Johnson & Johnson

Bremens Corona-Impf-Chaos – Johnson & Johnson-Start verschoben

In Bremen machte sich Hoffnung breit, dass der Impfstoff Johnson & Johnson die Corona-Wende bringt. Doch nun reiht sich das neue Vakzin rigoros ins Impfchaos ein.

Update vom 13.04.2021, um 16:15 Uhr: Bremen – Nun ist es offiziell: Nach der nachgewiesenen Thrombose-Gefahr verzögert sich der Marktstart vom Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns Johnson & Johnson in Europa. Das teilte der US-Konzern am Dienstag mit und folgte den Empfehlungen der US-Gesundheitsbehörde CDC und der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel FDA.

Insgesamt kamen sechs Fälle von Sinusvenenthrombosen bei fast 7 Millionen verabreichten Impfdosen in den USA zum Vorschein. Diese Fälle habe der Konzern laut der offiziellen Pressemitteilung überprüft und sich für eine Verzögerung des Europa-Starts für das Corona-Vakzin von Johnson & Johnsons entschieden.

Update vom 13.04.2021, um 13:35 Uhr: Bremen – Medienberichten zufolge erleidet die Impfkampagne einen herben Rückschlag. Die EU setzte große Hoffnung in den neu-zugelassenen Impfstoff Johnson & Johnson, deren Lieferstart am 12. April begann. Auch Bremen sollte 4.800 Impfdosen erhalten. Doch wie soeben die US-Arzneimittelbehörde FDA mitteilte, seien im Zusammenhang mit dem neuen Impfstoff vermehrt Thrombosen festgestellt worden. Impfchaos statt Impfwende – Der neue Impfstoff soll damit bis auf Weiteres ausgesetzt werden.

Coronavirus in Zahlen im Land Bremen:Stand: 12. April, 16 Uhr. Quelle: Senatspressestelle
Aktive Corona-Infektionen:1.633 (+44)
Coronafälle insgesamt:22.473 (+111)
Genesene Personen:20.415 (+63)
Gestorbene mit Corona-Infektionen:\t425 (+4)
7-Tage-Inzidenz:134,6 (Bremen) / 162,8 (Bremerhaven)

Ursprungsmeldung vom 13.04.2021, um 11:45: Bremen – Die Corona-Impfungen bestimmen aktuell bundesweit das Tagesgeschäft. Auch in Bremen nehmen die Corona-Impfungen an Fahrt auf. Legt die Hansestadt jetzt endlich den Impfturbo ein? Der neue Impfstoff von Johnson & Johnson könnte helfen.

Corona-Impfungen: Bremen erwartet 4.800 Dosen von Johnson & Johnson

Das Land Bremen erwartet 4.800 Dosen des Corona-Impfstoffs Johnson & Johnson. Lange soll es nicht mehr dauern, bis Bremen die erwartete Menge des neuen Wirkstoffs zur Verfügung steht. Unter anderem Übergangswohnheime und Obdachlosenunterkünfte, die aufgrund des Bremer Impf-Chaos rund um AstraZeneca zunächst vertröstet werden mussten, sollen von dem neuen Impfstoff profitieren.

Johnson & Johnson: Bremen erwartet einen neuen Corona-Impfstoff.

Am 12. April startete der US-amerikanische Hersteller Johnson & Johnson mit der Lieferung an die Europäische Union. Wie die EU-Kommission nun mitteilt, werden bis Ende Juni bis zu 55 Millionen Impf-Dosen ausgeliefert. Deutschland wird etwa zehn Millionen des angedachten Kontingents erhalten.

Corona in Bremen: Johnson & Johnson braucht nur eine Impfung

Auch wenn Bremen im bundesweiten Ländervergleich gut dasteht, muss auch die Hansestadt jede Möglichkeit ergreifen, um ihre Impfkampagne zu beschleunigen. So steht für die Schüler in Bremen ab dem 19. April eine Corona-Testpflicht auf dem Programm. Wann die zweite Impfstoff-Lieferung das Land Bremen erreichen wird, ist aktuell allerdings noch nicht bekannt, wie Lukas Fuhrmann, Sprecher der Bremer Gesundheitsbehörden, in Medienberichten erklärte. Vielmehr steht eine Ankündigung des Johnson & Johnson-Nachschubes noch aus. Dass der neue Impfstoff Wunder bewirken kann, sei aufgrund des Vorrats, der Bremen erreichen wird, aktuell also nicht zu erwarten.

Trotzdem setzt die EU große Hoffnung in den Corona-Impfstoff. Auch für Bremen, wo zuletzt die Corona-Notbremse gezogen wurde, könnte sich der Wirkstoff lohnen. Der große Vorteil: Besteht der Impfvorgang bei den anderen drei zugelassenen Wirkstoffen aus zwei Impfungen, reicht bei Johnson & Johnson eine Impfung aus. Während es in der USA bereits gängige Praxis ist, auf den neuen Impfstoff zu setzen, macht es die EU den Amerikanern in Kürze also gleich. Ob und wie stark Nebenwirkungen des Johnson & Johnson-Impfstoffes auftreten können, ist zum aktuellen Stand noch nicht ausreichend erforscht.

Nach einer Impfung hätten vier Patienten mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt. Blutgerinnsel seien aufgetreten und eine Person sei gestorben. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Impfstoff konnte bislang allerdings nicht bestätigt werden. Wie die EU-Arzneimittelagentur EMA vergangen Woche mitteilte, prüfe sie aktuell die Thrombose-Fälle, die sich nach einer Corona-Impfung mit Johnson & Johnson bemerkbar machten.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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