Corona-Pandemie

Corona in Bremen: Mehr Rechte für Geimpfte – Bovenschulte unentschlossen

Sollten Geimpfte in der Corona-Pandemie ihre Grundrechte in Bremen zurückbekommen? Bürgermeister Andreas Bovenschulte weist auf einen unlösbaren Widerspruch hin.

Bremen/Bremerhaven – Es gibt fast nichts, ohne ein Haar in der Suppe! In der Debatte um Grundrechte für Geimpfte scheint es aber ein ganzes Haarbüschel zu sein. Eigentlich müsste die logische Schlussfolgerung für Geimpfte sein, dass sie auch ihre Grundrechte während Corona zurückerhalten. Die Rechnung scheint einfach: von ihnen geht kaum eine Gefahr aus. Doch ganz so simpel ist es nicht.

Coronavirus in Zahlen im Land Bremen:Stand: 27. April 2021, 16 Uhr. Quelle: Senatspressestelle
Aktive Corona-Infektionen:2.030 (-35 innerhalb von 24 Stunden)
Coronafälle insgesamt:24.788 (+125)
Genesene Personen:22.306 (+156)
Gestorbene mit Corona-Infektionen:452 (+4)
7-Tage-Inzidenz:150,4 (Bremen) / 157,5 (Bremerhaven)

„Bei der Gesamtbetrachtung führt das zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft“, zitiert der Weser-Kurier Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD). Aus der individuellen Perspektive sei es kaum zu begründen, jemandem Grundrechte zu verweigern, der durch sein Verhalten offenbar kaum noch etwas zum Pandemiegeschehen beitragen könne.

Corona in Bremen: Hoffnungsschimmer für Geimpfte und Genesene

Trotzdem gibt es für Geimpfte und von Corona genesene Personen einen Hoffnungsschimmer im Land Bremen, denn einer Gleichsetzung mit Getesteten steht der Bremer Senatschef weniger kritisch gegenüber. Momentan ist etwa ein Test notwendig, um einen Friseur aufzusuchen oder zum Shopping mit Termin zu gehen. Auch wer jemanden in einer Pflege- oder Seniorenheim besuchen möchte, muss ein negatives Testergebnis vorlegen. Im Zoo am Meer in Bremerhaven muss auch noch ein negativer Coronatest vorgelegt werden, ursprünglich hatte man hier bereits anders geplant, berichtet kreiszeitung.de*. Allein die rechtliche Grundlage fehlt.

Wie soll mit Geimpften umgegangen werden? Sollen sie ihre Grundrechte komplett zurückerhalten oder erstmal nur mit Getesten gleichgestellt werden? Bürgermeister Andreas Bovenschulte sieht einen Widerspruch. (nordbuzz.de-Montage)

Gerade wurde erst die Testpflicht in Bremer Unternehmen beschlossen, diese könnte dann auch wegfallen. Der Bund plant derzeit, alles einheitlich zu regeln. Doch Vorsicht: Die Impfung sollte auch tatsächlich gemacht werden, wenn man die Erleichterungen haben will. Ein gefälschter Impfpass kann mächtig Ärger machen.

Grundrechte für Geimpfte und Genesene: Von ihnen geht kaum mehr eine Gefahr aus

Der Grund ist ganz einfach: Von einer geimpften Person oder von jemanden, der die Erkrankung durchgemacht hat, geht nach jetzigem Stand der Wissenschaft kaum eine Gefahr aus. Der Bremer Virologe Andreas Dotzauer sieht das laut Weser-Kurier ähnlich: Die Impfung senke selbst bei einer Ansteckung die Virenlast des Betroffenen so erheblich, dass eine Übertragung zwar nicht völlig ausgeschlossen, aber doch extrem unwahrscheinlich sei. Dies sei auch der Grund für einen milderen Krankheitsverlauf. Die Nachricht ist klar: Auch Dotzauer ist für die weitestgehende Aufhebung der Beschränkungen.

Ob damit auch die Ausgangssperre aufgehoben wird, die in der Bundes-Notbremse verankert ist, ist noch nicht raus. Bei Verstößen dagegen sollen demnächst bei der Ausgangssperre empfindliche Strafen drohen. * nordbuzz.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Mohssen Assanimoghaddam/dpa & IMAGO/Eckhard Stengel

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare