Einsatz in der Hansestadt

Corona in Bremen: Pflegeheim-Krise ‒ Bundeswehr im Einsatz

Bundeswehr in Bremen: Zu wenig Personal, über ein Jahr Pandemie. Viele Pflegekräfte sind am Ende, etliche werfen das Handtuch. Soldaten helfen im Pflegeheim.

Bremen – Dass die Personalsituation in der Altenpflege völlig unterirdisch ist, weiß Anja Stahmann (Bündnis 90/Die Grünen) nicht erst seit gestern. Am Montag, 1. März, hatte die Sozialsenatorin endlich ein Einsehen mit unseren Pflegekräften und schickt jetzt die Bundeswehr in die Altenheime. Aber: Hat es dazu in Bremen wirklich erst der Corona-Pandemie bedurft? Offensichtlich, denn andernorts in Norddeutschland ist das schon länger so, berichtet kreiszeitung.de*.

Coronavirus in Zahlen im Land Bremen: Stand: 28. Februar, 16 Uhr. Quelle: Senatspressestelle
Aktive Corona-Infektionen: 957 (+49 innerhalb von 24 Stunden)
Coronafälle insgesamt:18.047 (+51)
Genesene Personen:16.747 (+0)
Gestorbene mit Corona-Infektionen:343 (+2)
7-Tage-Inzidenz:56,7 (Bremen) / 200,4 (Bremerhaven)

Coronavirus in Bremen: Soldaten helfen bei der Betreuung in Pflegeeinrichtungen mit

Während die Soldaten in Bremerhaven schon längere Zeit die Einrichtungen bei Antigen-Tests unterstützen, sollen sie in der Stadt Bremen jetzt in der Betreuung der Bewohner von Pflegeeinrichtungen eingesetzt werden. „Die Pflegekräfte in den Einrichtungen kommen seit Beginn der Pandemie kaum noch hinterher, auch nur den notwendigsten pflegerischen Bedarf sicherzustellen“, sagt Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann.

Endlich: Jetzt können die Pflegekräfte durchatmen, sich wieder auf ihren Job konzentrieren und sich um pflegerische Belange kümmern. Denn für die Betreuung und Unterstützung im sozialen Leben bleibt den Fach- und Hilfskräften kaum Zeit. Dafür kommen jetzt unsre Soldaten der Bundeswehr zum Einsatz. Hurra!

Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten helfen jetzt auch in der Stadt Bremen in Altenheimen aus. (nordbuzz.de-Symbolbild)

In zunächst zwei Einrichtungen haben am Montag, 1. März, je zwei Soldaten ihren Dienst aufgenommen: In der DKV-Residenz an der Contrescarpe und im Haus St. Elisabeth, das von der Caritas, die gerade erst laut fr.de* einen Tarifvertrag für ihre Beschäftigten in der Altenpflege abgelehnt hat, betrieben wird. „Dabei sollen sie keine pflegerischen Aufgaben übernehmen, sondern für Betreuung und Unterstützung sorgen“, unterstreicht Bremens Sozialsenatorin.

Coronavirus in Bremen: Bundeswehr soll keine Pflegetätigkeiten übernehmen

Es geht um ganz profane Dinge, die für die Bewohner der Einrichtungen aber essenziell sind, und für die im Tagesgeschäft oft einfach die Zeit fehlt. „Dazu gehört es zum Beispiel, den Besuch zum Bewohnerzimmer zu führen und am Ende wieder zum Ausgang zu begleiten“, so die Senatorin. Aber auch ein Spaziergang oder ein netter Plausch bei einer Tasse Kaffee kann zu den Aufgaben der Bundeswehr-Soldaten in Bremer Pflegeheimen gehören.

Die Grenzziehung zu pflegerischen Tätigkeiten sei dabei nicht immer einfach. „Wir wollen sicherstellen, dass pflegefachliche Tätigkeiten weiterhin ausschließlich von geschultem Personal vorgenommen werden“, betont Bremens Senatorin Anja Stahmann. Die Mahlzeiten servieren und mundgerecht zerteilen könne noch zum Aufgabenbereich der Soldatinnen und Soldaten gehören, das Anreichen der Nahrung für Menschen mit Unterstützungsbedarf gehöre dagegen zu den Pflegehilfstätigkeiten.

Coronavirus in Bremen: Pilotprojekt mit Bundeswehr-Soldaten kann ausgeweitet werden

Der Einsatz von Bundeswehr-Soldaten ist zunächst als Pilotprojekt gedacht, soll aber womöglich kein Einzelfall in Bremen bleiben. „Auch in weiteren Einrichtungen besteht großer Unterstützungsbedarf“, sagt Senatorin Stahmann. „Es ist gut möglich, dass wir nach einer Erprobungsphase mit zusätzlichen Amtshilfeersuchen für weitere Einrichtungen auf die Bundeswehr zugehen.“ * nordbuzz.de, fr.de kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jonas Güttler/dpa

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