Corona-Pandemie

Corona in Bremen: Johnson & Johnson macht das totale Impfchaos perfekt

Jetzt, wo auch Hausärzte in Bremen gegen Corona impfen, bricht Chaos aus. Keiner weiß mehr, wer geimpft ist. Und Johnson & Johnson stoppt den eigenen Impfstoff.

Bremen – Seitdem die Hausärzte mitmischen bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie, scheint es endlich voran zu gehen mit den Impfungen. Ein Tagesrekord an verabreichten Impfdosen jagte vergangene Woche den nächsten. Doch jetzt gibt es das totale Impfchaos: Wie „Buten un Binnen“ berichtet, wissen die Gesundheitsämter im Land Bremen nicht mehr, wer wen wann womit geimpft hat.

Coronavirus in Zahlen im Land Bremen:Stand: 13. April, 16 Uhr. Quelle: Senatspressestelle
Aktive Corona-Infektionen:1.622 (-11 innerhalb von 24 Stunden)
Coronafälle insgesamt:22.594 (+121)
Genesene Personen:20.544 (+129)
Gestorbene mit Corona-Infektionen:428 (+3)
7-Tage-Inzidenz:147,3 (Bremen) / 172,5 (Bremerhaven)

Impfchaos in Bremen: Gesundheitsämter im Bundesland Bremen bekommen so gut wie keine Daten aus den Praxen der Hausärzte

Liefen bis Ostern noch alle Stränge der Impfzentren und der mobilen Impfteams bei den Gesundheitsämtern in Bremen und Bremerhaven zusammen, hat sich dies seit vergangener Woche geändert. Seitdem die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte mit in die Impfkampagne eingestiegen sind, erfahren die Gesundheitsämter so gut wie gar nichts mehr. Wer wen wann womit geimpft hat – das erfahren die Ämter erst mit bis zu sechsmonatiger Verspätung, berichtet „Buten un Binnen“.

Dies liegt daran, dass die niedergelassenen Ärzte ihre Daten exklusiv über ein spezielles Computerprogramm an die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KV) und an das Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelt, anstatt ihre Daten den lokalen Gesundheitsämtern zur Verfügung zu stellen.

Die Daten werden nach Sichtung durch das RKI zusammengezählt – allerdings nur auf Bundeslandebene und nicht mehr für jede Stadt oder Gemeinde einzeln. Das äußert sich dahingehend, dass beispielsweise Personen, die schon bei ihrem Hausarzt geimpft worden sind, immer noch eine Einladung für einen Impftermin in einem der Impfzentren erhalten.

Seitdem die Hausärzte mit in die Impfkampagne eingestiegen sind, ist das Impfchaos perfekt. Kaum einer weiß noch, wer wen wann womit geimpft hat. Und jetzt wird auch noch die Markteinführung des Vakzins von „Johnson & Johnson“ in Europa verzögert.(Symbolbild, nordbuzz.de-Montage)

Die konkreten Impf-Daten kennt aber noch nicht einmal die KV in Bremen. Dies aus dem Grund, weil jede der mehr als 200 Praxen im Land Bremen ihren Impfstoff eigenständig bei einer Apotheke bestellt. Zahlen über die genaue Anzahl der verimpften Dosen habe man nicht, bestätigte KV-Sprecher Christoph Fox gegenüber „Buten un Binnen“.

Corona in Bremen: Welche Impf-Daten übermitteln die Arztpraxen?

Doch, welche Daten werden eigentlich an das RKI von den Ärzten übermittelt? Allzu konkret sind die Daten nicht und eine aufschlussreiche Statistik lässt sich damit erst recht nicht erstellen, wie der Sprecher des Gesundheitsressorts im Land Bremen, Lukas Fuhrmann, gegenüber „Buten un Binnen“ auch verärgert bestätigte. Derzeit teilen die Arztpraxen dem RKI nur mit, ob die geimpfte Person über oder unter 60 Jahre alt ist und welcher Impfstoff verwendet wurde.

„Das hätte man auf Bundesebene besser vorbereiten können“, heißt es im Zitat von Fuhrmann.

Corona in Bremen: Europa-Start des Impfstoffs von „Johnson & Johnson“ aufgrund von Blutverklumpung gestoppt

Und als ob das Impfchaos damit nicht schon genug wäre, wurde am Dienstagnachmittag, 13. April 2021, auch noch die europäische Markteinführung des Vakzins von „Johnson & Johnson“ gestoppt*. Es hatten sich Berichte gehäuft, dass auch bei diesem Impfstoff eine Thrombose-Gefahr bestehen könnte. Insgesamt kamen sechs Fälle bei fast 7 Millionen verabreichten Impfdosen in den USA zum Vorschein. Diese Fälle habe der Konzern laut der offiziellen Pressemitteilung überprüft und sich aufgrund der Vorkommnisse von Sinusvenenthrombosen für die Verzögerung der Impfstoff-Lieferungen entschieden.

„Wir haben die Entscheidung getroffen, die Markteinführung unseres Impfstoffs in Europa aufzuschieben“, erklärte der Konzern. Rund 5000 Dosen des Impfstoffs hätten in der kommenden Woche in Bremen eintreffen sollen. Die Impfdosen von Johnsons & Johnson waren ursprünglich für Übergangswohnheime und Obdachlosenunterkünfte vorgesehen. Sie waren aufgrund der chaotischen Zustände beim Impfen mit dem Wirkstoff von AstraZeneca* vertröstet worden. * nordbuzz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bodo Schackow

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