ab Mittwoch nicht mehr. Dies gilt auch für den schnellen Imbiss auf die Hand. Bratwurst, Pommes & Co. dürfen nicht mehr in der Nähe des Verkaufsstands gegessen werden. Auf dem Weg nach Hause oder zurück ins Büro darf jedoch zugebissen werden, heißt es am Sonntag. Demnach bleiben die Buden der Schausteller in der Innenstadt geöffnet. (jdw)

Stadt in Deutschland Bremen
Fläche 326,7 km²
Bevölkerung 547.976 (30. April 2012)
Bürgermeister Andreas Bovenschulte
Vorwahl 0421

Ursprungsmeldung, 8. Dezember: Bremen - In Bayern ging es los, dann folgte Niedersachsen. Und jetzt auch Hamburg: Überall werden die Glühwein-Buden und Weihnachtsmärkte zugemacht. Massen-Saufen verboten! Überall? Nicht ganz: Ein kleines Bundesland im Norden bleibt bei der Glühwein-Frage stabil: Bremen. Hier darf noch getrunken werden! Mehr als hundert Tote mit einer Corona-Infektion, die Zahl der Neuinfektionen sinkt nicht gravierend – und Bremen gönnt sich erstmal Glühwein. Doch wie lange noch?

In Corona-Zeiten in einer Schlange stehen: In Bremen ist der Glühwein-Ausschank erlaubt, der Verzehr in der Öffentlichkeit ab 16. Dezember allerdings nicht mehr.

Coronavirus in Bremen: Glühweinroute veröffentlicht – Buden in der Bremer City geöffnet

Weihnachtsmarkt-Freunde in Bremen können aufatmen: Auf dem „Weihnachtsmarkt light“ in der Bremer City lässt sich alles kaufen, was das Weihnachtsherz begehrt. 17 Buden dürfen in der Vorweihnachtszeit geöffnet sein. Dort wird es das beliebte Heißgetränk allerdings nicht geben. Wer vor oder nach dem Shopping-Bummel einen Glühwein trinken möchte, für den hat die Bremer Gastro-Gemeinschaft einen Routenplan von Glühwein-Stand zu Glühwein-Stand aufgelegt, schreibt kreiszeitung.de*. Den Weihnachtsmarkt haben die Schausteller durchgeboxt – mit dem Segen des Ordnungsamts. „Mutig“, nennt das „buten un binnen“, werde doch die Bevölkerung in Restdeutschland gerade auf härtere Lockdown-Maßnahmen getrimmt.

Und diese Maßnahmen machen durchaus Sinn: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bleibt hoch – immer mehr Menschen mit Covid-19 sterben. In Bremen ist das nicht anders: Laut butenunbinnen.de (Stand: Dienstag, 8.12.2020, 14.30 Uhr) liegt der Inzidenzwert bei 117,5, 1.547 Menschen sind aktuell infiziert. In der Hansestadt starben bislang 123 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Und trotzdem: Die Bremer sollen ihren Glühwein trinken dürfen. Zunächst wollte der Bremer Senat dieser Praxis einen Riegel vorschieben. Doch dann gab es in einer Sondersitzung der Bürgerschaft hitzige Diskussionen. Et voilà – Glühwein ahoi! Das sieht sogar die Opposition so, die das Ganze mitträgt.

Glühwein in Bremen: Das sind die Regeln in Corona-Zeiten

Klar, keine Frage: Der Bremer Gastronomie geht es schlecht – wie überall im Land. Auch das dürfte bei der Entscheidung des Bremer Senats eine große Rolle gespielt haben. Es ist die letzte Chance, in diesem verkorksten Jahr noch etwas Umsatz zu machen. Aber: Die Bremer Kunstszene geht auch auf dem Zahnfleisch – Freiluft-Konzerte mit begrenzter Teilnehmerzahl sind dennoch tabu.

Einige Regeln gibt es beim Glühwein trinken in Bremen aber doch: So darf der Alkohol nicht am Stand getrunken werden, um keine Gruppenbildung zu fördern. Glühwein-to-go also - auf zum nächsten Tisch. Spaß haben, rausgehen, gleichzeitig die Corona-Zahlen drücken. Wie passt das alles in Pandemie-Zeiten zusammen? Das hat sich Nutzer Torben Jeske auf Twitter auch gefragt.

Ja zum Glühwein in Bremen: So sieht es in anderen Bundesländern aus

Andere Bundesländer sind da in der Glühwein-Frage bei Weitem härter: In Niedersachsen sind klassische Weihnachtsmärkte verboten. Darum haben sich die Schausteller nun etwas Besonderes einfallen lassen, berichtet kreiszeitung.de*. Und auch in Hamburg wird es eng für Glühwein-Fans. Dort wurde der Ausschank mittlerweile in mehreren Stadtteilen verboten, so 24hamburg.de*.

Doch genug von den Nachbarn geredet, zurück nach Bremen: „Sollten wir jetzt nicht alle mal die Füße stillhalten, damit uns das Pandemie-Geschehen nicht um die Ohren fliegt?“, fragt ein „buten un binnen“-Reporter in einem Kommentar. Bremen scheint seine Wahl getroffen zu haben: In der Warteschlange an der Glühweinbude mit den Hufen scharren. Na dann: Prost! *kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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