Zwei Jahre nach Schließung

Bremen: Rückkehr des Kult-Clubs Stubu?

Seit 2019 hatte Bremens legendäre Disko Stubu nicht mehr geöffnet. Trotz Corona gibt es nun Grund zur Freude: es bahnt sich ein Comeback des Kult-Clubs an.

Bremen ‒ Nicht nur eingefleischte Bremer werden sich wohl nur zu gut an die wilden Nächte im Stubu erinnern. Hatten alle anderen Schuppen schon dicht, war auf das Stubu immer noch Verlass ‒ jedenfalls bis zum 1. Juni 2019. Dies war der Tag an dem die Betreiber der Bremer Diskothek zum vorerst letzten Mal die Pforten des Stubus öffneten.

Grund der Schließung: Betreiber Frank Grotheer und Rainer Büsing ‒ ehemaliger Stubu-Boss und Eigentümer der Immobilie ‒ konnten sich nicht auf einen langfristigen Pachtvertrag einigen. Nachdem kurze Zeit später auch noch Büsing verstarb, schien auch die letzte Hoffnung auf Party-Abende im Stubu erloschen zu sein.

DiscothekStubu
StadtBremen
Gründungca. 1948
LageDiscomeile am Breitenweg

Wird Sohn von Ex-Stubu-Chef der neue Pächter?

Doch zur Freude des Bremer Party-Volks könnte die Tragödie nun doch noch abgewendet werden. Knapp zwei Jahre nach Bekanntgabe der Schließung werden Stimmen laut, die Hoffnung auf eine Rückkehr des Stubus machen. Wie unter anderem die kreiszeitung.de* berichtet, soll ausgerechnet Rainer Büsings Sohn als Pächter das Stubu wiederbeleben.

Stubu: Vom Jazz-Lokal zur modernen Disko

Das Stubu kann auf eine lange Historie zurückblicken. Bereits 1948 trafen sich dort Menschen für vergnügsame Stunden. Gegründet vom Bremer Studentenbund, der sich auch im Namen des Clubs wiederfindet, ist es damit die älteste Diskothek der Bremer Diskomeile. Mehrere Umzüge und Renovierungsarbeiten ab den 1970er Jahren gestalteten das Stubu in einen immer moderner-werdenden Antlitz. Galt das Stubu bis Ende der 1970er Jahre als norddeutsche Jazz-Hochburg, konnte die Diskothek in der Ostendorpstraße bis zu ihrer Schließung ihren Ruf als einer der wichtigsten Lokalitäten Bremens Party-Szene mehr als gerecht werden.

Gibt es bald wieder Partys im Stubu?

Verschont von Schließungen blieb das Club-Urgestein aber keineswegs. So musste die Partymeile in jüngerer Vergangenheit bereits zwischen 2012 und 2013 auf ihren legendären Club verzichten. Nachdem die Kult-Disko nun seit knapp zwei Jahren geschlossen ist, soll das Stubu nun also Gerüchten zufolge wieder seinen Betrieb aufnehmen. War das Stubu zuvor auf fünf Ebenen ausgerichtet, soll der Club nun in einem kleineren Gewand ‒ aber mit dem gleichen Charme alter Tage ‒ in den Keller der Immobilie ziehen. Über dem Club sollen Büros und auch ein Hostel Platz finden.

Bremer Diskomeile rund ums Stubu ‒ ein unsicheres Plaster

Dass Gedanken zur Wiederöffnung des Stubus gerade in Zeiten von Corona auftauchen, zeigt was für eine Bedeutung das Stubu für Bremen und die Disko-Szene hat. Doch so legendär der Club für seine Musik- und Party-Nächte ist, so schlecht ist auch sein Ruf. Zahlreiche Kriminalverfahren fanden im Stubu ihren Ausgangspunkt. Außerdem wurden Türstehern Verbindungen zu organisierter Kriminalität wie Prostitution nachgesagt.

Wiederholte Verfahren zur Schließung wurden zunächst seitens des Bremer Stadtamtes eingestellt. Nachdem sich Ausschreitungen fortgesetzt hatten, musste das Stubu denn doch seine Schotten dicht machen. Ausgestattet mit einem neuen Namen ‒ Stubu Dancehouse GmbH ‒, kam es nach einer kurzen, dreimonatigen Pause zur Wiedereröffnung unter einem neuen Sicherheitskonzept. Bestrebungen, die Bremer Diskomeile sicherer zu machen, riefen 2019 auch die Bremer Politik auf den Plan. Zur Sicherung der Umgebung rund um den Bremer Bahnhof wurde unter anderem eine neue Verkehrsführung realisiert.

Bis das Stubu tatsächlich seine Türen öffnen könnte, ist es noch ein weiter Weg. Zeit genug also, um den Party-Charme alter Tage wieder in einem neuen, sicheren Glanz aufleben zu lassen. *nordbuzz.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Party-Bouncer.de/Kreiszeitung

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