Andrang hoch

Corona in Bremen: Schneckentempo bei Corona-Impfungen schockiert

Die Corona-Impfungen im Land Bremen gehen bislang schleppend voran. Tragen die Impfstoff-Hersteller die Schuld daran? Wir geben die wichtigsten Antworten.

Bremen – In der Stadt Bremen laufen die Corona-Impfungen seit mehr als zwei Monaten: Bislang sind 23.325 Bremerinnen und Bremer mit zwei Impfdosen versorgt worden. Das entspricht etwa drei Prozent der Bremer Gesamtbevölkerung. Im Vergleich der Bundesländer belegt die Hansestadt damit Platz 6. Doch wie die Statistik zeigt, haben auch die anderen Bundesländer noch einen langen Weg zu gehen. Schneckentempo ist bislang angesagt. Wo wird in Bremen geimpft und wie laufen die Impfmaßnahmen genau ab? nordbuzz.de hat alle wichtigen Informationen im Überblick.

Coronavirus-Impfungen im Land Bremen: Stand: 10. März 2021, 16 Uhr. Quelle: Senatspressestelle
Durchgeführte Impfungen insgesamt:75.671
Bereits durchgeführte Zweitimpfungen:23.611
Am 8.3. durchgeführte Impfungen:2.231
Davon Zweitimpfungen:286

Corona in Bremen: Wo kann man sich in Bremen gegen das Coronavirus impfen lassen?

Im Land Bremen gibt es aktuell drei Impfzentren – zwei befinden sich in der Stadt Bremen und eine Station gibt es in Bremerhaven. So bietet das große Impfzentrum in der Messehalle 7 in Bremen-Mitte (Bürgerweide), die Möglichkeit zur Corona-Impfung. Das zweite Impfzentrum befindet sich in Bremen-Vegesack im ehemaligen Hotel Strandlust. Das Corona-Impfzentrum in Bremerhaven können Einwohner mit einem Termin in der Stadthalle aufsuchen.

Während in der Messehalle 7 auf der Bremer Bürgerweide täglich 1.600-1.800 Impfungen gegen das Coronavirus durchgeführt werden können, sind in Bremerhaven bis zu 300 Impfspritzen am Tag realisierbar. Das Impfzentrum Bremen-Nord, das am 17. Februar in Vegesack seine Türen geöffnet hat, hat derweil eine Impf-Kapazität von etwa 144 Impfterminen. Wie auch für die anderen Anlaufstellen gilt, dass man auch dort am Ausbau der Kapazitäten in den Bremer Corona-Impfzentren arbeite, heißt es von der Gesundheitsbehörde. Darüber hinaus sollen ab April auch Corona-Impfungen in den Bremer Arztpraxen möglich sein.

So laufen die Corona-Impfungen in Bremen ab

Der erste Schritt für eine Corona-Impfung im Land Bremen ist zugleich wohl der wichtigste: Es muss ein Termin mit dem jeweiligen Impfzentrum vereinbart werden – ohne vorheriger Terminanmeldung kann keine Impfung durchgeführt werden. Geimpft wird nach einer bestimmten Reihenfolge, die vorsieht, dass zunächst ältere Personen, Pfleger sowie Vorerkrankte die Schutzimpfungen erhalten – sie haben allesamt die Priorität 1.

Hoher Andrang auf Schutzimpfungen: Bremens Impfzentren wollen Kapazitäten ausbauen.

Zur Gruppe der Vorerkrankten zählen unter anderem Patienten mit Transplantation und Dialysepflichtige, die beispielsweise unter Lungenproblemen leiden, wie der Bremer Arzt Klaus-Peter Hermes bestätigte. Der Andrang auf die Corona-Impfungen ist enorm. Mehr als 1.000 Anträge erreichten bislang die Bremer Impfkommission. Dabei wollen die Antragsteller in eine höhere Priorität eingestuft werden, doch nur etwa 50 Zuschriften sind bisher bewilligt worden.

Corona-Impfung: Bremens Kita-Mitarbeiter erhalten Impfungen

Nachdem der Fünf-Stufen-Plan der Bund-Länder-Konferenz Lockdown-Lockerungen wie die Öffnung von Kitas und Schulen ermöglicht hat, erhält das Personal von Kitas, Grund- und Förderschule die ersten Impfungen gegen das Coronavirus. Wie Bremens Bildungsressort mitteilte, sind zum Beispiel von insgesamt 8.600 Kita-Angestellten bereits 3.000 geimpft.

Nun hat das Land Bremen eine weitere Maßnahme zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie gestartet. Seit dem 10. März gibt es Schnelltests für alle. Damit Lehrkräfte und Schüler zweimal die Woche getestet werden können, hat die Stadt Bremen zusätzlich 1,3 Millionen Schnelltests bestellt. Der Schnelltest-Start an Schulen ist für den 15. März geplant. Doch damit soll es nicht genug sein, so fordert Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) eine zusätzliche Schnelltest-Pflicht für alle Unternehmen.

Unterdessen sind die Impfungen für Bürger der Priorität 1 noch nicht ganz abgeschlossen, es fehle an ausreichendem Impfstoff, „der für die Personengruppe ab 80 Jahren zugelassen ist“, verriet Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke). Laufen nun die Impfungen der Priorität 2 an, die unter anderem Ärzte und Klinik-Personal einschließt, wird die Impfung der ersten Gruppe zeitnah abgeschlossen. Die erste Gruppe erhält in der Regel den Biontech-Pfizer-Impfstoff, während die zweite Gruppe mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft wird.

Corona-Impfungen im Land Bremen: Welche Risiken bergen die Impfstoffe?

Per Spritze wird der Corona-Wirkstoff in den Oberarm-Muskel des Patienten befördert. Hier hat der Körper einige Stunden Zeit, um auf das Mittel zu reagieren. Wie das RKI feststellte, sind bisher Nebenwirkungen wie Kopf- und Gelenkschmerzen, Schüttelfrost oder Erschöpfung bekannt. Auch wenn ein entsprechendes Risiko bestehe, sind die Reaktionen in der Regel schwach ausgeprägt und nur für eine kurze Zeit auftretend. Schwere und anhaltende Nebenwirkungen sind bislang nicht offiziell anerkannt worden.

Über mittelfristige negative Effekte könne man – Stand jetzt – keinerlei Auskunft geben. Dass der Körper eine Impfreaktion zeigt, sei ohnehin klar, stellt Bernd Mühlbauer, Leiter des Instituts für Pharmakologie am Klinikum in Bremen-Mitte, fest. Schließlich simuliere das Immunsystem im Zuge eines Impf-Prozesses eine Infektion, auf die der Körper eine Antwort finden muss.

Corona-Impfung: Diese Impfstoffe kommen im Land Bremen zum Einsatz

Dem Land Bremen stehen zurzeit drei Corona-Impfstoffe zur Verfügung: Biontech-Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Die Mengen variieren je nach Lieferkapazität. Impflinge können sich bislang nicht den Impfstoff aussuchen. Gemäß einer Mitteilung von Ende Februar sind bis dahin 54.000 Impfdosen von Biontech-Pfizer nach Bremen geliefert worden, 46.200 Stück wurden verimpft.

Im Vergleich zu den anderen Anbietern machen die Biontech-Lieferungen einen Anteil von 85,5 Prozent an den Gesamtlieferungen aller Impfstoffhersteller für Bremen aus. Gab es von Astrazeneca Ende Februar lediglich 12.000 Dosen, lag die Auslieferung von Moderna gerade mal bei 6.000 Impfdosen. Das sei enttäuschend wenig, wie Lukas Fuhrmann vom Bremer Gesundheitsressort erklärte.

Dass Biontech Bremens Spitzenreiter ist, kommt nicht von ungefähr, ist gerade dieser Impfstoff für die Personengruppe ab 80 Jahren freigegeben und offensichtlich gut verträglich. Das Mittel von Astrazeneca ist zum Start lediglich für Personen unter 65 Jahren freigegeben worden.

Wie das Robert-Koch-Institut erklärte, sei es von großer Bedeutung, dass sowohl Erst- als auch Zweitimpfung mit demselben Corona-Impfstoff erfolgen muss. Der Abstand zwischen den zwei Impfdosen hänge vom jeweiligen Impfstoff ab. Patienten, denen das Biontech-Mittel verabreicht wurde, warten etwa drei Wochen bis zur zweiten Spritze. Beim Impfstoff von Moderna bekommt der Patient im Abstand von etwa vier Wochen eine zweite Dosis – bei Astrazeneca schwanken die Angaben. Neu ist der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson - hier ist nur eine Impfdosis notwendig.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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