Corona-Pandemie

Bremerhaven: Mögliche Ausgangssperre? Inzidenz knackt 100er-Marke

Der Inzidenzwert liegt in Bremerhaven bei über 100. Nach vorherigen Lockerungen erlässt Oberbürgermeister Melf Grantz neue Corona-Regeln.

Bremen/Bremerhaven – Lange hatte Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) in Bremerhaven kein Ebarmen mit seinen Bürgerinnen und Bürgern. Denn seit Mittwoch, 17. März 2021, liegt der Sieben-Tage-Inzidenzwert bei 141,7 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Bremerhaven. Jetzt hat der Magistrat unter der Führung von Grantz einstimmig neue Corona-Regeln erlassen, die bereits ab Donnerstag, 18. März 2021, gelten.

Coronavirus in Zahlen im Land Bremen:Stand: 17. März 2021, 16 Uhr. Quelle: Senatspressestelle
Aktive Corona-Infektionen:866 (+55 innerhalb von 24 Stunden)
Bestätigte Fälle insgesamt:19.271 (+139)
Genesene Personen:18.019 (+81)
Verstorbene:386 (+3)
7-Tage-Inzidenz:75,2 (Bremen) / 141,7 (Bremerhaven)

So sollen in Bremerhaven vor allen Dingen die privaten Kontakte wesentlich reduziert werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Magistrats. Die Corona-Regeln betreffen somit Feiern und die Gastronomie. Es werden verschiedene Lockerungen der noch vor zwei Wochen erlassenen Knallhart-Regeln wieder zurückgenommen.

Ab Donnerstag gelten in Bremerhaven wieder verschärfte Corona-Regeln. Der Magistrat der Seestadt hat diese Entscheidung am Mittwoch getroffen. (Symbolbild, nordbuzz.de-Montage)

Corona-Regeln in Bremerhaven: Museums-, Zoobesuche und Einkauf weiter möglich

Wie Grantz sagte, sollen die Lockerungen zum Besuch in Museen und dem Zoo sowie die Einkaufsmöglichkeiten unter den Bedingungen von „Click-and-Meet“* nicht gestrichen werden: „Da diese Möglichkeiten erst seit dem 13. März 2021 bestehen und dort die notwendigen Hygieneregeln genau eingehalten und kontrolliert werden, können sie aufgrund des Ansteckungszeitsraums nicht im Zusammenhang mit dem steigenden Infektionsgeschehen stehen. Deshalb ist sich der Magistrat parteiübergreifend einig, diese Bestimmungen nicht wieder zu ändern.“

Corona-Regeln in Bremerhaven: Aktuell gelten ab Donnerstag diese fünf neuen Vorschriften

  • Beschränkung der Möglichkeit zu privaten Zusammenkünften auf den eigenen Haushalt und eine weitere Person.
  • Ausübung von Sport ist generell nur als Individualsport und nur allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand erlaubt. Ausnahme ist dabei der Gruppensport für Kinder.
  • Reduzierung der maximalen Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen von 100 auf 20 Personen (dies gilt auch für Gottesdienste und Trauerfeiern und ähnliches).
  • Ausweitung der Maskenpflicht im Bereich des Hauptbahnhofs und der Innenstadt (innerhalb des Areals zwischen Lloydstraße, Columbusstraße und Deichstraße), sowie in der Hafenstraße, Grashoffstraße und Georgstraße.
  • Auch gilt wieder die Maskenpflicht in Fahrzeugen für Mitfahrer. Ausgenommen sind davon Personen aus einem Haushalt.

Neue Corona-Regeln in Bremerhaven: Feiern und Gastronomie sind betroffen

Wie schon zuvor bleibt in der Seestadt die Gastronomie geschlossen. Drive-In und Essen zum Mitnehmen bleibt aber weiter möglich. Weiter eingeschränkt werden durch die neuen Corona-Regeln in Bremerhaven private Feiern. Ein Haushalt darf sich derzeit nur mit einer weiteren Person treffen. Bei Veranstaltungen wird die Teilnehmerzahl von 100 auf 20 reduziert. Der Magistrat weist explizit darauf hin, dass davon auch Gottesdienste und Trauerfeiern betroffen sind.

Trotz neuer Corona-Regeln: Sport bleibt in Bremerhaven für Kinder erlaubt

Die gute Nachricht für die kleinsten Bürgerinnen und Bürger der Seestadt: Kinder dürfen in einer Gruppenstärke von bis zu 20 Kindern in einem Alter bis 14 Jahren Sport miteinander treiben. Bedingung ist dabei, dass maximal zwei Trainerinnen und Trainer dabei sind und der Sport im Freien getrieben wird. Die Kleinen müssen sich allerdings zu Hause umziehen und duschen. Ältere dürfen nur alleine, zu zweit oder mit Personen aus dem eigenen Haushalt Sport treiben.

Corona in Bremerhaven: Ausgangssperre für die ganze Stadt?

„Sollte das Infektionsgeschehen weiter zunehmen, kann eine Ausgangssperre für das gesamte Stadtgebiet nicht ausgeschlossen werden“, so Oberbürgermeister Grantz, der darauf hinweist, dass eine Veränderung des Ausbruchsgeschehens in Bremerhaven erkennbar sei. „Wir haben immer mehr positive Fälle, deren Ursprung nicht mehr zu ermitteln ist“, sagt er.

In jüngster Zeit könnten rund 30 Prozent der Fälle nicht mehr zurückverfolgt werden. Eine fast lückenlose Kontaktverfolgung sei jedoch elementar wichtig, um den Inzidenzwert dauerhaft zu senken. „Daher sind die getroffenen Maßnahmen richtig und wichtig“, so Grantz abschließend. * nordbuzz.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ingo Wagner/dpa & Rolf Vennebernd/dpa

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