Schwellenwert festgelegt

Corona in Bremen: Bovenschulte weckt Hoffnungen auf Öffnung des Einzelhandels

Die Corona-Krise in Bremen ist längst nicht überstanden. Doch Bürgermeister Andreas Bovenschulte äußert sich optimistisch zur Öffnung der Geschäfte.

Update, 11. Februar, 8:30 Uhr: Nach dem Bund-Länder-Gipfel zur Corona-Krise hat Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) darauf hingewiesen, dass der für eine Öffnung des Einzelhandels entscheidende Wert von 35 Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen für die jeweiligen Länder gelte. „Es geht um den Durchschnittswert eines Bundeslandes“, sagte Bovenschulte am Mittwochabend bei einer Pressekonferenz. Er habe dafür plädiert, den 35er-Wert bundeseinheitlich zu sehen, könne aber auch die jetzige Regelung verstehen. Wichtig sei aber, dass sich die Länder untereinander abstimmten, um Einkaufstourismus zu vermeiden.

Bovenschulte machte auch klar, dass eine gewisse Schwankungsbreite einkalkuliert worden sei: „Das ist kein Schwellenwert für Erbsenzähler.“ Sollte Bremen etwa bei einem Inzidenzwert von stabil 36 liegen und Niedersachsen bei 34, dann würde Bremen sicher den Einzelhandel wie vorgesehen öffnen. Schwieriger werde die Abstimmung, wenn die Unterschiede größer ausfielen. Das sei auch bei den Beratungen anerkannt worden. „Da vertraue ich auf den gesunden Menschenverstand, um eine Lösung zu finden.“ (dpa)

Coronavirus im Land Bremen:Stand: 10. Februar, 16 Uhr, Senat Bremen
Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen:98
Aktive Corona-Fälle aktuell:863 (-186)
Zahl der Gestorbenen mit Corona-Infektion:305 (+0)
7-Tage-Inzidenzwert/100.000 Einwohner:57,6 (Stadt Bremen)/138,4 (Stadt Bremerhaven)

Corona-Krise in Bremen: Bürgermeister Bovenschulte sieht wenig Spielraum für Lockerungen

Update, 10. Februar, 7:57 Uhr: Werden heute beim Bund-Länder-Gipfel Corona-Lockerungen beschlossen? Die ersten Informationen, die aus Berlin und den Landeshauptstädten durchdringen, lassen wenig Hoffnung aufkommen. Auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sieht nur wenig Spielraum für Lockerungen der Lockdown-Maßnahmen. „Große Lockerungen sind am Mittwoch eher unwahrscheinlich. Zwar sinkt die Inzidenz bundesweit, aber sie liegt immer noch über 50. Außerdem ist unklar, welchen Einfluss die Mutationen auf das Infektionsgeschehen haben“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Wenn es neue Spielräume gebe, sollen zunächst Kitas und Schulen öffnen, erklärte der Regierungschef weiter.

Das Land Bremen meldete am Dienstag 49 Corona-Neuinfektionen, allesamt in der Stadtgemeinde Bremen. Acht Tote mit Corona-Infektion sind außerdem gemeldet worden. In Bremens Krankenhäusern werden 156 Menschen mit Sars-CoV-2-Virus behandelt. Akut infiziert sind 1049 Menschen. Die Inzidenz in Bremen beträgt 59, in Bremerhaven 137,6. Diese Werte fallen demnach deutlich von Montag auf Dienstag. (jdw/dpa)

Ursprungsmeldung, 9. Februar: Bremen - Wird der Corona-Lockdown in Deutschland, und somit auch in Bremen, über den 14. Februar verlängert? Noch hält sich der Bremer Senat bedeckt, hingegen Stephan Weil, Ministerpräsident von Niedersachsen, spricht sich für eine Lockdown-Verlängerung aus, wie kreiszeitung.de* berichtet. Deutschlandweit geht die Zahl der Corona-Neuinfektionen runter. Die Zahlen in Bremen weisen ebenfalls einen positiven Trend auf, lediglich in Bremerhaven steigt die Zahl von neuen Sars-CoV-2-Fällen an. Ist der Ausbruch in der Seestadt außer Kontrolle?

Coronavirus in Bremen: Inzidenzwerte in Bremen und Bremerhaven klaffen weit auseinander

In absoluten Zahlen hatte Bremen deutlich mehr Coronavirus-Neuinfektionen in der vergangenen Woche zu vermelden, als es in Bremerhaven der Fall war. In Bremen waren es 372, in Bremerhaven insgesamt 206 neue Corona-Fälle. Das macht insgesamt 578 neue Sars-CoV-2-Nachweise, meldet die Bremer Gesundheitsbehörde. 483 Personen gelten als wieder genesen.

Das Coronavirus grassiert weiterhin im Land Bremen. Einwohner zwischen 15 und 59 Jahren bekommen deshalb kostenlos FFP2-Masken zugeschickt.

Wenn man diese Zahlen allerdings im Verhältnis zu den Einwohnerzahlen setzt - 117.474 in Bremerhaven zu 565.705 in Bremen (Stand: 30.09.2020) - wird ersichtlich, dass das Corona-Geschehen in Bremerhaven zuletzt deutlich dynamischer verlief als in Bremen. Dementsprechend klaffen die Inzidenzwerte weit auseinander - 63,3 in Bremen, 163,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen in Bremerhaven.

Coronavirus im Land Bremen: Nach Ausbruch in Bremerhaven - Leiter des Gesundheitsamts nimmt Stellung

Laut Ronny Möckel, Leiter des Bremerhavener Gesundheitsamtes, sei die Lage allerdings weiterhin beherrschbar. Die zahlreichen Corona-Neuinfektionen würden sich auf wenige Orte konzentrieren, erklärt er gegenüber „buten un binnen“ und spielt dabei auf die Infektionsherde bei Tiefkühl-Herstellern wie Frosta oder Deutsche See an. Die Kontaktverfolgung gelinge weiterhin zeitnah. Am Montag registrierte die Seestadt jedoch höhere Zahlen als Bremen - 18 zu 9 Corona-Neuinfektionen. Auch Corona-Mutationen seien bereits in Bremerhaven nachgewiesen worden. Dieser neuen Situation müssten sich die Behörden stellen, heißt es von Möckel.

In Bremen sieht die Corona-Lage in Bezug auf die Neuinfektionen deutlich besser aus. Am Montag meldete die Gesundheitsbehörde nur neun neue Fälle. Der Inzidenzwert liegt bei 63,1 und nähert sich der 50er-Grenze an. Die Lage in den Bremer Krankenhäusern bleibt stabil auf einem hohen Niveau. 167 Patienten mit einer Corona-Infektion werden stationär behandelt, 31 davon liegen auf einer Intensivstation. Mit diesem landesweit leicht positiven Trend geht Bürgermeister Andreas Bovenschulte in die Ministerpräsidenten-Konferenz am Mittwoch, wo über die Verlängerung des Corona-Lockdowns beraten wird. // *kreiszeitung.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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