Corona-Pandemie

Corona in Bremen: Lockdown-Lockerungen – die Regeln im Überblick

Endlich: In Bremen wird der Lockdown gelockert! Der Bund-Länder-Gipfel am 3. März 2021 beschließt neue Corona-Regeln. Die große Übersicht für das Land Bremen.

Bremen/Berlin – Die Sehnsucht ist groß, wieder ein normales Leben führen zu können. Der Weg dorthin ist für manche aber kürzer als für andere. Wie schnell es geht, hängt von der Entwicklung der Corona-Infektionen im jeweiligen Bundesland ab. Dafür haben Bund und Länder am Mittwoch, 3. März, neue Regeln vereinbart. Allerdings haben auch mehrere Länderchefs Vorbehalte angemeldet und pochen auf Abweichungen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Wo es keine neuen Regeln gibt, sollen die bisherigen Beschlüsse auch im Land Bremen bis zum 28. März gelten.

Coronavirus in Zahlen im Land Bremen:Stand: 3. März, 16 Uhr. Quelle: Senatspressestelle
Aktive Corona-Infektionen:857 (+18 innerhalb von 24 Stunden)
Coronafälle insgesamt:18.257 (+73)
Genesene Personen:15.065 (+66)
Gestorbene mit Corona-Infektionen:352 (+4)
7-Tage-Inzidenz:58,8 (Bremen) / 185,1 (Bremerhaven)

Coronavirus im Land Bremen: Bürgermeister Bovenschulte will enge Abstimmung zwischen Bundesländern

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hält bei unterschiedlichen Sieben-Tage-Inzidenzwerten mit entsprechenden Öffnungsschritten eine enge Abstimmung unter Bundesländern und Regionen für notwendig, da Bremen und Bremerhaven von den Entscheidungen im Land Niedersachsen abhängig sind. Unter anderem soll so vermieden werden, dass es Einkaufstourismus gibt. Bremerhaven mit einem Inzidenzwert von 185,1 hatte gerade erst neue Knallhart-Regeln beschlossen. Um eben diesem Tourismus vorzubeugen, wurden die Friseure in der Seestadt nicht wieder geschlossen.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschhulte (SPD) begrüßt die neuen Regeln und die Vorgehensweisen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sei grundsätzlich entschlossen, die Sieben-Tage-Inzidenzwerte landesweit und nicht regional zu betrachten. „Das würde die Abstimmung wesentlich erleichtern, wenn das die niedersächsische Haltung in Zukunft bleiben würde, worauf ich setze“, sagte Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte am Mittwochabend nach den Bund-Länder-Gesprächen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) mahnt weiterhin zur Vorsicht, berichtet 24hamburg.de*.

Coronavirus im Land Bremen: Endlich Öffnungsschritte ab einer Inzidenz von unter 50

Der beschlossene Stufenplan sieht größere oder kleinere Öffnungsschritte vor, wenn in dem Land oder einer Region eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 oder sogar 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erreicht wird. Steigt die Zahl über 100, gilt eine Notbremse, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Mittwochnacht in einer Pressekonferenz sagte, berichtet kreiszeitung.de*.

Coronavirus im Land Bremen: So sieht Bovenschultes Fünf-Stufen-Plan aus

  • Stufe 1 – seit 1. März: Die Schulen, Kitas und Friseure öffnen wieder. Teilweise gibt es weitere Öffnungen.
  • Stufe 2 – ab 8. März: Die Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte werden öffnen. Abhängig von der Verkaufsfläche darf sich ein Kunde pro 10 beziehungsweise 20 Quadratmeter bewegen. Des Weiteren sollen Nagelstudios sowie Fahr- und Flugschulen (teils mit tagesaktuellem Test) wieder öffnen.
  • Stufe 3 – ab 8. März:
    a) Fällt der Inzidenzwert auf unter 50, dann darf der Einzelhandel wieder seine Türen öffnen. Aber auch hier gilt, dass sich jeweils nur ein Kunde auf 10 beziehungsweise 20 Quadratmeter bewegen darf. Abhängig ist dies von der gesamten Verkaufsfläche. Auch sollen Museen, Galerien, Zoos und Gedenkstätten wieder öffnen. Kontaktfreier Außensport soll mit höchstens zehn Personen möglich sein.
    b) Liegt die Inzidenz zwischen 50 und 100, gibt es nur: „Click-and-Meet“ im Einzelhandel. Darüber hinaus können Museen dann auch nur noch mit Terminbuchung besucht werden. Der Sport im Freien wird dann auch maximal fünf Personen aus zwei Haushalten begrenzt.
  • Stufe 4 - 14 Tage später/frühestens ab 22. März:
    a) Liegt die Inzidenz unter 50, dürfen auch wieder die Außengastronomie, Theater, Kinos sowie Konzert- und Opernhäuser öffnen. Bei Sport im Freien ist dann auch der Kontakt wieder möglich, dies gilt allerdings nicht bei Sport in einem geschlossenem Raum.
    b) Bei einem Inzidenzwert zwischen 50 und 100 darf nach einem Schnell- beziehungsweise Selbsttest die Außengastronomie besucht werden. Theater, Kinos, Konzert- und Opernhäuser dürfen auch besucht werden, allerdings nur nach einer vorherigen Terminbuchung. Sport soll weiter möglich sein.
  • Stufe 5 - 14 Tage später/frühestens ab 5. April:
    a) Liegt der Inzidenzwert nach Ostern unter 50, sind Freizeitveranstaltungen im Außenbereich wieder möglich. Die Teilnehmerzahl bleibt aber vorerst auf maximal 50 Teilnehmer beschränkt.
    b) Sollte der Inzidenzwert zwischen 50 und 100 liegen, darf sich ein Kunde im Einzelhandel pro 10 beziehungsweise 20 Quadratmeter bewegen – abhängig von der Verkaufsfläche.

Die erste Stufe des Plans ist bereits vollzogen. Im Land Bremen haben seit Montag, 1. März, wieder die Grundschulen, Kitas und Friseure geöffnet. Ebenso gibt es die Möglichkeit zum sogenannten „Click-and-Meet“ – allerdings nur in Bremen, wie kreiszeitung.de* berichtet. Bremerhaven sieht von dieser Möglichkeit des Einkaufs noch ab, da der Inzidenzwert in der Seestadt derzeit mit 185,1 einfach zu hoch ist. Im nächsten Schritt sollen ab Montag, 8. März, Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte öffnen. Außerdem öffnen körpernahe Dienstleistungen sowie Fahr- und Flugschulen (teils mit tagesaktuellem Test). Weitere Stufen sind bis zum 5. April geplant.

Coronavirus im Land Bremen: Regierungschef Bovenschulte lobt klare Vorgaben und Stufenplan

Das sei eine Perspektive, eine klare Vorgabe und ein klarer fünfstufiger Plan, so der Bremer SPD-Politiker Andreas Bovenschulte. Dass man sich von dem ursprünglich vorgesehenen Inzidenzwert von 35 verabschiedet habe, liege an mehreren Gründen, unter anderem an dem erwarteten zusätzlichen Schutz durch Schnelltests. Das Angebot, die 35 durch die 50 zu ersetzen, hatte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schließlich selber gemacht. In Bremen wird die Bürgerschaft am Montag, 8. März, in einer Sondersitzung über die Beschlüsse diskutieren. Dann wird Bovenschulte seine inzwischen achte Regierungserklärung zu dem Thema abgeben.

Bremen meldete am Mittwoch einen Inzidenzwert von 58,8 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen. In der rund 60 Kilometer entfernten zum Bundesland gehörenden Stadt Bremerhaven lag dieser Wert bei 185,1. Am Montag hatte er dort noch bei 214 gelegen. Im kleinsten deutschen Bundesland müssen derzeit laut Gesundheitsbehörde 142 Personen stationär versorgt werden, davon 31 auf Intensivstationen. 21 der intensivmedizinisch behandelten Personen müssen beatmet werden. * nordbuzz.de, kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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