Großeinsatz in der Hansestadt

Rauchwolke in Bremer Shishabar: Großeinsatz der Feuerwehr - Verdacht auf Gas-Vergiftung

Rund 22 Shisha-Pfeifen sorgten für einen Großeinsatz in Bremen mit Feuerwehr und Polizei. Doch die Shisha-Freunde reagierten aggresiv auf die Einsatzkräfte.

  • Polizisten wurden am Freitagmorgen auf eine Shishabar in der Neustadt in Bremen aufmerksam.
  • Rund 20 Personen rauchten dort Wasserpfeifen, ohne ein Fenster zu öffnen.
  • Das Ganze entwickelte sich zu einem Großeinsatz mit Feuerwehr, Rettungsdienst und Notarzt.

Bremen - Bei dem einem Vorfall, der sich am Freitagmorgen in Bremen ereignete, kann man sich einfach nur an den Kopf fassen. In der Neustadt hatte sich wohl eine größere Personengruppe die Birne und damit auch die Fähigkeit des logischen Denkens zugenebelt. Eigentlich wollten sie nur einen gemütlichen Abend in einer Shishabar an der Kornstraße verbringen. Um sich den Stoff auch richtig reinziehen zu können, hatte extra niemand daran gedacht irgendein Fenster zu öffnen.

Klasse Idee! Und so pafften rund 20 Personen 22 Shisha-Pfeifen im Schankraum der Bar ohne dem giftigen Gas Kohlenmonoxid auch nur ein Fünkchen einer Chance zu lassen, aus dem Raum abziehen zu können, berichtet nordbuzz.de. Bereits zu diesem Zeitpunkt hätte doch wohl jedem klar sein müssen, was für eine äußerst dämliche Idee das Ganze ist. Aber nein, das war leider nicht der Fall. Und wie es nicht anders kommen konnte, endete der Abend in einer riesigen Katastrophe!

Fläche von Bremen:326,7 km²
Bevölkerung:547.976 (30. Apr. 2012)
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte
Sehenswürdigkeiten:Bremer Rathaus, Bremer Dom, Schnorr

Feuerwehr Bremen rückt zum Großeinsatz aus: Verdacht auf Gas-Vergiftung nach Grillgebrauch im Haus

Das Spektakel fand seinen Höhepunkt am Freitag um 1.11 Uhr. Denn da ging eine Alarmierung bei der Feuerwehr Bremen ein, teilen die Einsatzkräfte in einer Pressemeldung mit. Sie wurden zu einer Shishabar in die Bremer Neustadt gerufen, da es dort zu einem Verdacht auf Kohlenmonoxid-Vergiftung nach einem Grillgebrauch in einem Gebäude gekommen war. Die Feuerwehrkräfte hatten zu dem Zeitpunkt die Information, dass sich mehrere Personen in in dem Gebäude befinden würden.

Wegen der vermuteten erhöhten Anzahl an Verletzten wurde der Einsatz gleich zu einem Großeinsatz ausgerufen. So schnell wie möglich ging es für Einsatzkräfte der Feuerwachen vier und fünf, den Direktionsdienst, den Einsatzleitdienst und den Rettungsdienst sowie den leitenden Notarzt und den stadtbremischen Rettungsdienst mit Schnelleinsatzgruppen des Deutschen Roten Kreuzes auf in die Bremer Neustadt.

Insgesamt rückten 21 Fahrzeuge und 42 Einsatzkräfte in der Nacht aus. Solch ein großes Aufgebot war nötig, um die dämliche Aktion der Shisha in den Griff zu bekommen.

Bremen: Rund 20 Personen nebeln sich in Shishabar komplett zu - ohne zu lüften

Aber von vorn: Einsatzkräfte der Polizei Bremen wurden vor dem ganzen Spektakel auf die Shishabar im Rahmen einer Verkehrskontrolle an der Kornstraße aufmerksam. Die Fenster des Lokals seien abgeklebt gewesen und von innen seien deutliche laute Stimmen zu hören, teilten die Beamten in einer Pressenotiz mit. Und das, obwohl die aktuelle Corona-Verordnung noch immer den Betrieb von Shishabars untersagt. Erst kürzlich rückten die Beamten zu einem Unfall am Breitenweg aus.

Die Polizisten verschafften sich daraufhin Einlass in den Smoke-Schuppen und trafen im Schankraum dann auf rund 20 Personen und 22 Shisha-Pfeifen, verteilt an acht Tischen. Aber der Rauch der einzelnen Pfeifen reichte wohl noch nicht aus, denn die Shishakohlen wurden zusätzlich noch vor dem Gebrauch in einem Grill vorgeglüht.

Wenn das nicht schon Wahnsinn ist, einen Grill und 22 Shishas in einem geschlossenen Raum zu entzünden, dann kommt es jetzt noch dicker: Es gab keinerlei Lüftungseinrichtung in dem Gebäude, lediglich ein Fenster sei auf Kipp gestellt worden.

Ein Abend in einer Shishabar in Bremen endete mit einem Großeinsatz für Polizei und Feuerwehr.

Umgehend forderte die Polizei die Personen dazu auf, nach draußen zu gehen. Aber da sich die Betroffenen größtenteils aggressiv verhielten, blieb den Beamten nichts anderes übrig, als noch weitere Einsatzkräfte zur Durchsetzung der Maßnahme heranzuziehen. Oh mein Gott, vielleicht sollte man in diesem Fall daran denken, was womöglich passiert wäre, wenn die Polizisten die Shisha-Raucher nicht vor sich selbst gerettet hätten. Ein Dank wäre wohl angebrachter gewesen, als sich auch noch aufzulehnen. Erst kürzlich kam es bei einem tödlichem Unfall ebenfalls zu einem Problem - und zwar mit Gaffern, die den Einsatz behinderten.

Bremen: Einsatzkräfte stellen in Shishabar erhöhte Rauchgas-Konzentration fest

Als alle draußen waren, wagte sich ein Trupp der Feuerwehr mithilfe von Atemschutzmasken in das Gebäude, denn es mussten noch Messungen vorgenommen. Sicher ist sicher! Und tatsächlich die Einsatzkräfte stellten eine erhöhte Konzentration des giftigen Gases Kohlenmonoxid fest. Die Shishabar musste so schnell wie möglich gelüftet werden und der Notarzt machte sich daran, die Grillfreunde zu untersuchen, berichtet nordbuzz.de.

Gegen einen überprüften 26-jährigen Bremer lagen zudem sieben Haftbefehle vor, er wurde von der Shishabar aus mit zur Wache genommen und konnte später seine Schuld finanziell begleichen. Das Lokal in der Bremer Neustadt wurde verschlossen, versiegelt und die Schlüssel sichergestellt. Die weiteren Ermittlungen würden noch andauern, heißt es in der Pressenotiz der Polizei. Da war der Einsatz rund um das Kalb Hugo wohl doch versehentlich entspannter.

Glücklicherweise gab es bei dem Vorfall aber keine Verletzten. Verletzt waren wohl nur die vielen Einsatzkräfte - und zwar in ihrem Stolz. Denn ansonsten gelten sie doch als Lebensretter in wirklich bedrohlichen Situationen. Die Situation in Bremen am Freitag war jedoch einfach nur dem unüberlegten Handeln der Shisha-Raucher geschuldet und hätte mit etwas Grips einfach verhindert werden können. *nordbuzz.de ist Teil des Ippen Digitalredaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © NonstopNews / Kai Strömer

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