Kurzer Kontakt reicht

Corona-News Bremen: Starker Anstieg ‒ Briten-Mutation hoch ansteckend

Mutations-Alarm im Land Bremen: Während erste Lockdown-Lockerungen beschlossen sind, breitet sich die britische Corona-Variante B117 rasant aus.

Bremen ‒ Die britische Coronavirus-Mutation ist längst im Land Bremen angekommen. Seit Ende 2020 breitet sie von Großbritannien in Europa aus. Studien belegen inzwischen, dass die Corona-Variante B117 deutlich ansteckender als die ursprüngliche Virus-Variante ist. So wird die Gefahr einer Ansteckung unter Kontaktpersonen erhöht. Warnte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch vor einer schnellen Ausbreitung der Mutation, hatte die Mutation ihren Weg längst nach Deutschland gefunden. Auch vor Bremen macht B117 keinen Halt. Im Gegenteil: Die Mutation breitet sich rasant aus.

Coronavirus in Zahlen im Land Bremen:Stand: 18. Februar, 16 Uhr. Quelle: Senatspressestelle
Aktive Corona-Infektionen:692 (+10 innerhalb von 24 Stunden)
Corona-Fälle insgesamt:17.249 (+75)
Genesene Personen: 16.236 (+63)
Gestorbene mit Corona-Infektion: 321 (+3)
7-Tage-Inzidenz:57,4 (Bremen) / 102,8 (Bremerhaven)

Aktuelle Zahlen der Bremer Gesundheitsbehörde, die auf Auswertungen vom 17. Februar beruhen, sprechen eine eindeutige Sprache. Lag die Anzahl der Ansteckungen mit der Corona-Mutation bis Ende vergangener Woche bei 36, sind seit Anfang dieser Woche ‒ im Zeitraum von nur vier Tagen ‒ 27 Befunde im Land Bremen dazugekommen. In Bremerhaven liegen insgesamt 27 Befunde mit der Coronavirus-Variante B117 vor.

Zur Bekämpfung des Coronavirus und Einhaltung der Maskenpflicht versorgte das Land Bremen unterdessen jeden Bürger im Alter von 15 bis 59 Jahren mit kostenlosen FFP2-Masken. Doch trotz allen Schutzmaßnahmen und Hygienekonzepten verbreitet sich das Coronavirus weiter. Dennoch öffnen jetzt Gartencenter und Blumenläden in Bremen wieder ihre Pforten.

Die britische Corona-Mutation macht auch vor Bremen nicht Halt.

Wie schwer die Infektionen mit der britischen Corona-Mutation im Land Bremen verlaufen, lasse sich aufgrund der aktuellen Datenlage noch nicht beurteilen. So treten sowohl asymptomatische Verläufe also auch Covid-19-Erkrankungen auf, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, erklärte Lukas Fuhrmann, Sprecher des Bremer Gesundheitsressorts. Grund zur Verharmlosung der Mutation besteht deswegen noch lange nicht, unterscheidet sich die britische Mutation doch erheblich von einer ursprünglichen Corona-Infektion. Nach Aussagen des Bremer Virologen Andreas Dotzauer gelangt die Mutation B117 deutlich schneller in die Zellen des Menschen. Dadurch bestehe eine deutlich erhöhte Ansteckungsgefahr. Nicht einmal 15 Minuten brauche die Mutation, um bei Kontakt mit einer positiv getesteten Person eine Infektion auszulösen.

Auf der Suche nach gefährlichen Corona-Mutationen laufen seit Anfang Februar Testungen im Land Bremen auf Hochtouren. Im Anschluss eines üblichen Labortests lässt sich bestimmen, ob eine Virus-Variante vorliegt. Um welche Corona-Variante es sich genau handelt, sei dann noch nicht klar. Die gängige Methode zur Erkennung einer Corona-Mutation, wie B117 eine ist, bleibt die Sequenzierung, die im Zuge einer langwierigen Prozedur Virusstämme untersucht. Für Bremer Labore bedeutet dies noch mehr Arbeit, als ohnehin schon. Derzeit finden in Bremen laut eines Berichts von „buten un binnen“ pro Woche etwa 13.000 Corona-Tests statt ‒ das sind knapp 2.000 Tests am Tag.

Rubriklistenbild: © dpa/Mohssen Assanimoghaddam

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